Musikverein

Mit dieser Idee wollen „Die Caller“ neue Musiker gewinnen

Trompete, Bariton, Klarinette, Querflöte – nach den Ferien startet in der Luziaschule ein spannendes Projekt.  

Trompete, Bariton, Klarinette, Querflöte – nach den Ferien startet in der Luziaschule ein spannendes Projekt.  

Foto: Niklas Eickelmann / Die Caller

Calle.  Weil es auf den klassischen Weg nicht mehr leicht ist, Kinder für eine Musikkapelle zu begeistert, probieren Die Caller etwas Neues aus.

Um Kinder für Instrumente und Musik zu begeistern, geht die Musikkapelle „Die Caller“ nun eine spannende Kooperation mit der Luziaschule in Berge ein. Nach den Ferien startet dort eine Bläserklasse. Das steckt dahinter.

Die Ausgangslage: Immer schwieriger Nachwuchs zu gewinnen

„Auf dem typischen Weg wird es immer schwieriger, Kinder in den Verein zu holen“, erzählt Lukas Stentenbach (25), Kassierer im Verein. Die Entwicklung beobachten die Musiker schon eine längere Zeit. Über die Gründe können sie nur spekulieren: Die Konkurrenz mit anderen Hobbys, könnte einer sein.

Ein erster Schritt des Vereins war es, die Jugendthemen auszulagern von der klassischen Vorstandsarbeit. Ein junges Team um Stentenbach, die Jugendwartin Selina Stirnberg (19) und den stellvertretenden Vorsitzenden Niklas Eickelmann (24), entwickelt auf kurzem Wege Ideen und spricht diese dann im Anschluss kurz mit dem Vorstand ab. Eine dieser Ideen war die Bläserklasse, die nach den Ferien an der Berger Grundschule startet.

Die Bläserklasse: 16 Kinder haben sich angemeldet

Los geht es in der 3. Klasse am 1. September. 16 Kinder haben sich angemeldet und vorab ein Instrument ausgewählt. „Diese Rückmeldung ist gewaltig“, freut sich Niklas Eickelmann. „Wir hätten uns schon bei vier Interessenten gefreut.“

Die Kinder erhalten nun wöchentlich Unterricht von den Instrumentalpädagogen Beate Düsterhaus und Mathias Pfläging. Die eine Gruppe lernt Trompete oder Kinderbariton, die andere Klarinette und Querflöte. Der Unterricht wird in den Stundenplan integriert. Klassenkameraden, die nicht in der Bläserklasse sitzen, nutzen währenddessen andere Unterrichtsangebote. „Durch das niedrigschwellige Angebot lernen auch Kinder Instrumente, in deren Familie Musik ansonsten vielleicht gar keine Rolle spielt“, sagt Eickelmann.

Der Unterricht: 45 Minuten, ein Mal in der Woche

Die Drittklässler werden ein Mal pro Woche 45 Minuten unterrichtet. Eine Besonderheit ist, dass die Kinder auch früh zusammen spielen werden: also als Mini-Orchester mit Klarinette, Querflöte, Bariton und Trompete. „So bekommen die Kinder früh ein Gefühl für das Musizieren in der Gruppe“, so Selina Stirnberg.

Das Ziel: Vorteile für Kinder, Eltern, Schule und Musikverein

Im besten Fall, so hoffen die Musiker, haben alle Seiten etwas von der Kooperation: Die Schule ermöglicht ihren Schülern professionellen Instrumentalunterricht. Die Kinder lernen früh und kostengünstig ein Instrument. Die Eltern sparen sich die Fahrzeit für ein weiteres Hobby. Und die Musikkapelle hofft natürlich, dass die Kinder so viel Spaß an der Musik haben, dass sie nach der Grundschule zum Orchester wechseln. Im zweiten Jahr der Bläserklasse sind dann auch regelmäßige Treffen mit der Musikkapelle geplant.

Eltern zahlen monatlich 25 Euro

  • Die Instrumente, das Zubehör und die Unterrichtshefte haben „Die Caller“ angeschafft, ein hoher vierstelliger Betrag fiel an.
  • Eltern zahlen monatlich 25 Euro für den Unterricht. „Damit sind die Kosten für die Instrumentalpädagogen gedeckt“, sagt Niklas Eickelmann.
  • Die Kinder erhalten die Instrumente für zwei Jahre als Leihgabe. Im nächsten Jahr wird ein weiterer Instrumentensatz angeschafft, damit dann eine neue 3. Klasse starten kann.
  • Der Verein wird auch auf finanzielle Unterstützung angewiesen sein.

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