Menschen in Schmallenberg

Nach zwei Hörstürzen ins ruhige Schmallenberg gezogen

Elfriede Stabe genießt vor allem die Aussicht, die man auf den Bergen des Schmallenberger Sauerlands hat.

Elfriede Stabe genießt vor allem die Aussicht, die man auf den Bergen des Schmallenberger Sauerlands hat.

Foto: Isabelle Silberg / WP

Grafschaft.  Elfriede Stabe hat mit dem Finger auf die Landkarte gezeigt - und ist dann nach Schmallenberg gezogen. Sie braucht die Ruhe.

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„Ich habe mit dem Finger auf die Landkarte gezeigt und bin im Sorpetal gelandet“: Elfriede Stabe ist vor vier Jahren nach Grafschaft gezogen. Sie hat einen Ort gesucht, an dem sie zur Ruhe kommen kann. Mit Ende 60 kam dann ihr Umzug nach Grafschaft. Sie lebt bereits seit vier Jahren dort und genießt die Schmallenberger Natur in vollen Zügen.

Wo haben Sie früher gewohnt?

Elfriede Stabe: Ich bin gebürtige Kölnerin und habe zuletzt in Bergisch-Gladbach gewohnt. Doch zuvor habe ich schon überall in Deutschland gewohnt: Berlin, Hamburg, Norderney…

Wie kamen Sie auf Schmallenberg?

Als ich in Rente gegangen bin, habe ich mich nach einem ruhigen Ort gesehnt. Da ich schon zwei Gehörstürze hatte, bin ich empfindlich gegenüber Lautstärke und aufgrund des zunehmenden Verkehrs, wurde es in meinem damaligen Wohnort immer lauter. Ich habe mehr oder weniger mit dem Finger auf die Landkarte gezeigt und habe dann dort meinen Urlaub geplant, das war im Sorpetal. Dort habe ich mich dann in die Natur verliebt und nach freien Wohnungen in der Umgebung recherchiert, so bin ich in einer Wohnung des Kloster Grafschafts gelandet.

Was gefällt Ihnen an Schmallenberg besonders?

Vor allem am Anfang habe ich natürlich viele Orte und auch andere Städte in der Umgebung besucht und ich muss sagen, Schmallenberg ist einfach am schönsten. Es passt einfach alles stimmig zusammen, das sagen auch alle, die mich hier besuchen.

Als Natur-Liebhaberin finde ich es traumhaft, raus zu gehen und kilometerweit im Wald laufen zu können. Nur der typische Sauerländer ist für mich Rheinländerin noch immer gewöhnungsbedürftig, Sauerländer haben die Ruhe weg, obwohl mir das sehr guttut, musste ich mich erst daran gewöhnen. Ebenso, dass die Sauerländer wenig von den Straßenverkehrsregeln halten, doch trotzdem sind sie sehr gute Autofahrer (lacht).

Womit beschäftigen Sie sich in Schmallenberg?

Ich bin im Gemeinschaftsgarten „Jovan’s Appelkamp“ tätig, da ich jahrelang einen eignen Garten hatte, hat mich dieses Angebot sehr interessiert. Dort pflanzt man alles Mögliche an und kann im Gegenzug auch von den Pflanzen anderer ernten, natürlich nur in Maßen.

Gibt es etwas, das Sie hier vermissen?

Am meisten vermisse ich meinen Mann, er war Dialyse-Patient im Kloster Grafschaft und ist leider vor zwei Jahren verstorben. Materiell vermisse ich hier beispielsweise ein großes Kaufhaus oder die leckeren rheinischen Backwaren.

Auch die Mobilität könnte hier besser sein, vor allem sonntags oder abends ist es schwierig von A nach B zu kommen.

Was bedeutet Heimat für Sie?

Ich glaube gar nichts mehr. Nach dem Tod meines Mannes habe ich festgestellt, dass nur er meine Heimat war. Egal wo wir waren, habe ich mich zwar immer nach der Rhein Kulisse gesehnt, aber mein Mann war mein Zuhause.

Was wünschen Sie sich für Schmallenberg?

Ich würde mir wünschen, dass die Leute hier bewusster mit der Umwelt umgehen und sich öffnen für neue Dinge und Ideen. Außerdem hoffe ich, dass die Natur wieder so vielfältig wird, wie sie einmal war und auch noch lange so erhalten bleibt.

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