Werbekampagne Nackte Tatsache

Netto findet’s witzig - Mescheder Mitarbeiter aber nicht

„Nackte Tatsache" im Netto-Markt in Meschede.

„Nackte Tatsache" im Netto-Markt in Meschede.

Foto: Brigitta Bongard

Meschede.  Netto macht mit nackten Modells Werbung für weniger Plastikverpackung - und findet es witzig. Mitarbeiter des Mescheder Marktes ärgern sich.

Im Mescheder Netto-Markt an der Briloner Straße ärgern sich Kunden über die neue Werbeaktion „Nackte Tatsache“ - doch nicht nur sie beschweren sich online und sehr direkt. Auch Mitarbeiter selbst haben keine Lust unter riesigen Nackten zu arbeiten, deren Geschlechtsmerkmale nur von Salatköpfen, Trauben oder Paprika verdeckt sind. Sind wir prüde? Oder langweilig? Oder ist der Protest berechtigt?

Kopfsalat vor dem „besten Stück“

Der Mann trägt einen Kopfsalat vor seinem „besten Stück“ - sonst nichts. Die Frau hält sich zwei Dolden Weintrauben vor die Brüste. Damit wirbt Netto deutschlandweit, und eben auch in Meschede, unter dem Motto „Nackte Tatsache“ für den Kauf von unverpackten Waren. Seit dem 14. Oktober ist die Werbung offiziell geschaltet. Schon am Samstag hingen die großen Plakate im Mescheder Supermarkt.

Mitarbeiter bekommen Beschwerden der Kunden ab, einige fragen sich: „Ist das wirklich notwendig, eine solche Aktion mit Nackten zu bewerben?

Pressestelle gibt sich gut gelaunt

Die Pressestelle von Netto gibt sich gut gelaunt. Mit Witz und einem provokanten Augenzwinkern zeige Netto, warum mehr „Nacktheit“ in der Frischeabteilung wichtig sei, mache damit auf das gesellschaftlich relevante Thema aufmerksam. Mit bis zu 100 unverpackten Obst- und Gemüseartikel biete man die größte Auswahl in der Discountlandschaft. Netto setze sich in seinem Sortiment nachhaltig zur Plastikreduktion ein.

„Humorvoll und polarisierend“

„Wir gehen dem Verpackungsmüll in der Obst- und Gemüseabteilung mit nackten Tatsachen an den Kragen“, schreibt die Pressestelle. Seit dem 14. Oktober zeige Netto für zwei Wochen mit seiner Unverpackt-Kampagne auf humorvolle, polarisierende Art, „wieso weniger manchmal mehr ist:“ Weniger Hülle bedeute in der Obst- und Gemüseauswahl eben weniger Plastikmüll.

Die Pressereferentin betont, dass sowohl Männer als auch Frauen die Hüllen fallen lassen: Umweltschutz gehe eben jeden an und sei damit gleichberechtigt. - In Meschede, so die Beobachtung, ist nur ein Mann zu sehen, der Rest sind Frauen. Die Referentin findet weiter: „Die Posen der Modells sind bewusst humorvoll inszeniert mit einer positiven Wortwahl.“ Das sehen nicht alle Mescheder Netto-Mitarbeiter so. Dazu gab es von der Pressestelle übrigens keine Antwort.

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