Polizei

Neuer krimineller Trick ist auch in Meschede angekommen

Ein Bettler sitzt in einer Fußgängerzone: In Meschede ist jetzt eine kriminelle Masche aufgefallen.

Ein Bettler sitzt in einer Fußgängerzone: In Meschede ist jetzt eine kriminelle Masche aufgefallen.

Foto: Nicolas Armer / dpa

Meschede.  Eine kriminelle Masche, die aus Großstädten bekannt ist, wird jetzt auch in Meschede aufgeführt: Ein Bettler täuscht falsche Tatsachen vor.

Er verdreht seine Füße. Seine Hände sehen völlig verkrampft aus, so als könne er sich kaum bewegen. Der Mann wirkt, als ob er unter einer schweren Behinderung leidet. Zum Teil heult er - wenn er nach Geld fragt. Die Wahrheit ist: Der Mann ist ein gemeiner Betrüger. Er ist in Meschede unterwegs.

Regelmäßig tritt er mittlerweile in Innenstadt auf, bevorzugt dienstags und freitags, wenn der Wochenmarkt stattfindet. Allerdings wurde er auch schon an anderen Tagen gesehen. „Kaum glaubt er, dass er außer Sichtweite ist, kann er wieder normal laufen“, haben Zeugen beobachtet. Bevorzugt zieht er seinen Trick rund um den Bahnhof und Busbahnhof ab.

Münzen für ein angebliches Ticket

Die Masche: Der Mann bettelt um Geld, das er vermeintlich für ein Ticket nach Arnsberg benötigt, mal angeblich für den Bus, mal angeblich für den Zug. Teilweise geben ihm Passanten daraufhin ein paar Münzen. Danach, so ein weiterer Zeuge, läuft er oft „ohne Behinderung zu seinen Freunden und findet das sehr amüsant.“

Das Ordnungsamt kann nur bedingt einschreiten. In der Stadt Meschede gilt die Regel: Betteln ist erlaubt, nur aggressiv darf es nicht sein. Zuletzt war ein Bettler aufgefallen, der Menschen gegen ihren Willen umarmte und sie beschimpfte, wenn sie ihm kein Geld spendeten: In solchen Fällen können Platzverweise und Bußgelder verhängt werden. Zum Teil wird darüber berichtet, dass auch diese Person, die eine Behinderung vorspielt, aggressiv vorgegangen sein soll.

Der junge Mann ist darüber hinaus ein Fall für die Polizei, wie Pressesprecher Holger Glaremin auf Nachfrage bestätigte. Hier werde vorsätzlich ein körperliches Gebrechen vorgetäuscht, um einen finanziellen Vorteil zu erlangen - das sei eine Straftat. Die Beamten würden Ermittlungen wegen Betruges einleiten, wenn Anzeigen oder Anrufe von Geschädigten oder Zeugen eingingen.

Beschreibung des Mannes

Der Polizei ist diese Masche aus größeren Städten bekannt. In Meschede komme sie bislang „eher selten“ vor. Noch hat keine der Behörden die Personalien des Mannes festgestellt. Wer ihn bei seinen Taten sieht, kann sowohl die Polizei ( 90200) als auch das Ordnungsamt ( 205-0) verständigen. Beschrieben wird der Mann von Zeugen wie folgt: Anfang / Mitte 20, schlank, schmales Gesicht, kein Bart, keine Brille, ca 1,75 Meter, sehr kurze Haare, fast Glatze und oft mit Basecap. Er sprach flüssiges Deutsch.

Nach Einschätzung von Pressesprecher Fröhling haben Probleme mit Bettlern in der Stadt Meschede nicht zugenommen. Es seien „phasenweise“ mehr, meinte er. Oftmals stammen die Personen aus Osteuropa. Nach Ansicht von Behörden werden viele gezielt in Städte gebracht und abends wieder abgeholt.

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