Bundestagswahl

Noch ein Sauerländer für den Bundestag

75 Prozent der Mescheder gaben ihre Stimme ab. Damit ist aber nur der Abwärtstrend gestoppt.

75 Prozent der Mescheder gaben ihre Stimme ab. Damit ist aber nur der Abwärtstrend gestoppt.

Foto: WAZ FotoPool

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Meschede/Hochsauerlandkreis. Heute um 5.50 Uhr war auch die letzte Personalie dieser Bundestagswahl geklärt: Dirk Wiese bekam den Anruf vom Landeswahlleiter aus Düsseldorf, der ihm mitteilte, dass er dem neuen Parlament angehören wird. Der 30-jährige Briloner stand auf Platz 21 der SPD-Landesliste, alle bis zur Nummer 25 ziehen in den Bundestag ein. Damit ist der Hochsauerlandkreis mit zwei Abgeordneten in Berlin vertreten. Patrick Sensburg (CDU) hatte das Direktmandat gewonnen.

Wiese war Sonntag schon um 22.30 Uhr ins Bett gegangen – im Wahlkampf-Endspurt fing er sich einen Infekt ein. Mittwoch erwartet ihn in Berlin die erste Fraktionssitzung. Mitarbeiten würde er gern in den Bereichen Verkehr, Bauen, Stadtentwicklung – als Neuling weiß er aber, „ich muss mich hinten anstellen“. Der 30-Jährige sieht sein Wahlziel erfüllt. In allen zwölf Kommunen legte die SPD bei Erst- und Zweitstimmen zu: „Mehr Rot fürs Sauerland, diesen Weg wollen wir fortsetzen“. Wiese hat vor allem im Osten des Kreises zulegen können, am deutlichsten um 6,3 Prozent in seiner Heimatstadt Brilon.

Der CDU-Abgeordnete Sensburg fuhr sein höchstes Ergebnis mit knapp 70 Prozent in Hallenberg und sein niedrigstes in Arnsberg mit 48,8 ein. Die deutlichsten Zuwächse gelangen ihm in Eslohe (plus 8) und in Meschede (plus 7,2 Prozent).

AfD spielt in Kreisstadt keine Rolle

In der Kreisstadt machten 75 Prozent vom Wahlrecht Gebrauch. Damit ist aber auch nur der Abwärtstrend der letzten Bundestagswahl gestoppt (73,6 Prozent) – vor 2009 lag sie immer über 80 Prozent, 1983 noch bei knapp 92 Prozent.

Mobilisieren konnte in Meschede insbesondere die CDU ihre Wähler: Es waren 1590 mehr (fast zehn Prozent) als zur Wahl 2009, bei der sie auf 40 Prozent abgestürzt war. Der SPD gelang in Meschede ebenfalls eine Mobilisierung, aber nicht in diesem Ausmaß: Plus 801 Stimmen machten 3,7 Prozent mehr und 24,6 Prozent bei den Erststimmen aus. Aber: Die SPD lag vor 2005 immer über 30 Prozent. Die Grünen konnten ihr Niveau mit 4,9 Prozent halten, nimmt man ihr Rekordergebnis von 7 Prozent von 2009 aus der Rechnung. Gleiches gilt für die Linken: Sie konsolidierten sich mit 4,7 Prozent. „Linken“-Hochburg in Meschede ist der Stimmbezirk bei Straßen.NRW mit 40 Erst- und 44 Zweitstimmen (10,9 bzw. 12,1 Prozent). Dramatisch war der Absturz für die FDP und ihren Spitzenkandidaten Hans-Werner Ehrenberg: In Meschede um minus 11,4 auf 5,1 Prozent bei den Zweitstimmen. Selbst in seiner Heimatstadt Sundern büßte Ehrenberg 9,2 Prozent Erststimmen ein. Manche Erststimmen-Ergebnisse in Meschede sind fast bemitleidenswert niedrig: In der Freienohler Fahrschule Babilon bekam er zwei Stimmen, genauso viele wie die Freien Wähler, am Technologiezentrum in Meschede bekam er vier, dort überrundete ihn sogar die NPD-Kandidatin mit neun Stimmen. Noch keine Rolle spielt die „Alternative für Deutschland“ in Meschede, auch wenn sie mit 3 Prozent oder 520 Stimmen die stärkste unter den sonstigen Parteien war. Die meisten neuen AfD-Wähler fanden sich mit 29 Stimmen im Wahllokal an der Von-Westphalen-Straße sowie mit 28 in Berge.

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