Verkehr

Nur eine Frage zur L776n in Bad Fredeburg nicht beantwortet

Rund 80 Bürger ließen sich von Projektleiter Raimund Köster und Bauüberwacher Hans-Jürgen Becker (vorn) die  Brückenbauwerke und die anstehenden Bauarbeiten erläutern. 

Rund 80 Bürger ließen sich von Projektleiter Raimund Köster und Bauüberwacher Hans-Jürgen Becker (vorn) die  Brückenbauwerke und die anstehenden Bauarbeiten erläutern. 

Foto: Ute Tolksdorf

lBad Fredeburg.  Wie geht es weiter mit der Ortsumgehung? Projektleiter Raimund Köster beantwortet geduldig alle Fragen - eine beantwortet er nicht.

Wie geht es weiter mit der Umgehungsstraße? Wann wird gesprengt? Wie viele Lkw werden den Bodenaushub wegschaffen müssen. Rund 80 Bad Fredeburger haben sich jetzt bei der Bürger-Informationsveranstaltung des Landesbetriebs Straßenbau über den Fortgang der Bauarbeiten an dem 17,5 Millionen Euro-Projekt informiert. Für Raimund Köster, Projektleiter der L776n bei Straßen.NRW, ist es bereits die vierte Informationsveranstaltung, weitere drei bis vier pro Jahr sollen folgen. „Ich finde das wichtig“, sagt er. „Wenn ich Bürger wäre, wollte ich auch wissen, was hier genau passiert.“

Vier Brückenbauwerke

Vier Brückenbauwerke werden zurzeit an der 2,5 Kilometer langen Ausbaustrecke errichtet. Zwei - eins am Ende, eins am Anfang - führen die Umgehungsstraße über kleine Wege hinweg. Flapsig gesagt - für Kühe und Katholiken. Denn der obere Weg sorgt dafür, dass der Kreuzweg erhalten bleibt, der untere ermöglicht, dass der angrenzende Landwirt seine Kühe auf die Weide treiben kann. Dafür werden große Stahlkonstruktionen gebaut, die im Anschluss mit Erde angeschüttet werden, damit ein Damm entsteht. Rund 30 Tonnen Stahl werden pro Brückenträger verbaut.

Dazwischen entstehen zwei weitere Brücken, „da schaffen wir Platz für den landwirtschaftlichen Verkehr“, erläutert Köster. Er wird später dort über die L776n geführt. Köster rechnet mit der Fertigstellung der Brückenbauwerke im kommenden Sommer.

Die Sprengungen

Da die Bagger mit ihren Meißeln zu lange brauchen würden, um Platz für die Widerlager schaffen, ist auch ein Sprengmeister für so genannte Auflockerungssprengungen vor Ort. „Gleichzeitig“, so Köster, „gibt es Erschütterungsmessungen, die feststellen sollen, wie weit, die Sprengung noch Auswirkungen auf umliegende Bebauung hat. Wir tasten uns da ran.“ Aber mit Schäden rechnet er nicht.

Die nächsten Maßnahmen

Als nächste Maßnahme wird der Bodenaushub zwischen B511 und Kreuzweg ausgeschrieben. „Über den Winter sollen die Angebote gesichtet und der Auftrag vergeben werden. Im Frühjahr 2020 soll es dann dort weitergehen. Dann folgt der Anschluss an die B511. Dafür muss kurzzeitig die Bundesstraße verlegt werden.

Der Verkehr

Für den Bodenaushub muss jede Menge Erde bewegt werden. „Das ist unsere größte Herausforderung“, gibt Köster zu. 275.000 Kubikmeter Boden sollen die Baustelle verlassen. 10 Kubikmeter passen auf einen Lkw. „Davon soll nur ein kleiner Teil durch den Ort geleitet werden“, betont Köster. Dafür stehe er im Wort. Um das zu ermöglichen, muss die Baustraße ausgebaut und asphaltiert werden, die schon jetzt neben den Brückenbauwerken entlangführt.

Die Sackgassen

Zwei Straßen werden im Rahmen der Baumaßnahmen zu Sackgassen - ihre Strecke zurückgebaut. Die Altenilper Straße endet am Baugebiet Leisterfeld mit einem Wendehammer. Und die Bödefelder Straße wird nach der Serpentine zu einem Forstwirtschaftsweg. Dort soll auch der Asphalt aufgenommen werden und durch eine wassergebundene Befestigung ersetzt werden.

Die Resonanz

Insgesamt, so betonte Ludwig Poggel, Vorsitzender des Bezirksausschusses, sei die Resonanz auf die Bauarbeiten weiterhin sehr positiv. „Ich höre nichts Schlechtes“, sagt er. Natürlich gebe es Klagen über befürchtete Lärmbelastungen vor allem von den Anwohnern der B511, aber diese Themen würden gesondert bearbeitet. (s. Kasten)

Die Fertigstellung

Nur zum Termin der Fertigstellung ist Raimund Köster nichts zu entlocken. „Es gibt einen Plan in meinem Kopf, aber den werde ich nicht verraten“, erklärt er schmunzelnd. Leicht könnten sich durch Kleinigkeiten bei eine so großen Baumaßnahme Zeiten verschieben. Er verweist auf das, was Verkehrsminister Hendrik Wüst beim ersten Spatenstich erklärt hatte. Der sprach im Oktober 2018 von einer Bauzeit von vier Jahren. Das erste Jahr wäre damit schon rum.

>>>HINTERGRUND
Ein Jahr nach dem ersten Spatenstich werden die Fragen lauter, die sich um die begleitenden Maßnahmen drehen. Was passiert mit dem Ortskern? Gibt es einen Radweg? Was ist mit Lärm- und Schallschutz?

Ludwig Poggel, Vorsitzender des Bezirksausschusses Bad Fredeburg, bittet die Bürger sich zu gedulden. All dieses Anfragen würden gesammelt und mit Stadt und Landesbetrieb Straßenbau gesondert besprochen.

Auch Bad Fredeburg selbst habe genug Geld im Haushalt, um verkehrsberuhigende Maßnahmen im Ortskern zu gestalten. „Das Wichtigste für uns ist es, dass wir einen Platz schaffen, an dem alle Fredeburger in der Ortsmitte gemeinsam feiern können.“

Und der Radverkehr? Nun, daran habe bei den Planungen - lange vor Aufkommen der E-Bikes - niemand gedacht, gibt Poggel zu. Und es sei ja auch nicht schön, an der Landstraße entlang zu fahren. „Ich stelle mir einen Radweg am VdK-Heim vorbei Richtung Rimberg vor. Da finden wir eine Lösung.“

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