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Nuttlar: Angebot lockt Taucher aus ganz Deutschland

Die Sporttaucher schweben im sieben Grad kalten, aber sehr klaren Wasser des gefluteten Bergwerks.

Foto: UWPICs-Bjoern

Die Sporttaucher schweben im sieben Grad kalten, aber sehr klaren Wasser des gefluteten Bergwerks. Foto: UWPICs-Bjoern

Nuttlar   Fünf Auszubildende schnüren ein ganz besonderes Paket, das Taucher aus ganz Deutschland nach Nuttlar lockt.

Kilometerlange Gänge mit kunstvoll gestapelten Schiefermauern, alte Schienen als Zeugen einer längst vergangenen Zeit: Bergwerktauchen ist eine echte Attraktion in Nuttlar.

Das alte Schieferbergwerk zählt laut der Fachzeitschrift „Unterwasser“ sogar zu den 50 besten Tauchspots der Welt. Grund genug, Taucher als Zielgruppe für die Ferienregion „Rund um den Hennesee“ zu gewinnen, dachten sich fünf angehende Kauffrauen für Tourismus und Freizeit.

Sie haben seit August letzten Jahres im Rahmen ihrer Abschlussarbeit unter dem Motto „Abgetaucht im Sauerland“ ein Arrangement rund um das Bergwerktauchen erarbeitet, zu dem jetzt 16 Sporttaucher aus ganz Deutschland und der Schweiz nach Nuttlar gereist sind.

Aus allen Ecken Deutschlands

„Wir hatten für die Taucher ein Wochenende mit Übernachtung, einer zweistündige Führung durch das ehemalige Bergwerk, einem Drei-Gänge-Menü und natürlich Tauchgängen zusammengestellt - das kam sehr gut an“, berichtet Leonie Streich.

Die 22-Jährige absolviert ihre Ausbildung bei der Tourist-Information Meschede-Bestwig und gehört zum Projektteam, das das ganze Wochenende mit vor Ort war. Aus allen Ecken Deutschlands und der Schweiz zog es die Taucher nach Nuttlar - 16 konnten insgesamt an der Aktion teilnehmen. Sie alle wollten besonders eins: auf Entdeckungstour in die Finsternis gehen – unter Tage und unter Wasser.

Keine spezielle Ausbildung nötig

Bevor es aber soweit war, bekamen die Sporttaucher eine Einführung, die im Wochenend-Komplettpreis von 295 Euro enthalten war. Der Bereich des ehemaligen Bergwerks, der im Rahmen der Aktion erkundet wurde, verlangt keine spezielle Höhlentaucherausbildung und ist somit auch für Sporttaucher geeignet, die mindestens 50 Tauchgänge absolviert haben. Alle Teilnehmer erfüllten diese Voraussetzung und so konnte es in die Tiefe gehen.

Container ragt aus dem schroffen Schiefergestein

Ein gelber Container, der mitten aus dem schroffen Schiefergestein ragt, markiert den Eingang. Die Taucher gelangen über eine Treppe ins Wasser – von dort aus führt der Stollen 30 Meter in die schwarze Tiefe. Für die 16 Taucher ging es in zwei Gruppen mit acht Personen, die je von einem erfahrenen Tauchguide geführt wurden, hinunter. Die komplette Dunkelheit wurde nur noch vom hellen Licht der Taucherlampen durchbrochen, von denen jeder zwei dabei hatte. Die Ausrüstung hatten die erfahrenen Taucher übrigens selbst mitgebracht, wer keine hat, kann sie auf Anfrage aber auch leihen.

Die Gruppe konnte sich in den ersten Räumen des Bergwerks frei bewegen. „Hier hat man zwar das Feeling vom Höhlentauchen, kann aber jederzeit auftauchen, wenn es Probleme gibt“, erklärt Leonie Streich, die sich für das Projekt lange mit dem Bergwerktauchen beschäftigt hat. Selbst abgetaucht ist die Auszubildende übrigens nicht, sie beobachtete die Gruppe lieber vom Trockenen aus.

Zeitreise ins Jahr 1985

Die Sporttaucher schwebten im sieben Grad kalten, aber sehr klaren Wasser über Gleisanlagen und folgten Leitungen, die den Bergleuten einst Strom brachten. Irgendwann markiert dann ein Stoppschild das Ende der drei Räume, die sich für Sporttaucher eignen. Für die Gruppe hieß das: Umkehren. Weiter in das Bergwerk dürfen nur Höhlentaucher mit spezieller Ausrüstung vordringen.

Wer dazu ausgebildet ist, unternimmt eine Zeitreise zurück in das Jahr 1985, als wegen der Insolvenz der Bergbaufirma die Stecker gezogen wurden. Loren, Werkzeuge, Lampen, Helme und sogar Jacken blieben zurück und können heute von erfahrenen „Cave“-Tauchern entdeckt werden.

Auch wenn den Sporttauchern dieser Bereich verwehrt blieb, war die Erforschung des Schieferbergwerks für sie noch nicht beendet, auf dem Programm standen neben einem zweiten Tauchgang am Sonntag schließlich auch noch eine zweistündige Bergwerkführung (im Trockenen) und ein Dinner unter Tage.

An Tourist-Information Meschede-Bestwig übergeben

Am Ende waren alle Beteiligten von der Aktion begeistert. „Ein Teilnehmer betreibt in der Schweiz eine Tauchschule, er war so begeistert, dass er gerne mit seinen Schülern nach Nuttlar kommen möchte“, berichtet Leonie Streich. Für die fünf Auszubildenden ist das Projekt mit diesem Wochenende abgeschlossen, es soll aber an die Touristinformation Meschede-Bestwig übergeben werden. Was dann weiter geschieht, werde gerade noch geplant, verrät die Auszubildende.

Zum Projektteam gehörten Leonie Streich (Tourist-Informationen Meschede und Bestwig), Dorothee Cramer (Touristik & Marketing GmbH Bad Waldliesborn), Vanessa Kirschke (Campingplatz Hof Biggen in Attendorn), Britta Weischenberg (KiKi Island, dem Kinder-Indoor-Spielplatz in Menden) und Marie Scherner (Wuppertal Marketing GmbH).

Mehr zum Bergwerktauchen in Nuttlar gibt es unter: www.schieferbau-nuttlar.de/bergwerktauchen/

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