Prügelaffäre

Patrick Sensburg nach Prügelvorwürfen mit Freundin verlobt

Patrick Sensburg, CDU-MdB aus den Hochsauerlandkreis.

Patrick Sensburg, CDU-MdB aus den Hochsauerlandkreis.

Foto: Ralf Rottmann/Funke Foto Services

Meschede/Berlin.   Nach den Prügelvorwürfen hat Patrick Sensburg sein Amt als CDU-Kreisvorsitzender aufgegeben. Indessen soll er sich mit seiner Freundin verlobt haben.

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Patrick Sensburg ist am Wochenende als Vorsitzender seiner Partei im Hochsauerlandkreis zurückgetreten. Er reagierte damit auf eine Anzeige wegen häuslicher Gewalt gegen ihn. In Berlin hat die Staatsanwaltschaft bereits die Aufhebung seiner Immunität als Bundestagsabgeordneter beantragt.

Dem regionalen Rücktritt war am Samstag eine zweistündige Sitzung des CDU-Kreisvorstandes in Meschede vorangegangen. Dabei hatte Sensburg seinen Amtsverzicht angeboten, den das 15-köpfigen Gremium einhellig annahm. Der stellv. CDU-Kreisvorsitzende Volker Arens sprach gegenüber unserer Redaktion von einer „normalen“ Atmosphäre, in der das Treffen stattgefunden habe. Zum laufenden Verfahren wollte er sich nicht äußern. Gleichzeitig räumte er jedoch ein, dass die Vorwürfe gegen Patrick Sensburg natürlich ausgesprochen unerfreulich seien.

Hiltrud Schmidt, ebenfalls stellvertretende CDU-Kreisvorsitzende, ist davon überzeugt, dass die im Raum stehenden Beschuldigungen „demnächst alle ausgeräumt werden: Ich schätze Patrick Sensburg als Politiker wie als Menschen gleichermaßen.“

Suche nach neuem Vorsitzenden

Sensburg, der nach wie vor Vorsitzender des NSA-Untersuchungsausschusses in Berlin ist, war für unsere Redaktion am Wochenende nicht zu sprechen. Dem CDU-Politiker wird zur Last gelegt, seine Freundin in einem Streit so schwer verletzt zu haben, dass sie sich in ärztliche Behandlung begeben musste. Die von ihr erstattete Anzeige nahm sie wieder zurück; allerdings hält der Staatsanwalt den Vorfall für so gravierend, dass er weiter ermittelt. Sensburg hat sich inzwischen mit seiner Freundin nicht nur versöhnt, sondern auch verlobt.

Aus den Reihen des CDU-Kreisvorstandes im Hochsauerland war derweil zu hören, dass Patrick Sensburg bei der außerordentlichen Sitzung in Meschede einen sehr zuversichtlichen Eindruck gemacht habe; er wirkte „sicher und überzeugend“, hieß es. Dennoch sei die Situation „sehr sensibel und schwierig“. Sensburg seinerseits hatte stets betont, von falschen Zeugenaussagen belastet worden zu sein.

Die Hochsauerland-CDU will nun laut Hiltrud Schmidt schon am heutigen Montag oder in den nächsten Tagen „abklären, wie in der Zeitschiene zur Wahl eines neuen Kreisvorsitzenden vorzugehen ist“. Möglich erscheint, dass aus dem Kreis der drei Stellvertreter - Volker Arens (Meschede), Stefan Lange (Sundern) und Hiltrud Schmidt (Olsberg) der Sensburg-Nachfolger gefunden wird. Und auch der CDU-Landtagsabgeordnete Matthias Kerkhoff (Olsberg) gilt als denkbarer Kandidat für diesen Posten.

Der klare Konsens für die Annahme des Rücktrittsangebots von Patrick Sensburg war wohl nicht zuletzt unter dem einheitlichen Eindruck erfolgt, der bereits in der vergangenen Woche mit den Worten des CDU-Kreisvorstandsmitglieds Stefan Lange im Raum stand: „Gewalt gegen Frauen ist völlig unakzeptabel. Dieses Verhalten passt nicht in das christlich geprägte Weltbild.“

„Ich bin rabiat vorgegangen“

Der 43-jährige Patrick Sensburg hatte gegenüber der „Bild am Sonntag“ selbst offen zugegeben, in dem betreffenden Streit mit seiner Freundin durchaus „rabiat“ vorgegangen zu sein: „Ich habe sie an den Armen gepackt. Sie hat sich gewehrt. Ich habe sie aus der Wohnung geschmissen.“ Der Grad der Verletzung sei allerdings längst nicht derart schwerwiegend gewesen, wie es nachträglich unterstellt worden sei.

Leserkommentare (6) Kommentar schreiben