Windkraft

Pläne für Windpark auf dem Murenberg bei Herhagen

Windräder drehen sich vor der untergehenden Sonne. Ob sich auch auf dem Murenberg bei Herhagen irgendwann Windräder drehen werden, ist noch fraglich. Pläne für einen Windpark dort gibt es aber.

Windräder drehen sich vor der untergehenden Sonne. Ob sich auch auf dem Murenberg bei Herhagen irgendwann Windräder drehen werden, ist noch fraglich. Pläne für einen Windpark dort gibt es aber.

Foto: Daniel Reinhardt

Eslohe.   Der Projektentwickler ABO Wind möchte auf dem Murenberg bei Herhagen vier Windräder errichten. Offen ist aber, was aus den Plänen wird.

Der Projektentwickler ABO Wind möchte auf dem Murenberg bei Herhagen vier Windräder errichten und hat darüber jetzt die Anwohner informiert. Ob sich tatsächlich irgendwann ein Windrad auf dem Murenberg drehen wird, ist allerdings noch völlig offen.

Derzeit steht das Genehmigungsverfahren für den Windpark noch ganz am Anfang.

Entscheidung in Meschede

Dennoch sucht das Wiesbadener Unternehmen schon jetzt den Austausch mit den Anwohnern. Die Gemeindeverwaltung selbst ist in die Planungen nicht involviert, wie Bürgermeister Stephan Kersting gestern auch Nachfrage betonte.

Entscheidung in Meschede

Er kenne zwar die Pläne von ABO Wind und habe auch bereits Gespräche mit der Gesellschaft geführt. „Letztlich sind wir als Kommune aber erst einmal außen vor“, sagt Kersting. Es sei Sache der Investoren, inwieweit sie die Anwohner in ihre Planungen mit einbinden.

Fakt sei, so betonte Kersting: Es gebe in der Gemeinde einen gültigen Flächennutzungsplan, in dem eine Windkraft-Konzentrationszone ausgewiesen sei. Dazu gehöre aber nicht der Murenberg. In diesem Zusammenhang verweist Kersting auch auf eine Entscheidung des Mescheder Stadtrates, der erst vor wenigen Wochen den benachbarten Bereich Ennert endgültig als Windkraftfläche abgelehnt hatte.

Strategische Umweltprüfung

Zur Erinnerung: Ins Spiel gebracht hatte den Murenberg im Jahr 2014 die Bezirksregierung. Nach einer „strategischen Umweltprüfung“ hatte sie das Gelände als windkrafttauglich eingestuft und als potenzielle Fläche für die Errichtung von Windrädern benannt. Das Vorgehen der Bezirksregierung war seinerzeit jedoch nicht nur in Eslohe heftig umstritten. Viele Städte und Gemeinden fühlten sich übergangen und verwiesen auf die Planungshoheit der Kommunen.

Nach einem entsprechenden Beschluss des Regionalrates stellte die Bezirksregierung 2017 schließlich ihre Arbeit am „Sachlichen Teilplan Energie“ ein.

Für die Investoren scheint der Murenberg indes immer noch ein Thema zu sein. Insgesamt vier Anlagen möchte ABO Wind dort errichten. „Sie würden im Jahr so viel Strom produzieren, wie 14 000 Haushalte verbrauchen“, sagt Projektleiter Stephen Meyer.

Damit könnte jährlich der Ausstoß von 35 000 Tonnen Kohlendioxid eingespart werden. Damit nicht nur einige wenige Flächenbesitzer von den Pachteinnahmen profitierten, hat das Wiesbadener Unternehmen ein Poolmodell entwickelt, bei dem alle Flächeneigentümer des potenziellen Windeignungsgebiets beteiligt sind und nicht nur die, auf deren Flächen die Anlagen schließlich auch entstehen.

Auf gute Nachbarschaft

„Die Poolteilnehmer haben sich außerdem freiwillig verpflichtet, auch die Bewohner Herhagens an den Einnahmen zu beteiligen, die gar keine Flächen besitzen“, betont Projektleiter Stephen Meyer. Außerdem sollen die Dorfkassen der Ortschaften Nichtinghausen und Herhagen jährliche Zahlungen der Verpächter bekommen. „Eine solche Selbstverpflichtung ist nicht selbstverständlich, trägt aber sehr zu einer guten Nachbarschaft bei, daher freuen wir uns über die Bereitschaft der Flächenbesitzer, ihre Pachteinnahmen zu teilen“, sagt Meyer.

Wann und ob der Windpark gebaut werden kann, steht noch nicht fest. Im April hat ABO Wind erst einmal einen Antrag auf Vorbescheid beim Hochsauerlandkreis als Genehmigungsbehörde eingereicht. „Eigentlich haben wir schon alle Gutachten, um einen vollständigen Genehmigungsantrag nach dem Bundesemissionsschutzgesetz abzugeben“, erklärt Projektleiter Meyer die komplexe Gemengelage.

Die Verunsicherungspolitik der aktuellen Landesregierung habe leider dazu beigetragen, dass nur noch wenige Flächennutzungspläne fortgeschrieben werden, sagt er. „Wer wo welches Planungsrecht hat, wird dadurch immer unklarer. Daher möchten wir mit Hilfe des Vorbescheids zunächst die planungsrechtliche Frage des Genehmigungsverfahrens prüfen lassen“, sagt Meyer.

Bereits 650 Anlagen ans Netz gebracht

ABO Wind ist ein Projektentwickler für erneuerbare Energien.

Seit 1996 hat das Unternehmen mit Sitz in Wiesbaden europaweit gut 650 Wind- und Solarenergieanlagen mit rund 1400 Megawatt Leistung ans Netz gebracht.

Jährlich errichtet das Unternehmen nach eigenen Angaben Anlagen mit einem Investitionsvolumen von 300 Millionen Euro. Rund 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten weltweit an der Projektierung, Finanzierung, Errichtung, Betriebsführung und am Service von Anlagen.

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