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Polizei ermittelte nach Schaltschrank-Posse in Meschede

Die Kurdische Gemeinde hat heruntergekommene Nebengebäude an der Lagerstraße beseitigen lassen. Die Fläche wird jetzt erst einmal planiert.

Die Kurdische Gemeinde hat heruntergekommene Nebengebäude an der Lagerstraße beseitigen lassen. Die Fläche wird jetzt erst einmal planiert.

Foto: Jürgen Kortmann

Meschede.   Ein Schrotthändler, der versehentlich einen funktionierenden Schaltschrank der Bahn in Meschede beseitigt hat, muss keine Strafe befürchten.

Der bislang trostlose Randbereich am Kurdischen Gemeinde- und Kulturzentrum „Mala Kurda“ an der Lagerstraße soll ansehnlicher werden. Die Gemeinde hat jetzt die verkommenen Nebengebäude abreißen lassen. 2013 waren sie nach der Zwangsversteigerung des damaligen Gartenmarktes mit in den Besitz des kurdischen Vereins übergegangen: Sie waren noch voll mit Abfällen des Gartenmarktes gewesen.

Weil der Verein sein Zentrum selbst finanzieren muss, wurde gewartet, bis jetzt wieder Gelder für den fachgerechten Abriss zur Verfügung standen. „Künftig soll dort alles sauber aussehen“, sagt Murat Celik vom Verein.

Der Platz wird in den nächsten Wochen gepflastert und dann erst einmal als Parkplatz dienen – über eine weitere Nutzung ist noch nicht entschieden, so Celik. Zur Bahn hin soll ein Zaun errichtet werden, damit künftig niemand über die Gleise läuft. Derzeit hat der Verein vorsichtshalber Stacheldraht gespannt, um die gefährliche Abkürzung zu verhindern.

Schacht weiter auf kurdischem Grundstück

Noch offen ist, wie die Bahn mit dem Kabelschacht an dem Gelände umgeht. Wie berichtet, hatte im Herbst 2018 ein Schrotthändler in dem jetzt abgerissenen Nebengebäude bei ersten Aufräumarbeiten einen Schaltschrank mit entsorgt – versehentlich, ohne das jemand vom Verein wusste, dass der Schrank noch intakte Kabel der Bahn enthielt, über die Weichen gesteuert wurden.

Über Tage gab es danach Einschränkungen im Bahnverkehr. Die Kabel hatte die Bahn danach hinter das Gebäude in einen Schacht verlegt: Dieser Schacht befindet sich aber weiterhin auf dem Grundstück der kurdischen Gemeinde.

Gegen den Schrotthändler ist in der Zwischenzeit von der Bundespolizei wegen „Störung öffentlicher Betriebe“ ermittelt worden – das ist ein Verbrechenstatbestand, wenn jemand Anlagen zerstört oder beschädigt, die der allgemeinen Versorgung dienen, wie eben auch Bahnstrecken. Darauf stehen Geld- oder Haftstrafen bis zu fünf Jahren. Ein Sprecher der Bundespolizei sagte auf Anfrage, dass dieses Verfahren inzwischen aber eingestellt sei, weil ein hinreichender Tatverdacht fehlte.

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