GESUNDHEIT

Proben genommen - Asbest am Flugplatz Schüren freigesetzt?

Blick auf den Tower beim Flugplatz Schüren: Hier findet die Sanierung statt.

Foto: Archiv

Blick auf den Tower beim Flugplatz Schüren: Hier findet die Sanierung statt. Foto: Archiv

Schüren.   Krebsgefahr durch Asbest am Flughafen Schüren bei Meschede? Der Hochsauerlandkreis ist nach einem Hinweis alarmiert.

Am Flugplatz Schüren ist möglicherweise Asbest freigesetzt worden. Der Stoff gilt als krebserregend. Der Hochsauerlandkreis ist nach einem anonymen Schreiben alarmiert.

Seit etwa drei Wochen wird der Tower des kleinen Flugplatzes saniert: die Außenverkleidung wird abgenommen, eine neue ist schon angebracht. Die Arbeiten sind reibungslos verlaufen - bis jetzt: Denn möglicherweise handelt es sich um Eternitplatten, die an dem Gebäude angebracht waren, eine Mischung aus Beton und Asbest.

Mit Hammer bearbeitet

Sie zu entfernen, gilt so lange als nicht gefährlich, bis sie nicht zerschlagen werden. Sie sind aber mit dem Hammer bearbeitet worden.

Über einen längeren Zeitraum sei dadurch Asbest freigesetzt worden - so steht es in einem anonymen Schreiben, das dieser Zeitung vorliegt. Der Autor liefert dabei unter Umständen Detailwissen: Das Asbest Chrysotil sei zu 10 bis 15 Prozent in den Platten enthalten.

Fakt ist: Das Inverkehrbringen und die Verwendung des Stoffes ist in der Europäischen Union seit 2006 wegen der Gefahren für die Gesundheit verboten.

Spezialfirmen mit Auflagen

Entfernen dürfen solche Asbeste nur Spezialfirmen unter Sicherheitsauflagen - zum Teil wird luftdichte Schutzkleidung verlangt. In Schüren allerdings ist der Abbruch durch ehrenamtliche Mitarbeiter der Vereine erfolgt. Sie waren nach Informationen dieser Zeitung davon ausgegangen, dass die Verkleidung kein Asbest enthält.

Die Flugplatzgesellschaft Meschede als Betreiberin in Schüren hat nach Bekanntwerden der Vorwürfe den Fachdienst „Abfallwirtschaft und Bodenschutz“ des Hochsauerlandkreises eingeschaltet. Ein Mitarbeiter war daraufhin vor Ort und hat Proben genommen. Mit den Ergebnissen wird Ende der Woche gerechnet.

Fachfirma wird beauftragt

Die meisten Platten sind bereits entsorgt worden, die restlichen werden nach Angaben der Behörde vorsorglich so behandelt, als wären sie mit Asbest belastet. Eine Fachfirma wird unabhängig von dem Ergebnis der Probe mit der Entsorgung beauftragt.

Gesundheitliche Gefahren drohen bei Asbest vor allem durch das Einatmen. Fasern können langfristig in der Lunge bleiben und letztlich Krebs auslösen. Wie Pressesprecher Martin Reuther vom Hochsauerlandkreis erklärte, wurden die Arbeiten zumindest mit Mundschutz ausgeführt. Die Platten lagerten danach allerdings weiterhin im Umfeld des Restaurants und eines Kinderspielplatzes.

Ordnungswidrigkeitsverfahren

Sollte sich der Verdacht bestätigen, könnte eine paradoxe Situation eintreten: Der Hochsauerlandkreis müsste prüfen, ob er gegen Verantwortliche der Flugplatzgesellschaft, an der er selbst beteiligt ist, ein Ordnungswidrigkeitsverfahren einleitet.

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