Asyl

Probleme mit der Abschiebung

Abgelehnte Asylbewerber steigen hier im Rahmen einer landesweiten Sammelabschiebung in ein Flugzeug.

Abgelehnte Asylbewerber steigen hier im Rahmen einer landesweiten Sammelabschiebung in ein Flugzeug.

Foto: Patrick Seeger

Meschede.   In der Abschiebeanstalt in Büren fehlen Haftplätze. Das Ausländeramt im Hochsauerlandkreis hat Probleme, abgelehnte Asylbewerber abzuschieben.

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Das Ausländeramt des Hochsauerlandkreises rechnet mit zunehmenden Schwierigkeiten bei der Abschiebung von abgelehnten Asylbewerbern. Grund: Es fehlen Haftplätze in der Abschiebeanstalt in Büren. Allein in dieser Woche habe eine Person bis nach Ingelheim in Rheinland-Pfalz gebracht werden müssen, weil in der einzigen Einrichtung in NRW kein Platz zu bekommen war, bestätigte die Behörde auf Nachfrage unserer Zeitung. „Wir erwarten weitere Probleme für die nächste Zeit“, hieß es.

Unterwegs mit elf Identitäten

Als Grund für die Vollbelegung gilt ein Erlass der NRW-Landesregierung, wonach untergetauchte, abgelehnte Asylbewerber zur Fahndung ausgeschrieben werden sollen und im Falle einer Festnahme eine Inhaftierung geprüft wird. Für drei Personen aus dem Hochsauerlandkreis sei in dieser Woche noch ein Haftplatz in Büren zugeteilt worden. Zu den Inhaftierten gehörte nach Auskunft der Behörde darüber hinaus ein Marokkaner, der mit elf verschiedenen Identitäten unterwegs gewesen sei und in der ehemaligen Stahlmecke-Schule untergebracht war.

Belastung in Behörde

Das Ausländeramt klagt über zunehmende personelle Belastungen im Züge der Flüchtlingskrise. Ein Grund seien gescheiterte Abschiebungen. So seien beispielsweise in dieser Woche fünf Menschen nach Albanien abgeschoben worden. Gescheitert seien aber Abschiebungen zweier Personen nach Italien und dreier nach Armenien, weil die Asylbewerber untergetaucht seien. Die Behörde vermutet, dass hier Informationen über geplante Sammelabschiebungen an sie durchgesickert seien. Ein Algerier blieb diese Woche ebenfalls in Deutschland, weil er bei seiner Abschiebung erheblichen Widerstand auf dem Rollfeld des Flughafens leistete.

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