Freizeit

Rekordprojekt in Wenholthausen: TSV baut seine eigene Halle

So soll die Halle aussehen, die der TSV Wenholthausen bauen will. 720.000 Euro wird das Projekt verschlingen.

So soll die Halle aussehen, die der TSV Wenholthausen bauen will. 720.000 Euro wird das Projekt verschlingen.

Foto: TSV Wenholthausen

Der Ort Wenholthausen steht vor einem einmaligen Rekordprojekt: Der TSV Rot-Weiß wird sich seine eigene Sporthalle bauen.

Wenholthausen. Es war eine Versammlung von historischer Bedeutung: Der TSV Wenholthausen hat einen Beschluss zum Bau einer eigenen Sporthalle gefasst.

Bereits vor über einem Jahr war ein Orga-Team gegründet worden, das die Planungen zu diesem Mammutprojekt vorantreiben sollte. Die Mitglieder des Hauptvorstandes - Ralf Stracke, Thomas Nagel (Geschäftsführer), Yannik Kaiser (Zweiter Vorsitzender) und Dr. Lukas Berghoff (Kassierer) - werden dabei noch durch den Bauingenieur Thomas Altbrod aus dem erweiterten Vorstand im Orga-Team unterstützt.

Erhöhtes Unfallrisiko

Die Gymnastikabteilung des Vereins nutzt aktuell für die vielen Übungsstunden die Aula der Grundschule in Wenholthausen. Und auch die Leichtathleten nutzen die Aula in den Wintermonaten. Die baulichen Gegebenheiten stellen mittlerweile ein erhöhtes Unfallrisiko dar und behindern den stetig zunehmenden Seniorensport, weil für viele der Teilnehmer die 60 Stufen bis zur Aula ein unüberwindbares Hindernis sind“, sagt der TSV-Vorsitzende Ralf Stracke.

Auch andere Abteilungen profitieren

Die Ausstattung und Möglichkeiten für das Kinderturnen seien dort mehr als bescheiden. Neue Kurse könnten aufgrund der Kapazität nicht angeboten werden. „Das Pfarrheim bietet auch keine wirkliche Alternative“, machte Stracke die Motivation für die eigene Sporthalle deutlich. „Aber auch die anderen Abteilungen werden von der Sporthalle profitieren“, so Stracke weiter.

Thomas Nagel präsentierte in der Versammlung bereits die ersten Zeichnungen und Ansichten und lieferte Informationen zu den geplanten Ausstattungsmerkmalen des Gebäudes. „Die vielen Fragen aus der Versammlung zeugten von einem sehr großen Interesse an diesem Projekt“, so der TSV-Vorstand. Zusätzlich zu der Halle soll auch ein Verbindungsbau zwischen bestehendem Sportheim und Sporthalle sowie ein Geräteraum auf der dorfnahen Stirnseite der Halle entstehen.

Mit über 720.000 Euro ist das Projekt das größte in der Geschichte aller Hölter Vereine. Man wolle das Projekt aber nicht mit Angst, sondern dem nötigen Respekt, Engagement, Professionalität und Herzblut angehen, so Stracke. Da ein solches Projekt nicht alleine zu stemmen ist, ist der Verein auf öffentliche Fördergelder angewiesen.

Sie stellen auch den größten Anteil dar und kommen aus dem Förderprogramm zur Strukturentwicklung im ländlichen Raum, das von Bund und Land getragen wird. Durch diese öffentliche Förderung ist bei der Vergabe der Bauaufträge das öffentliche Vergaberecht anzuwenden. „Wir dürfen die Aufträge somit leider nicht einfach so an unsere Sponsoringpartner vergeben“, musste Stracke klarstellen. Mit über 70.000 Euro Eigenleistung und fast 200.000 Euro Eigenkapital bringen die Sportler vom RWW aber auch einen riesigen Anteil des benötigten Geldes selbst auf. Hiervon wird ein großer Teil über einen Kredit finanziert.

Da solch ein Projekt auch Risiken birgt, hat sich das Orga-Team Gedanken gemacht, wie auf unvorhersehbare Ereignisse reagiert werden kann. Auch dieses Risikomanagement wurde in der Versammlung vorgestellt. Die Projektpräsentation hat die Versammlungsteilnehmer überzeugt, sodass der Beschluss zum Bau einstimmig ausfiel. „Mit so einer breiten Zustimmung hätte ich nicht gerechnet“, berichtet Stracke und freut sich gleichzeitig über das große Vertrauen in das Orga-Team.

  • Bei der Versammlung ist der Vorsitzende Ralf Stracke als Vorsitzender, Dr. Lukas Berghoff als Kassierer, Andreas Vollmer als Zweiter Geschäftsführer und Hannes Vollmer als Zweiter Jugendleiter in ihren Ämtern wiedergewählt worden. Alle Wahlen verliefen einstimmig.
  • Das breite Sportangebot in den vielen Abteilungen ist immer ein Beleg für die Vielfältigkeit des Vereins. Um den zeitlichen Rahmen der Versammlung nicht zu sprengen, verzichteten die RWWler in diesem Jahr zugunsten des Tagesordnungspunktes „RWW Sporthalle“ darauf, die Abteilungsberichte vortragen zu lassen. Stattdessen wurde eine Broschüre mit den Abteilungsberichten gedruckt und vorher an die Teilnehmer verteilt. Fragen zum sportlichen Treiben gab es keine.
  • Stattgefunden hatte die Versammlung unter besonderen Schutz- und Hygienevorkehrungen in der Schützenhalle verlegt.
  • Auf die Gespräche nach der Versammlung bei einem kühlen Pils an der Theke mussten die Teilnehmer verzichten. So schrieb es das Schutzkonzept vor, das mit dem Ordnungsamt abgestimmt wurde.
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