Renaturierung der Elpe hat begonnen

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Ostwig. Die Gemeinde hat damit begonnen, das rund zwei Kilometer lange Teilstück der Elpe zwischen der Grenze zur Stadt Olsberg sowie der Mündung in die Ruhr naturnah umzugestalten. Die Elpe wird mehr Platz erhalten - „und deutlich vielfältiger werden“, so Friedhelm Koch, Umwelt-Ingenieur der Gemeinde.

Vor wenigen Tagen haben die Arbeiten an dem Abschnitt zwischen der Gemeindegrenze sowie dem Ostwiger Ortseingang begonnen. Wo früher Birken und Kiefern standen, soll in einigen Wochen die Elpe einen Bogen und mehrere Arme bilden - mit weitläufigen Uferbereichen, Inseln, Totholz und einer Fülle verschiedener Lebensräume für unterschiedlichste Tier- und Pflanzenarten. „Wir wollen die Elpe so anlegen, wie es einem naturbelassenen Mittelgebirgs-Auenfluss entspricht“, erläutert Koch. „Die Elpe wird sich selbst überlassen, so dass das Wasser selbst seinen Weg suchen kann - nach jedem Hochwasser wird der Flusslauf anders aussehen.“

Elpeweg wird aufgewertet

Besonders sichtbar werden die Veränderungen außerhalb der Ostwiger Ortslage werden - „innerorts sind die Möglichkeiten zur Umgestaltung begrenzt“, so Koch. Allerdings: Auch hier werden in der Elpe so genannte „Querbauwerke“ wie etwa Wehre und Staustufen entfernt: „Dann können alle Wasserlebewesen ungehindert die Elpe hinauf- und herabwandern.“ Zudem wird im Bereich hinter der Ostwiger Schützenhalle die marode Steganlage abgerissen und durch einen neuen Fußweg ersetzt.

Mehr als nur ein „Nebeneffekt“: Die Elpe werde als Wander- und Erholungsbereich in direkter Nachbarschaft zum gut genutzten Elpeweg weiter aufgewertet: „Hier wird Natur für die Leute sichtbar.“ Zudem diene die Maßnahme der Gewässerreinhaltung und dem Artenschutz. Damit erfülle die Gemeinde Bestwig einen gesetzlichen Auftrag. „Die Europäische Wasserrahmenrichtlinie verpflichtet die öffentliche Hand dazu, die Flüsse bis zum Jahr 2027 in einen guten ökologischen Zustand zu entwickeln.“ Aber auch der Mensch solle bei allen Planungen und Bauprojekten nicht zu kurz kommen, betont Friedhelm Koch: „So ist der vorbeugende Hochwasserschutz immer mit Thema bei den Planungen.“

Bis Mitte November soll - sofern die Witterung mitspielt - der Großteil der Arbeiten erledigt sein. Das Zeitfenster für solche Projekte sei recht klein, so Friedhelm Koch: Im Frühjahr und Sommer sei die Umsetzung wegen der Vegetationsperiode nicht machbar; Ende November beginnt dann schon wieder die Laichzeit einiger Fischarten. 360 000 Euro sind für das Renaturierungsprojekt vorgesehen. 90 Prozent der Kosten werden vom Land getragen, der Eigenanteil der Gemeinde kann mit „Ökopunkten“ verrechnet werden.

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