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Sauerländer spielt neben Meryl Streep und Pierce Brosnan

Der Land Rover von Ingo Hoffmann spielt eine Rolle in dem Film „Mamma Mia 2“. Hoffmann hat den Wagen an einen Britischen Filmausstatter verkauft.

Foto: Ralf Rottmann

Der Land Rover von Ingo Hoffmann spielt eine Rolle in dem Film „Mamma Mia 2“. Hoffmann hat den Wagen an einen Britischen Filmausstatter verkauft. Foto: Ralf Rottmann

Eslohe.   Ein Sauerländer als Film-Star: Meryl Streep und Pierce Brosnan fahren in der Fortsetzung des Kinohits „Mamma Mia“ mit Ingo Hoffmanns Land Rover.

Einen Oscar wird er wohl nicht für seine Rolle in „Mamma Mia 2“ (Kinostart: 19. Juli) bekommen. Dennoch ist der Sauerländer der heimliche Star bei der Fortsetzung des Musicalfilms „Mamma Mia“, dem Kinohit des Jahres 2008. Trotz der Konkurrenz von Hollywood-Größen wie Meryl Streep, Pierce Brosnan oder Colin Firth.

Wiewohl „Landy“, so sein Name, kein Mensch aus Fleisch und Blut ist, sondern ein Geländewagen aus Aluminium und Öl. Für den Film rund um die Hits der schwedischen Popgruppe Abba verkaufte der Esloher Ingo Hoffmann seinen Land Rover der 3er-Serie (Baujahr 1978) nach Großbritannien. Wenn man so will: Landy goes to Hollywood . Oder in diesem Fall: Landy geht nach London, zu den Filmstudios.

Er kannte den Kinofilm nicht

„Natürlich ist mir Abba ein Begriff“, sagt Ingo Hoffmann, „aber von dem Kinofilm habe ich vorher nichts gehört.“ So hatte er nicht mitbekommen, dass die grandiose Meryl Streep im ersten „Mamma Mia“-Teil mit einem blauen Land Rover umherdüste. Dessen wirklicher Besitzer wollte sein altes Schätzchen für die Fortsetzung nicht mehr hergeben. Bei der Suche nach einem Ersatzwagen wurde die Produktionsfirma bei mobile.de fündig. Dort hatte ein gewisser Ingo Hoffmann inseriert: einen Land Rover mit 2,25-Liter-Benzinmotor und 69 PS.

Der Elektrotechnikermeister war gerade auf der Arbeit, als sein Handy klingelte und sich eine englische Stimme meldete. „Ich habe es für ein Vertelleken gehalten“, sagt der 43-Jährige im schönsten Sauerland-Deutsch. Will heißen: Er dachte, jemand wolle ihn auf den Arm nehmen. Der Anrufer mit Namen Alex King blieb hartnäckig, auch wenn sich die Verständigung eher schwierig gestaltete. „Ich kann nur noch ein bisschen Schulenglisch“, so Hoffmann. Was er verstand, war der Hinweis, dass der Anrufer den Kaufpreis für den Wagen überweisen wollte. „Das war mir suspekt. Ich sagte ihm, dass ich ,only cash on the table’ (Geld auf den Tisch) haben wolle.“

Land Rover ging an Koordinator für Filmautos

Das Telefonat wurde auch nicht einfacher, als eine Dolmetscherin das Gespräch auf britischer Seite fortsetzte. „Die Dame mit ihrem Deutsch habe ich noch schlechter verstanden.“ Letztlich verständigte man sich per E-Mail, dass ein gewisser Billy den Wagen abholt. Wie Ingo Hoffmann und seine Freundin später googelten, ist Alex King ein international bekannter Fahrzeug-Koordinator für Filmautos.

Jedenfalls stand Billy tatsächlich eines Tages vor der Haustür in Eslohe und lud den Land Rover auf den Anhänger. Als müsse er einen Beleg für die ungewöhnliche Geschichte vorlegen, zeigt Hoffmann den Kaufvertrag. Als Käufer tauchen „Obscure Pictures Ltd“ und „Shepperton Studios“ in London auf.

800 bis 1000 Arbeitsstunden investiert

Als Hobby-Schrauber Hoffmann den Film-Landy vor einigen Jahren kaufte, zerlegte er ihn komplett und baute ihn neu auf. 800 bis 1000 Arbeitsstunden hat er im wahrsten Sinne des Wortes geschraubt. Vor 15 Jahren hatte sich der Sauerländer den ersten Land Rover zugelegt und sich einen Kindheitstraum erfüllt. Damals sah er die markanten Fahrzeuge in der Nachbarschaft bei einem Manöver der britischen Armee.

Der Elektrotechnikermeister ist reiner Land Rover-Autodidakt. Er hat sich jeden Handgriff selbst beigebracht, mit Hilfe von Fachliteratur oder Internet-Foren. Bleibt die Frage, warum man sich für ein Fahrzeug begeistert, dass laut und unbequem ist, 17 bis 20 Liter Benzin pro 100 Kilometer verbraucht und schon einmal liegen bleiben kann. Ingo Hoffmann lacht: „Manchmal möchte ich den schon anzünden“, sagt er. „Einen Land Rover fahren, das müssen Sie wollen.“ Hoffmann bittet die Reporter ins „ölige Zimmer“ (in die Werkstatt), öffnet die Motorklappe und bekommt leuchtende Augen: „Schauen Sie sich die einfache, robuste Technik an. Hier gibt es keine Kunststoffabdeckung oder einen Diagnosestecker.“

Bereits Karten für „Mamma Mia 2“

Apropos schauen: Ingo Hoffmann und seine Freundin haben bereits Karten für eine Mamma-Mia-Vorstellung im Altenhundemer Kino bestellt. „Wir gehen mit unserer Clique hin.“ Dass sein Landy - so nennt ein Land Rover-Fan sein Fahrzeug - tatsächlich bei den Dreharbeiten zu „Mamma Mia 2“ gefahren wurde, davon hat sich der ehemalige Besitzer aus Eslohe bereits bei einer Vorschau im Internet überzeugen können. Zwar wurde der Land Rover - damit er wie das Original im ersten Film aussieht - neu lackiert (blau statt hellgrün) und das Ursprungs-Dach abgenommen. Aber: „Er ist es. Ich habe ihn an den Spiegeln und den Reifen erkannt.“

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