Bundestagswahl

Schlagabtausch bleibt aus bei Diskussion in Meschede

Bei der Podiumsdiskussion (von links): Reinhard Prange (Linke), Annika Neumeister (Grüne), die beiden Moderaten Nicola Collas und Patrick Feldmann, Patrick Sensburg (CDU), Dirk Wiese (SPD) und Carlo Cronenberg (FDP). 

Foto: Jürgen Kortmann

Bei der Podiumsdiskussion (von links): Reinhard Prange (Linke), Annika Neumeister (Grüne), die beiden Moderaten Nicola Collas und Patrick Feldmann, Patrick Sensburg (CDU), Dirk Wiese (SPD) und Carlo Cronenberg (FDP).  Foto: Jürgen Kortmann

Meschede.   Etwa 100 Zuhörer verfolgen die Podiumsdiskussion der Bundestagskandidaten in Meschede. Viele Unterschiede werden dabei nicht deutlich.

Nach der Bürgermeister- und der Landtagswahl hat die Interessengemeinschaft Mescheder Wirtschaft IMW auch zur Bundestagswahl eine Podiumsrunde mit Kandidaten organisiert. Vorsitzender Meinolf Ewers betonte angesichts von 46 Prozent der Wähler, die sich laut Umfrage noch nicht entschieden haben: „So hoch war die Unentschlossenheit kurz vor einer Wahl noch nie.“ Die Podiumsdiskussion sollte da weiterhelfen. Ein Schlagabtausch blieb allerdings aus.

Die Kandidaten

Auf dem Podium im Abteiforum saßen die beiden Amtsinhaber Patrick Sensburg (46, CDU), Dirk Wiese (34, SPD), dazu Carlo Cronenberg (55, FDP), Annika Neumeister (30, Grüne) und Reinhard Prange (70, Linke). Persönliche Details nannten Wiese (verheiratet, ein Sohn), Cronenberg (verheiratet, drei Kinder), Prange („47 Jahre mit einer Frau verheiratet“, drei Kinder). Sensburg und Neumeister gingen nicht darauf ein. Vertreter von AfD und Piraten fehlten: Beide Parteien waren zwar vorher dazu eingeladen worden, hatten aber nicht einmal geantwortet.

Die Zuhörer

Die Atmosphäre: beinahe wohnzimmerlich. Publikum und Kandidaten waren fast auf Augenhöhe, die Bewerber saßen auf schwarzen Ledergarnituren. Rund 100 Zuhörer kamen.

Zwei Stunden und fünf Minuten hörten sie zu. Die Zeit war knapp, es kam nur zu drei Rückfragen von Zuhörern. Von ihnen waren die meisten aus Reihen der Wirtschaft, dazu der Parteien – man merkte es am Ende am Beifall, als jeder Kandidat noch einmal werben durfte und dann auffällig nach Parteibuch geklatscht wurde.

Das Virtuelle

Nicht vorher angekündigt (damit nicht deswegen womöglich Zuhörer wegblieben) hatte IMW eine parallele Übertragung der Diskussion auf Facebook: Es hat rund 700 Aufrufe gegeben, im Schnitt schauten 10 Leute zu – der Aufforderung der Moderatoren Nicola Collas und Patrick Feldmann, auch darüber Fragen zu stellen, folgte niemand: Es wurde jedenfalls keine behandelt. Verlesen wurden nur zwei Mitteilungen, wonach man in der Eichenstraße und auf Sardinien die Diskussion empfangen könne.

Die Einigkeit

Einigkeit bei den meisten Themen: Angesichts sprudelnder Steuereinnahmen sollten Schulden einerseits abgebaut werden, es müsse aber andererseits investiert werden, vor allem in die Infrastruktur. Die Breitbandversorgung muss verbessert werden. Alle sehen Europa als Friedensmodell, alle ärgern sich über Donald Trump.

Die Details

In den nur knapp zwei Stunden wurde die Zeit knapp. Unterschiede wurden nur in Details angedeutet: Alle wollen einen Bürokratieabbau, der Liberale Cronenberg ein wenig energischer („Die Leute fühlen sich gegängelt“). Sensburg verwies zum Beispiel darauf, dass viele Forderungen für neue Regulierungen nicht von der Politik, sondern von Berufsgenossenschaften und Verbänden kämen.

Wiese erwartet von Unternehmen konkrete Hinweise, wo denn überreguliert würde – ansonsten meinte er, mit Blick auf Südeuropa: „Eine gute öffentliche Verwaltung ist doch nicht verkehrt.“ Prange sieht „keine überbordende Bürokratie hier vor Ort“, Neumeister meinte, „Bürokratie ist manchmal auch wirklich nützlich“.

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