Umweltschutz

Schlimm: Am Alfert-Stausee in Ostwig nisten Schwäne im Müll

Müllproblem am Alfert-Stausee in Ostwig.

Müllproblem am Alfert-Stausee in Ostwig.

Foto: Margret Kotzerke

Ostwig.   Am Alfert-Stausee in Ostwig brüten Schwäne im Müll. Ein Anblick, der Tierfreunden das Herz bricht. Jemand hat sogar schon ein Schild aufgehangen.

Schwäne, die zwischen Kanistern, Flaschen und Plastik brüten. Dieser Anblick schmerzt Margret Kotzerke. Am Alfert-Stausee wollte die Hobbyfotografin eigentlich ein paar schöne Fotos für ihre Seite „Augenwinkel Fotografie“ aufnehmen. Sie mag dieses idyllische Fleckchen Erde.

„Der brütende Schwan ist von Müll umzingelt. Und nicht nur das: Der Seesaum ist mit Unrat dekoriert. Auf einer Strecke von mindestens 100 Meter“, beschreibt sie die Situation. Da der Müll überall verteilt läge, sei dies schwer auf einem Foto einzufangen. „In Wirklichkeit sieht es noch viel schlimmer aus.“

Hinweisschild für Tierfreunde

Auch anderen ist der verwahrloste Zustand des Sees aufgefallen. Unbekannte hatten am Geländer schon ein Schild angebracht, auf dem an Tierfreunde appelliert wird. „Bitte beseitigt euren Verpackungsmüll. Die Tiere und die Umwelt werden es uns danken“.

Betreiber des Stausees mit seinem dazugehörigen Kraftwerk sind die Stadtwerke Mainz. Sie geben sich auf eine Presseanfrage unserer Zeitung äußerst wortkarg: „Das ist die leider übliche Verschmutzung mit Zivilisationsmüll. An den Kraftwerken entsorgen wir diesen Abfall in der Regel, allerdings können wir nicht den ganzen Flussabschnitt freihalten“, teilt Pressesprecher Michael Theuer auf eine schriftliche Anfrage mit. Der Verursacher sei jemand, der den Müll in die Ruhr geworfen habe. „Sollte man jemanden beobachten, kann man diesen gern beim Ordnungsamt melden“, so Theurer. Mehr Worte macht er in der Sache nicht.

Gemeinde nicht zuständig

Gemeinde-Pressesprecher Jörg Fröhling bedauert den Zustand am Gewässer immerhin, betont aber ausdrücklich, dass die Gemeinde in diesem Fall tatsächlich nicht zuständig sei. Der Bereich liege komplett in der Verantwortung der Stadtwerke Mainz. Gleichwohl nutzt Fröhling die Gelegenheit, für den Appell, Müll nicht gleichgültig in der Landschaft zu hinterlassen oder in Gewässer zu werfen.

„Grundsätzlich gilt: Was nicht reingeworfen wird, muss auch nicht wieder rausgefischt werden“, so Fröhling. Der Bereich des Stausees sei aus Sicht der Verwaltung und des Bauhofs kein auffälliger Problempunkt. Man habe ihn im Blick, wie jede andere Stelle in der Gemeinde auch. Wenn der Müll am und im Gewässers überhand nehme, werde die Gemeinde mit den Mainzer Stadtwerken Kontakt aufnehmen.

Wo Müllsünder zahlen mussten

Zuletzt war der Gemeinde bei der Ermittlung von Müllsündern ein Doppelschlag gelungen. Im Bereich der Veleda-Höhle hatte ein „fliegender Schrotthändler“ größere Mengen an Mobiliar und Hausmüll entsorgt. Darunter befanden sich unter anderem Schriftstücke eines Bestwigers. Er war davon ausgegangen, dass der Händler den Müll fachgerecht entsorgt und muss nun für die Entsorgungskosten aufkommen, nachdem der Bauhof den Müll eingesammelt hatte. Laut Gemeinde kommen hier mehrere hundert Euro auf ihn zu.

In einem zweiten Fall waren während Feier an der Schutzhütte am Bähnchen großräumig Abfälle verteilt worden. Hier kam die Gemeinde dem Verursacher durch Hinweise aus der Bevölkerung auf die Spur.

Auch er muss nun die Kosten für die Reinigung übernehmen - laut Gemeinde ebenfalls ein Betrag im dreistelligen Bereich.

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