Gericht

Schmallenberg: Betrunken Unfall gebaut und geprügelt

Ein junger Mann hebt seine geballte Faust. Ein 18-jähriger Grafschafter hat sich betrunken mit einem Freund geprügelt. Deswegen - und wegen noch zwei weiteren Straftaten - musste er sich nun vor Gericht verantworten.

Ein junger Mann hebt seine geballte Faust. Ein 18-jähriger Grafschafter hat sich betrunken mit einem Freund geprügelt. Deswegen - und wegen noch zwei weiteren Straftaten - musste er sich nun vor Gericht verantworten.

Foto: dpa

Bad Fredeburg.  Wegen gleich drei Straftaten musste sich ein 18-jähriger Grafschafter vor Gericht in Bad Fredeburg verantworten - und wurde verurteilt.

Trunkenheit am Steuer, Unfallflucht und Körperverletzung: Wegen gleich drei Taten saß ein 18-Jähriger Grafschafter nun im Amtsgericht in Bad Fredeburg auf der Anklagebank. „Alle hatten mit Alkohol zu tun“, so Richter Ralf Fischer. Der Angeklagte war in Fleckenberg mit seinem Wagen betrunken nachts gegen ein Verkehrsschild gefahren, das Fahrzeug überschlug sich und blieb auf der Seite liegen.

Doch statt am Unfallort zu warten, soll der 18-Jährige abgehauen sein - so steht es zumindest in der Anklageschrift. Verurteilt wurde der 18-Jährige nun zu einer Geldstrafe in Höhe von 400 Euro und einer Führerscheinsperre von 10 Monaten. Zwei Verfahren wurden eingestellt.

Der Unfall

Wie es zu dem Unfall kommen konnte? Der junge Mann fuhr betrunken. „Ich weiß dass das dumm war“, gibt er im Nachhinein zu. Er sei zu schnell gefahren, habe die Kontrolle über den Wagen verloren und sei „fast frontal ins Schild reingefahren“, so Fischer. 0,68 Promille wurden beim Bluttest auf der Polizeiwache festgestellt - einen Führerschein hatte der junge Mann nicht. Bei der Trunkenheitsfahrt habe er nicht nur sein eigenes Leben, sondern auch das seines Beifahrers gefährdet, so Fischer: „Das hätte deutlich schlimmer enden können.“ Das weiß auch der Angeklagte: „Ich habe wirklich aus meinen Fehlern gelernt“, beteuerte er.

Gegen den Vorwurf der Fahrerflucht wehrte er sich jedoch: „Ich habe länger als eine halbe Stunde gewartet. Weil mein Handy-Akku leer war bin ich dann nach Hause gelaufen.“ Dort habe er mit seiner Mutter sofort die Polizei verständigt - „die Unfallstelle hatten wir gesichert.“

Die Prügelei

Auch die Körperverletzung geschah anscheinend unter Alkoholeinfluss, bei einer Karnevalsfeier in Grafschaft. Dort soll er einen ebenfalls 18-Jährigen aus Grafschaft mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben. Beide Männer wurden verletzt. An den Grund für die Auseinandersetzung konnte sich der 18-Jährige „nicht mehr ganz erinnern.“ Der Zeuge hingegen schon: „Wir waren feiern. Draußen saß er dann total betrunken auf der Bank. Eine Freundin wollte zu ihm hin. Dann hat er total gelallt und mich komisch im Gesicht angefasst“, erinnerte er sich zurück. „Ich habe ihm Wasser angeboten, er wollte nicht. Dann hat er mich weggeschubst. Ich war daraufhin natürlich gereizt und wollte ihm eigentlich eine verpassen. Meine Freunde haben mich abgehalten.“

Dann sei erst mal gar nichts passiert - „wir haben drinnen weiter gefeiert.“ Irgendwann habe der Zeuge dann mitbekommen, dass der 18-Jährige von der Security „rausgeworfen wurde.“ Auf dem Nachhauseweg habe er bei ihm vorbeischauen wollen, um die Sache zu klären und ihn zur Rede zu stellen. „Ich habe dann bei ihm geklingelt. Dann ging die Tür auf und auf einmal haben wir uns geboxt. Wer den ersten Schlag gemacht hat, das weiß ich nicht mehr“, gab er zu. Er sei nur leicht verletzt worden - „ein bisschen Nasenbluten“ - ebenso der Angeklagte: „Ich hatte ein blaues Auge.“ Aber bereits am nächsten Tag hätten sie sich noch einmal getroffen und sich vertragen.

Das Urteil

Verurteilt wurde der 18-Jährige aus Grafschaft zu einer Geldstrafe in Höhe von 400 Euro und einer Führerscheinsperre von 10 Monaten. Am Ende bliebe nur die Trunkenheit am Steuer und die fahrlässige Gefährdung im Straßenverkehr. „Denn ich glaube Ihnen, dass Sie gewartet haben und erst dann nach Hause gegangen sind. Es spricht für Sie, dass Sie selbst die Polizei verständigt haben.“ Da zudem nicht festgestellt werden könne, wer zuerst geschlagen habe, wurde das Verfahren wegen Körperverletzung eingestellt. „Aber ich glaube, dass Sie ein Problem mit Alkohol haben - oder zumindest, sich betrunken zu benehmen“, so Fischer, der deswegen auch zwei Termine bei einer Beratungsstelle für Suchtgefahr anordnete. „Denn alle Taten - auch die in ihrer Vergangenheit - stehen im Zusammenhang mit Alkohol.“ Das Urteil ist bereits rechtskräftig.

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