Umweltschutz

Schmallenberg hat nun einen Technischen Gebäudeausrüster

Christoph Rickert auf dem Dach der Turnhalle des Schulzentrums in Bad Fredeburg. Die Photovoltaik-Anlage ist noch im Aufbau. Rickert ist bei der Stadt Schmallenberg als Technischer Gebäudeausrüster angestellt. 

Christoph Rickert auf dem Dach der Turnhalle des Schulzentrums in Bad Fredeburg. Die Photovoltaik-Anlage ist noch im Aufbau. Rickert ist bei der Stadt Schmallenberg als Technischer Gebäudeausrüster angestellt. 

Foto: Johanna Meier

Schmallenberg.  Um die Anlagentechnik der Stadt Schmallenberg energieeffizient zu optimieren, arbeitet Christoph Rickert als erster Technischer Gebäudeausrüster.

Zu Anfang August suchte die Stadt Schmallenberg eine ergänzende Kraft im Rahmen des Gebäudemanagements, die mit möglichst allen technischen Bestandteilen der Liegenschaften vertraut ist und Optimierungsmöglichkeiten zur Energieeinsparung durch Anpassungen oder Umrüstung erkennt sowie umsetzen beziehungsweise begleiten kann.

Diese Person wurde in Christoph Rickert gefunden. Der gebürtige Schmallenberger lebt mit seiner Familie in seiner Heimatstadt und besetzt dort nun die neu geschaffene Arbeitsstelle „Technischer Gebäudeausrüster“ mit dem Schwerpunkt Klima- und Umweltschutz.

Aufgaben

Doch was hat es mit diesem Job auf sich? Laut Rickert besteht die primäre Aufgabe in der Überprüfung und energetischen Optimierung der Anlagentechnik in den städtischen Liegenschaften. Eine bestmögliche Einstellung der Bestandstechnik sowie das Erarbeiten von Sanierungsmaßnahmen mit dem Einsatz energieeffizienter und möglichst auch regenerativer Energie gehören ebenso zu den Kernaufgaben, wie auch der Aufbau eines zentralen Energiemanagements für die städtischen Gebäude.

Zudem steht Rickert in Kontakt mit Planungsbüros und Handwerksunternehmen und muss sich dahingehend mit jenen zusammen in Planung und Umsetzung von entsprechenden Maßnahmen abstimmen. Im Berufsalltag gestalten sich diese Aufgaben Rickert zufolge sehr dynamisch und variieren unteranderem zwischen dem Überprüfen von Bestandsunterlagen, Liegenschafts-bezogenen Bestandsaufnahmen, dem Einsatz von Messtechnik und der sich daran anschließenden Auswertung von Messungen, Fördermittel-Recherche sowie der Begleitung von externen Planungsleistungen.

„Es ist sehr abwechslungsreich und der Bezug zur Technik geht nicht verloren“, so Rickert. Wichtig sei es dabei, den Überblick zu behalten und die aktuellen Entwicklungen von Technik, Förderungsmöglichkeiten und Regelwerken zu kennen.

Klima- und Umweltschutz

I

n Schmallenberg wurde und wird laut Rickert sowohl bei zurückliegenden als auch bei aktuellen Bauprojekten der Stadt energieeffizient saniert und investiert. Beispielsweise seien die energetische Sanierung von Gebäudehüllen und der Einbau von LED-Beleuchtung und aktueller Wärmeerzeuger selbstverständlich. Anzeichen, dass Schmallenberg sich mit dem Klima und Umweltschutz auseinandersetzt, sind Rickert zufolge die aktuelle Fortschreibung der CO2-Bilanz, die Einrichtung des Energie- und Klimabeirates als Untergruppe der Stadtvertretung sowie eine zukünftige Beteiligung an einem Web-Portal zum Thema Altbausanierung.

Doch wie sieht es mit erneuerbaren Energien aus – Ein Thema für Schmallenberg? „Unbedingt“, bestätigt Rickert. Aktuell werde auf dem Dach der Turnhalle am Schulzentrum in Bad Fredeburg eine große Photovoltaik-Anlage errichtet, weitere seien in Prüfung. Auch werde für den Ortsteil Holthausen die Machbarkeit eines Nahwärmenetzes, versorgt durch einen GEO-Großkollektor, hinterfragt. Der Einsatz von Blockheizkraftwerk- und Wärmepumpentechnik bei der Sanierung von Heizzentralen sowie diverse Umrüstungen im Bestand hin zu energieeffizienter Lüftungstechnik mit Wärmerückgewinnungssystemen seien zudem in Bearbeitung.

Ziele

Rickert zufolge nehme die Stadt es sich für die Zukunft zum Ziel, die CO2-Bilanz durch Einsparen von Energie weiter zu verbessern, den Einsatz regenerativer Energie zu steigern sowie veraltete gegen aktuelle und effiziente Anlagentechnik zu ersetzen. Zusätzlich ist es Rickert persönlich wichtig, ein zentrales Energiemanagement-System aufzubauen, das möglichst alle Liegenschaften erreicht und aktuelle Zahlen zu Strom-, Gas-, Öl-, Pellet- und Wasser-Verbrauch dauerhaft transparent macht. Ferner setzt er sich für den Aufbau einer umfassenden und aktuellen Datenstruktur zu den technischen Anlagen in den städtischen Gebäuden ein. Sein Anliegen: „Alle Technik-Oldtimer sollten ausgetauscht werden.“

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