Menschen in Schmallenberg

„Schmallenberg ist ruhig, aber nicht verschlafen“

Katrin Föster (48) betreibt in Schmallenberg und Meschede eine Buchhandlung

Katrin Föster (48) betreibt in Schmallenberg und Meschede eine Buchhandlung

Foto: Magdalena Tigges

Schmallenberg.   Katrin Föster betreibt in Schmallenberg „Bücher und mehr“. Sie hat schon in New York gelebt - auch deshalb schätzt sie das Sauerland.

Die Meschederin Katrin Föster (48) hat in Schmallenberg die Buchhandlung „Bücher und mehr““ übernommen. Im Interview erzählt Sie wie es dazu kam, und warum ihr das Sauerland so gefällt:

Was führt Sie nach Schmallenberg?

Katrin Föster: Ich bin mit einem Fredeburger verheiratet und habe mitbekommen, dass die Buchhandlung in Schmallenberg zum Verkauf steht. Am 1. Januar 2018 habe ich das Geschäft dann hier übernommen. Ich habe aber bereites seit 2012 eine Buchhandlung in Meschede.

Wie sind Sie zum Buchhandel gekommen, und warum haben Sie einen zweiten Laden übernommen?

Ich bin eigentlich studierte Volkswirtin, habe aber während meines Studiums schon immer im Buchbereich gearbeitet. Für ein Praktikum und später auch als reguläre Stelle arbeitete ich in New York im Verlagswesen in der Verkaufs- und Marketingabteilung. Zurück in Deutschland habe ich in diesem Bereich keine passende Stelle gefunden. Nach der Geburt meiner ersten Tochter habe ich erst stundenweise und später dann halbtags in einer Buchhandlung gearbeitet. 2015 machte ich mich dann mit einer eigenen Buchhandlung in Meschede selbstständig. Mit der Übernahme der Buchhandlung in Schmallenberg wollte ich mich einfach breiter aufstellen. Ich denke, es ist nicht verkehrt, wenn man nicht nur auf einem Bein steht.

Warum gefällt Ihnen Ihr Beruf?

Er ist sehr kommunikativ, ich habe mit sehr vielen verschiedenen Menschen zu tun. Auf der Buchmesse in Frankfurt treffe ich auf meine Verlagsvertreter. Wir sprechen über die neuen Programme, und ich kaufe bei ihnen ein. Zweimal im Jahr besuchen sie mich aber auch in der Buchhandlung. Dazu kommen die Gespräche mit den Lesern. Jeder Tag ist anders und ich muss mich mit vielen verschiedenen Themen befassen, das macht Spaß und ist sehr spannend.

Was gefällt Ihnen an Schmallenberg?

Mir gefällt besonders der alte Innenstadtbereich. Es zeigt ein sehr liebvolles Stadtbild, das auch für die Touristen anziehend ist. Zudem gefallen mir die vielen inhabergeführten Einzelhandelsläden und dass es so wenig Ketten gibt.

Was bedeutet Heimat für Sie?

Heimat ist für mich immer mit Familie verbunden und einem Ort, an dem man sich wohlfühlt. Eben ein Ort mit hoher Lebensqualität und die hat das Sauerland einfach. Ich habe auch in vielen Großstädten gelebt, da ist es hektisch und nicht so geerdet wie hier. Schmallenberg ist ruhig, aber nicht verschlafen. Man fühlt sich hier einfach wohl.

Wie sind Ihre Wünsche für den Schmallenberger Einzelhandel?

Ich würde mir wünschen, dass vor allem die Jugendlichen erst einmal gucken, was sie hier alles im Handel bekommen und dann erst im Internet nachsehen. Man sollte schließlich auch im Hinterkopf behalten, dass man ja auch gerne möchte, dass alles hier bleibt, was schon da ist. Ich kann die Jugendlichen natürlich auch verstehen, dass sie nicht ganz zufrieden sind mit dem Angebot, aber auch als Einzelhändler ist es schwierig, eine so große Auswahl für die Jugendlichen vorzuhalten. Zudem muss man auch dazu sagen, dass Jugendliche nicht die kaufkräftigsten Kunden sind. Mit einer Kombination aus Ladenlokal und Internethandel bekommt man es aber gut hin.

Was wünschen Sie sich für Schmallenberg in der Zukunft?

Ich wünsche mir, dass das kulturelle Angebot so bleibt, wie es ist. Es gibt hier ein breites Spektrum von Theateraufführungen und Konzerten bis hin zu der Textile. Da ist für jeden was dabei. Auch würde ich mir wünschen, dass der Einzelhandel so bleibt, wie er ist und sich an einzelnen Stellen optimiert, um so zukunftsträchtig zu werden, dass der Branchenmix über die Zeit erhalten bleibt.

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