Forst

Schmallenberg: Sorge vor Winterstürmen bei Waldbesitzern

Gelagerte Holzstämme sind teils vom Borkenkäfer befallen (Symbolfoto). Befallenes Holz aus Schmallenberg soll schnellstmöglich geerntet werden.

Gelagerte Holzstämme sind teils vom Borkenkäfer befallen (Symbolfoto). Befallenes Holz aus Schmallenberg soll schnellstmöglich geerntet werden.

Foto: WP

Schmallenberg.  Die Regionalkommission des Forstamtes zieht Bilanz zu Schäden im Wald. Sturmholz könnte den Holzmarkt weiter belasten und das Preisniveau drücken

Vor Kurzem tagte unter dem Vorsitz von Georg Feldmann-Schütte zum zweiten Mal in diesem Jahr die Regionalkommission des Forstamtes. Auch diese Sitzung des Beratungsgremiums fand mit erweiterten Teilnehmerkreis statt, um im Sinne eines Runden Tisches die Krisensituation im Wald zu erörtern. Zunächst stellte das Forstamt den aktuellen Sachstand vor: Im Vergleich zur landesweiten Entwicklung sehe die Situation vor allem in den Hochlagen um Schmallenberg und Winterberg noch besser aus. Deshalb sei es hier besonders wichtig, befallene Bäume in den nächsten Wochen zu ernten und aus dem Wald zu bringen. Sollte dies aufgrund fehlender Verkaufskontingente nicht möglich sein, könne der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln erforderlich werden. Mit Blick auf den Winter gibt es aber auch Sorgen in der Branche.

Sorge vor Winterstürmen

Sorgenfalten auf der Stirn von Waldbesitzern und heimischen Sägewerken kommen beim Gedanken an mögliche Winterstürme in den kommenden Monaten auf. „Dieses Sturmholz würde den Holzmarkt zusätzlich belasten und das Preisniveau weiter drücken“, heißt es dazu. Deshalb war es eine gute Nachricht, dass Wald und Holz NRW gemeinsam mit dem Hochsauerlandkreis (HSK) Potenzialflächen für Nassholzlagerplätze identifiziert hat. Für einen Teil der Flächen liege die Zustimmung der Eigentümer vor, so dass interessierte Betreiber sich bereits jetzt diese Lagerkapazitäten sichern können.

Ein entsprechender Antrag muss an den HSK gestellt werden. Im zweiten Teil wurden in einer 360-Grad-Betrachtung verschiedene Themen diskutiert und Prognosen gewagt. Norbert Geisthoff vom Waldschutzmanagement des Landesbetriebs referierte zu den aktuellen und potenziellen Gefahren der Dürre- und Borkenkäferschäden. Insbesondere die immens hohen Käferzahlen in Bäumen und Waldboden bereiten den Experten große Sorgen. „Neben einem hoffentlich nasskalten Winter ist die konsequente Bekämpfung des Käfers die aussichtsreichste Möglichkeit auf eine Abschwächung der Kalamität im nächsten Jahr.“

Folgen werden Jahre spürbar sein

Dr. Klaus Hillebrand (Oberfinanzdirektion NRW) stellte in seinem Vortrag die steuerlichen Auswirkungen der Großkalamität vor. Er wies auf die verschiedenen Möglichkeiten zur Abmilderung der Steuerlast hin, erinnerte aber an die entsprechenden Meldepflichten.

Diese seien für die Finanzämter bindend und sollten vom Waldbesitz beachtet werden. In seinem Bericht zum Holzmarkt blieb Dr. Hubertus Weber vom „Team Timber“ vorsichtig optimistisch. Obwohl die Überversorgung und eine zunehmende Qualitätsverschlechterung beim Rohholz derzeit allen Marktpartnern große Probleme machen, sieht er in der robusten Konjunktur und dem weiterhin großen „Holzhunger“ in Mitteleuropa Chancen, mittel- und langfristig diese Krise zu meistern.

Abschließend bewertete Thomas Weber vom Sauerland-Tourismus aus Schmallenberg die Folgen für den Lebens- und Erholungsraum Sauerland. Das Sauerland werde von Einheimischen und Gästen gleichermaßen als Waldland wahrgenommen.

Erneuter Austausch geplant

„Für viele Aktivitäten ist ein intakter Wald die Grundlage“. Insofern habe er großes Verständnis für die Sorgen der Branche und hoffe auf eine weiterhin gute Zusammenarbeit und abgestimmte Kommunikation. Die insgesamt mehr als 30 Branchenvertreter waren sich einig darin, dass die derzeitige Krise ohne Beispiel ist und deren Folgen noch auf Jahre zu spüren sein werden. Umso wichtiger wurde der fachliche Austausch aller Beteiligten eingeschätzt. So hat man sich darauf verständigt, 2020 ein weiteres Treffen mit Exkursion in die betroffenen Wälder durchzuführen.

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