Gericht

Schmallenberger (23) will 19-Jährige zum Sex zwingen

Über eine Dating-App lernten sich der Schmallenberger und die 19-Jährige kennen.

Über eine Dating-App lernten sich der Schmallenberger und die 19-Jährige kennen.

Foto: Johannes Schmitt-Tegge / dpa

Bad Berleburg/Schmallenberg.  Ein Schmallenberger und eine Laaspherin hatten eine Sex-Affäre: Doch in einem Waldstück ging der 23-Jährige zu weit. Jetzt wurde er verurteilt.

Eine zu Beginn einvernehmliche Sex-Beziehung bringt jetzt für einen 23-jährigen Schmallenberger schwere Folgen mit sich: Er muss sich vor dem Schöffengericht Bad Berleburg wegen eines sexuellen Übergriffs verantworten – und erhält eine zehnmonatige Haftstrafe auf Bewährung. Außerdem muss er dem 19-jährigen Opfer, einer jungen Frau aus Bad Berleburg, Schmerzensgeld in Höhe von 1000 Euro zahlen.

Angeklagter streitet Vorwürfe zunächst ab

Die Vorwürfe die Staatsanwalt Dennis Lotz vertrug, hatten es in sich: Der Angeklagte soll die Bad Laaspherin, die als Zeugin und Nebenklägerin zu der Gerichtsverhandlung erschienen war, im Juni 2018 in seinem Auto in einem Waldstück bei Sassenhausen mehrfach zu sexuellen Handlungen gedrängt haben. Dabei soll er sie aufgefordert haben, dass sie ihn - gegen ihren Willen - berührt.

Zu diesen Vorwürfen äußerte sich der Mann auf der Anklagebank zunächst nicht. Verteidiger Marcel Tomczak übernahm das Reden für seinen Mandanten: „Er bestreitet es, sexuelle Handlungen vorgenommen zu haben, die nicht einvernehmlich gewesen sind.“

Über Dating-Plattform kennengelernt

Auch zur Beziehung zwischen dem Angeklagten und der Nebenklägerin machte Tomczak Angaben: Der 23-Jährige und die 19-Jährige sollen sich auf einer Dating-Plattform im Internet kennengelernt und in der Folge eine circa anderthalbjährige Beziehung geführt haben, die lediglich auf Sex basierte.

„Wir sind meistens in den Wald gefahren und hatten dort Sex. Etwa viermal im Monat. Wir sind nie ins Kino gegangen oder so. Es ging nur um Sex“, erinnerte sich der angeklagte Schmallenberger. Nach dem Vorfall im Juni 2018 soll die Beziehung dann abrupt zu Ende gewesen sein, es habe kein Kontakt mehr stattgefunden.

Auf konkrete Fragen des Vorsitzenden Richters Torsten Hoffmann zum angeklagten Vorfall und dazu, ob sich die 19-Jährige gegen das Verhalten des Angeklagten gewehrt habe, konnte der Angeklagte nur eine ausweichende Antwort geben: „Ich weiß es nicht mehr. Ich kann mich nicht mehr erinnern“, hieß es immer wieder.

Eindeutige Spuren am T-Shirt des Opfers

Dann folgte der Durchbruch in einer Sitzungsunterbrechung: Nach einer einstündigen Rechtsbesprechung zwischen dem Gericht, dem Anklagevertreter, der Nebenklagevertreterin und dem Verteidiger, wurde dem Angeklagten deutlich gemacht, dass ein Geständnis eine strafmildernde Wirkung haben könne. Hintergrund war auch, dass es eine eindeutige Spurenlage an einem T-Shirt des Opfers gab. „Mein Mandant räumt den Tatvorwurf aus der Anklage ein“, hieß es dann von Seiten der Anklagebank.

Aussage des Opfers wird verlesen

Die junge Frau musste vor Gericht nicht aussagen, doch Richter Hoffmann gab den Anwesenden einen Einblick in die Aussage, die sie bei einer polizeilichen Vernehmung nach den Vorfällen im Wald gemacht hatte: „Er hat mich angefasst. Ich habe seine Hände weggeschoben. Ich habe meine komplette Kraft eingesetzt. Gesprochen haben wir nicht. Irgendwann habe ich angefangen zu weinen. Als er sich wieder angezogen hatte, entschuldigte er sich mehrfach bei mir“, so die Aussage.

„Sie haben das Vertrauensverhältnis zu der Nebenklägerin ausgenutzt“, hielt Staatsanwalt Lotz dem Angeklagten in seinem Plädoyer vor. Richter Hoffmann zu dem Angeklagten: „Sie haben der Zeugin mit ihrem Geständnis eine sehr belastende Aussage erspart.“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben