Tourismus

Schmallenberger Gastronomen sind gegen die Windkraft

Die Windräder bei Brilon Radlinghausensind ein abschreckendes Beispiel für die Schmallenberger. So soll es auf ihren Höhen nicht aussehen.

Die Windräder bei Brilon Radlinghausensind ein abschreckendes Beispiel für die Schmallenberger. So soll es auf ihren Höhen nicht aussehen.

Foto: Jutta Klute

Rimberg.   40 Sauerländer Gastronomen haben einen Zehn-Punkte-Plan gegen die Windkraft verabschiedet. Sie blicken auf Brilon und machen sich Sorgen.

„Kein einziges Windrad auf die Höhen des Sauerlands“, das ist die klare Ansage der Hochsauerländer Gastronomen. Zusammengefasst haben sie ihre Argumente nun in zehn Thesen, die sie den heimischen Politikern bereits zugestellt gaben. Der Landesregierung wollen sie diese auch noch übergeben, „als Rückenwind für die Änderung des Windenergieerlasses “, wie Sprecher Alfons Schnieder vom Hotel Rimberg betonte.

„Die Gäste kommen zu uns, weil sie Ruhe und Erholung suchen“, erklärte Rudolf Grobbel vom Schäferhof. „Wir haben hier noch ein intaktes Erholungsgebiet. Man darf hier nichts zerstören, was nie wieder zu zurückzuholen ist.“

Fast 40 Hoteliers haben laut Schnieder die zehn Thesen unterschrieben. Die Gastronomen verweisen darin auf ihre große Wirtschaftskraft. Rund 2000 Arbeitsplätze seien direkt oder indirekt in Schmallenberg und Winterberg von der Gastronomie abhängig. Und sie fürchten, dass rund 20 Prozent der Gäste fernbleiben, wenn sie auf Windräder blicken müssen.

Schnieder selbst hat innerhalb eines Jahres rund 2000 Unterschriften bei seinen Gästen gegen die Windräder gesammelt. Von seinem Hotel aus würde man auf das geplante Gebiet „Bracht-Knüppelhagen“ mit fünf geplanten Windräder blicken.

Zwar habe die Stadt die Abstandsflächen deutlich vergrößert“, zeigte sich Schnieder dankbar, doch immer noch gehe es um Anlagen, die in zwei Kilometer Abstand auf Bergen stehen, die 723 Meter hoch sind. „Dazu kommt die Anlagenhöhe von 230 Metern“, ergänzte Andreas Lippes vom Verein für Natur- und Umweltschutz Schmallenberg. „Dann befinden wir uns in Höhen von fast 1000 Metern. Die sieht man aus jeder Richtung.“

Wichtig ist Gastronomen und Umweltschützern, sich frühzeitig zu positionieren. In Brilon seien Bürger und Politiker nicht wachsam gewesen. „Was da gerade passiert, das ist doch erschreckend“, sagte Josef Wollmeiner vom gleichnamigen Gasthof in Oberrarbach.

Die zehn Punkte der Schmallenberger Touristiker (gekürzt)

1. Keine Windgeneratoren auf den Bergen des Hochsauerlandes.

2. Flora und Fauna so ursprünglich wie möglich bewahren.

3. Großbaustellen (für Windräder) vermeiden.

4. Keine Abholzung der Wälder, Gefahren für Vögel durch Rotoren, Störungen durch Geräusche und Schlagschatten verhindern.

5.Energiesparmaßnahmen und moderne Technologien sind die bessere Alternative.

6.Falsche Entscheidungen der letzten Landesregierung müssen korrigiert werden. Sie haben keine Rücksicht auf Mensch und Natur genommen und entsprangen der Profilisierungssucht einzelner Politiker.

7.Wir unterstützen die neue Landesregierung in ihrem Bestreben, die Windkrafterlasse zu überarbeiten, damit sie umweltschonender, naturverträglicher und sinnvoller werden. Die Tourismusregion Sauerland muss dringend geschützt werden.

8.In Winterberg und Schmallenberg ist der Tourismus einer der beschäftigungspolitisch wichtigsten Wirtschaftszweige mit mehr als zwei Millionen Übernachtungen im Jahr und tausenden Arbeitsplätzen. Andere Regionen sind besser für die Windkraft geeignet.

9. Der beispiellose S trukturwandel und die Vollbeschäftigung in der Region wurde und werden maßgeblich von der Tourismuswirtschaft mit den von ihr abhängigen Erwerbszweigen geschaffen. Die geschaffenen weichen Standortfaktoren machen den Standort attraktiv und liefern gute Argumente für potenzielle Arbeitnehmer.

10.Die reiseerfahrenen Deutschlandtouristen reagieren sensibel auf Eingriffe in die Natur. Sie suchen Stille und intakte Natur als Gegenpol zu Umweltbelastung, Licht- und Lärmverschmutzung. 22 Prozent der befragten Touristen geben in einer Hunsrücker-Studie an, dass sie beim Ausbau der Windkraft die Mittelgebirge als Urlaubsziele meiden werden.

Folgen Sie der WP Schmallenberg auf Facebook.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben