Tourismus

Schmallenberger Hoteliers stellen sich dem Gastro-Check

Die Qualität der Zimmer nehmen die Prüfer beim Gastro-Check genauso unter die Lupe wie die Restaurants und das Marketing der Betriebe – alles aus dem Blickwinkel des Gastes.

Foto: dpa/Swen Pförtner

Die Qualität der Zimmer nehmen die Prüfer beim Gastro-Check genauso unter die Lupe wie die Restaurants und das Marketing der Betriebe – alles aus dem Blickwinkel des Gastes. Foto: dpa/Swen Pförtner

Schmallenberg.  Ein Expertenteam nimmt fünf Schmallenberger Betrieb aus der Perspektive der Gäste unter die Lupe. Die Aktion soll in eine zweite Runde gehen.

Freiwillig auf den Prüfstand haben sich fünf Schmallenberger Gastgeber gestellt – im Gegenzug bekommen sie Tipps vom Expertenteam, damit ihr Betrieb in Zukunft möglichst noch runder läuft und die Urlauber zufrieden sind. „Gastro-Check“ heißt das Konzept, das aus Sicht von Tourismusdirektor Hubertus Schmidt ein Erfolg ist.

Was ist ein Gastro-Check konkret, also was schaut sich der Coach an?

Hubertus Schmidt: Aus touristischer Sicht wird die Atmosphäre im Betrieb bewertet. Das können bauliche Dinge, Zimmerausstattung und allgemeine Ausstattung sein – dabei behalten wir die Sternekategorie im Blick, die der Betrieb hat und somit die Erwartungshaltung des Gastes. Meine Mitarbeiterin und ich simulieren quasi den Aufenthalt des Gastes, angefangen von der Ankunft über den Empfang, den Eindruck der Zimmer, bis hin zu einem Aufenthalt im gastronomischen Bereich. Der Marketingexperte hat den Außenauftritt und die Marketingaktivitäten des Betriebes Print und Online bewertet. Ein Schwerpunkt lag dabei auf den Online-Aktivitäten, so wurde die Online-Buchbarkeit etc. in den Blick genommen. Die Stadtsparkasse Schmallenberg schlussendlich hat die betriebswirtschaftliche Situation des Unternehmens umfänglich aufgearbeitet.

Welche Vorteile bietet der Check den Betrieben im allgemeinen?

Die Unternehmen erhalten eine umfassende ganzheitliche Analyse von Experten, die ihnen auch nach Abschluss des Projekts noch zum Dialog zur Verfügung stehen. Zudem beugt der „Blick von außen“ der Betriebsblindheit vor und der Austausch der Gastro-Check-Teilnehmer untereinander wurde sehr positiv bewertet.

War es schwer, Betriebe zu finden, die bereit waren, sich einem Coach zu öffnen und wie lief die Zusammenarbeit?

Um in den Prozess aufgenommen zu werden, mussten die Betriebe einen umfangreichen Selbstcheck ausfüllen und es wurden vor Beginn Gespräche geführt. In den Gesprächen wurde deutlich kommuniziert, dass man sich und seinen Betrieb komplett öffnen müsse, um einen objektiven Einblick zu ermöglichen. Es haben sich ausreichend Betriebe gemeldet, die dieser Vorgehensweise zustimmen konnten.

Was sehen Sie als wichtigste Erkenntnis für alle Betriebe?

Grundsätzlich hat jeder Betrieb für sich wertvolle individuelle Erkenntnisse gewinnen können. Wesentliche Erkenntnis war sicher auch, dass man sein „System“ im Betrieb immer als Ganzes in den Blick nehmen muss, die Optimierung einzelner Bereiche allein bringt nicht den gewünschten Erfolg. Die Impulse aus dem Gastro-Check haben in den einzelnen Betrieben eine Dynamik freigesetzt, die sicher nachhaltig wirkt. Es ist uns wichtig, die Qualität in den Vordergrund des Handelns zu stellen, um eine nachhaltig gute Entwicklung der Betriebe und der gesamten Region in Gang zu setzen.

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Der Gastro-Check ist ein gemeinsames Projekt der Stadtsparkasse Schmallenberg, der Kur- und Freizeit GmbH und dem Marketingcoach Martin Schmitz. Für jeden der fünf Betriebe hat die Teilnahme 125 Euro gekostet, den Rest haben die Sponsoren übernommen. Mit-Initiator Peter Vogt, Vorstandsvorsitzender der Stadtsparkasse, erklärt: „Es war von Beginn an unser Wunsch, ein niederschwelliges ganzheitliches Beratungskonzept zu schaffen, das sich von den üblichen, recht kostspieligen, Unternehmensberatungen abhebt.“

Dass dem Gastro-Check das gelungen ist, zeigt die positive Resonanz der teilnehmenden Betriebe. Das Hotel Albers in Bödefeld beispielsweise kann einen renovierten Tagungsbereich präsentieren. Das Gasthaus Tröster in Jagdhaus hat sich seinen nicht optimal frequentierten Mittagstisch vorgenommen und die Öffnungszeiten entsprechend angepasst. Tröster dazu: „Wir konnten unsere Kosten deutlich reduzieren und Zeit gewinnen für andere wichtige Dinge im Betrieb.“

Im Gasthof Wüllner in Oberhenneborn sind es viele kleinere Dinge, die umgesetzt werden, wie die Online-Buchbarkeit und eine moderate Preiserhöhung im Übernachtungsbereich. Das Hotel Hochland in Bad Fredeburg hat bereits einiges umgesetzt und plant die Anschaffung neuer TV-Geräte für die Zimmer. Der Pilotbetrieb war das Hotel Kleins Wiese bei Bad Fredeburg. „Wir haben umfangreiche Renovierungen durchgeführt und sehr viele Denkansätze für die kommenden Jahre bekommen“, so Inhaber Wolfgang Klein.

Das Projekt soll fortgeführt werden. Wann sich interessierte Betriebe wieder um einen Gastro-Check bewerben können, wird noch bekannt gegeben. In der Zwischenzeit stehen Monika Wiese-Gerlach von der Kur- und Freizeit GmbH sowie alle Betriebsinhaber der vergangenen Checks für Rückfragen zur Verfügung.

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