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Schmallenberger Lichtwerk wird zu „Habbels“

In Arbeitskleidung verbringen Rolf und Alexandra Kaspari ihre Freizeit derzeit oft – sie wollen mit dem Habbels einen neuen Treffpunkt für Schmallenberg schaffen. Viele Arbeiten laufen in Eigenregie. 

In Arbeitskleidung verbringen Rolf und Alexandra Kaspari ihre Freizeit derzeit oft – sie wollen mit dem Habbels einen neuen Treffpunkt für Schmallenberg schaffen. Viele Arbeiten laufen in Eigenregie. 

Foto: Laura Nowicki

Schmallenberg.  Die Besitzer des ehemaligen Lichtwerks in Schmallenberg bauen dort gerade um – sie wollen im „Habbels“ Feiern und Film-Vorstellungen ermöglichen.

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Rolf Kaspari möchte die Geschichte seiner Familie fortschreiben: Nach einer grundlegenden Renovierung will er das alte Schmallenberger Kino, das sich zuletzt zehn Jahre als „Lichtwerk“ mit dem Betreiber Thomas Bette einen Namen gemacht hatte, zu neuem Leben erwecken.

Das Konzept

1929 von seinem Uropa Fritz Habbel als Veranstaltungsraum erbaut, will Rolf Kaspari mit dem „Habbels“ diesen ursprünglichen Zweck aufgreifen. Der Name lag für ihn daher auf der Hand. „Wir möchten einen Treffpunkt für die Schmallenberger schaffen“, sagt Rolf Kaspari. So sollen zum Beispiel auch wieder 80er- und 90-Jahre-Partys stattfinden.

Im Detail

„Wir bieten einen freien Raum für Firmenveranstaltungen, Familienfeste aller Art, aber auch für Kulturveranstaltungen an“, sagt Kaspari. Die Bühne – zum Beispiel auch für Live-Konzerte – bleibt stehen. „Wir hatten bereits einige Anfragen von Vereinen. Da waren tolle Sachen dabei, auf die wir uns sehr freuen“, berichtet der 34-Jährige. Licht, Musik, Thekenanlage mit Kühlzelle – die Technik sei komplett vorhanden. „Und auf Wunsch können wir auch die Bewirtung übernehmen“, ergänzt der gelernte IT-Administrator.

Das Team

Seine Frau Alexandra Kaspari ist Restaurantfachfrau und Ansprechpartnerin für die Gäste des „Habbels“, wenn es um Dekoration, Tischordnung und Catering geht. Eine Thekenmannschaft haben Rolf und Alexandra Kaspari auch bereits in der Hinterhand. Auf Wunsch könnten Caterer und Thekenteam aber auch mitgebracht werden.

Die Idee

Vermieten oder Selbermachen? Diese Frage haben sich die Kasparis lange durch den Kopf gehen lassen, nachdem das Lichtwerk geschlossen hatte. Auch mit interessierten Nachmietern hätten sie gesprochen, dann aber den Entschluss gefasst, die Familientradition aufrechterhalten zu wollen. Beide wollen ihre Jobs behalten und sich Zeit geben. „Das Habbels kann sich langsam entwickeln“, so Kaspari.

Kino-Tradition

Nach mehr als 65 Jahren Kino-Geschichte in der Bahnhofstraße war für Rolf Kaspari sofort klar, dass Kino – zumindest in gewisser Weise – wieder in die geschichtsträchtigen Räumlichkeiten gehört. „Aufgrund der technischen Entwicklung wäre das Habbels als reines Kino wirtschaftlich nicht tragbar“, erklärt der dreifache Familienvater.

Im Balkonbereich entsteht jedoch ein kleines exklusives Kino mit sieben Sitzen, in dem mitgebrachte Filme, Konzerte etc. in professioneller Bild- und Tonqualität abgespielt werden können. Ganz persönliche Kinoerlebnisse für Filmfans, Mädels- beziehungsweise Männer-Abende, für Kindergeburtstage oder auch für ein Date sind so möglich. Der alte Vorführraum soll sich zudem in eine Art Mini-Museum verwandeln.

Der Umbau

Wichtig ist Rolf und Alexandra Kaspari, dass der Charme des alten Kinos erhalten bleibt. „Das wird ein schöner Spagat zwischen moderner Technik und altem Design“, sagt Rolf Kaspari. „Die alten Lampen werden wir wieder aufhängen. Die grüne Wandbespannung musste leider runter, da sie in die Jahre gekommen war.“ Ganz wichtig sind den Kasparis die Schallschutzmaßnahmen. Nicht nur, weil sie selbst nebenan wohnen, sondern auch aus Rücksicht auf die Nachbarn. Zu Beginn des Umbaus haben sie die Nachbarschaft eingeladen und das Konzept vorgestellt. „Die Resonanz war sehr positiv“, sagt Rolf Kaspari.

Der Zeitplan

Seit Mitte Juni nutzt das Ehepaar jede freie Minute für die Renovierung. Der Großteil erfolgt in Eigenleistung, die ganze Familie packt mit an. Ziel ist es, eine bereits zugesagte Hochzeit im April auszurichten. „Mein Onkel möchte hier unbedingt heiraten und das werden wir schaffen“, sagt Rolf Kaspari zuversichtlich und mit großer Vorfreude.

Rolf Kaspari wird den Betrieb in vierter Generation fortführen.

1929 erbaute der Stoffhändler Fritz Habbel das Gebäude in der Bahnhofstraße als Mehrzweckraum. Hier wurde getanzt, unterhalten und gelacht, sowie Theater und Kleinkunst präsentiert. Im Krieg wurden die Räumlichkeiten zu einem Lazarett umfunktioniert.

Anfang der 50er-Jahre hat Anton Habbel (Sohn von Fritz Habbel) das Gebäude zu einem voll funktionsfähigen Kino umgebaut. Die „goldenen Jahre“ des Kinos brachen an.

Zu Beginn der 90er-Jahre übergab Anton Habbel sein Lebenswerk an Tochter Christa und ihren Ehemann Josef Kaspari. Sie führten das Kino 16 Jahre lang, bis 2006.

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