Menschen in Schmallenberg

Schmallenbergerin holt sich Impulse in der Großstadt

Foto: Magdalena Tigges Bild: Margit Pfeiler (64), Inhaberhin Modeboutique "Marquita" im Haus Vollmert

Foto: Magdalena Tigges Bild: Margit Pfeiler (64), Inhaberhin Modeboutique "Marquita" im Haus Vollmert

Schmallenberg.   Margit Pfeiler eröffnete vor 29 Jahren ihre eigene Modeboutique. Sie will die Wertigkeit aus der Großstadt auch nach Schmallenberg bringen.

Margit Pfeiler (64) betreibt im Haus Vollmert ihre Modeboutique „Marquita“. Im Interview erzählt sie von ihrer privaten und beruflichen Verbundenheit mit Schmallenberg.

Wie sind Sie nach Schmallenberg gekommen?

Margit Pfeiler: Ich bin hier geboren und aufgewachsen und habe schon immer in Schmallenberg gearbeitet.

Was machen Sie beruflich?

Ich bin gelernte Erzieherin. Sieben Jahre habe ich hier einen Kindergarten geleitet. Modisch war ich aber schon immer interessiert. So kam es, dass ich mich vor 29 Jahren selbstständig gemacht habe. In der Weststraße eröffnete ich meinen ersten Modeladen „Marquita“. Dort habe ich mit Strickwaren und Seide angefangen.

Wie ging dann weiter?

Fünf Jahre nach der Eröffnung bin ich in die Oststraße gezogen. Der zweite Laden hatte ein anderes Konzept. Ich habe mich dort auf hochwertigere Mode konzentriert und meine Zielgruppe war das reifere Publikum. Ich wollte sowohl Einheimische als auch Gäste mit der Ware ansprechen. Der Einzugsbereich hatte sich schnell vergrößert und ging über Schmallenberger Grenzen hinaus. Ein weiterer großer Schritt war dann ein zweiter Umzug in der Oststraße. Mit der Zusammenarbeit von mehreren Firmen konnte ich mein Angebot aufstocken.

Zu der Damenmode kam Herrenmode hinzu und im Hinterhof noch ein kleiner Outlet-Bereich. Zeitgleich eröffnete ich in der Ladenpassage im Hotel Deimann einen zweiten Standort. Vor zweieinhalb Jahren folgte dann der Umzug in das Haus Vollmert.

Was zeichnet das Haus Vollmert mit Ihrer Boutique aus?

Das Haus Vollmert wird auch als „Haus der Herzenswünsche“ bezeichnet. Hier ist nicht nur meine Modeboutique vertreten. In der oberen Etage findet man ein Kosmetikstudio, im hinteren Teil gibt es das Interieur Vollmert und ein kleines Bistro. Es ist etwas Besonderes, was hier entstanden ist. Nachdem das Haus zwei Jahre lang leer stand wurde es nun mit schönen Dingen gefüllt.

Was waren Ihre Intentionen bei der Eröffnung Ihrer Modeboutique?

Meine Intention war es von Anfang an, die Wertigkeit, die man in der Großstadt findet, auch hier in kleineren Touristenorten anzubieten. Eine Marktlücke ist, dass unser Angebot auch viele größere Konfektionsgrößen anbietet.

Über die 29 Jahre habe ich eine enge und persönliche Bindung zu den Kunden aufgebaut. Wir bringen trotz des Internetzeitalters auch zwei Mal im Jahr ein Modejournal heraus. Gerade die älteren Kunden freuen sich dann, etwas zum Durchblättern in der Hand zu haben. Zudem veranstalten wir zwei mal pro Jahr ein Modeevent in unserem Stammhaus. Professionelle Models präsentieren dort neue Mode.

Was gefällt Ihnen an Ihrem Beruf?

Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht. Das Schöne ist die persönliche Beratungen und der Umgang mit den Menschen. Den Kunden individuell und stilgerecht einzukleiden, zeichnet die Fachgeschäfte aus. Mein Beruf ist vielseitig, in großen Städten hole ich mir immer wieder neue Impulse.

Was gefällt Ihnen gut an Schmallenberg?

Meine Familie und Freunde sind hier, das bedeutet für mich Heimat. Aber es sind auch die Geschäftsstrukturen, die mir gefallen. Es gibt ein breites Angebot an kleinen vielfältigen und hochwertigen Geschäften.

Was bedeutet Heimat für Sie?

Heimat ist in erster Linie meine Familie. Heimat kann, wie ich finde, aber überall sein. Es ist ein Ort, an dem man sich zuhause fühlt und an dem man ein lebenswertes Leben führen kann. Die Nordesee ist für mich meine zweite Heimat. Auch mein Beruf gehört dazu.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Schmallenberg handelt sehr zukunftsorientiert. Durch die Schmallenberger Woche und viele andere Veranstaltungen agiert die Werbegemeinschaft sehr zeitgemäß. Ich wünsche mir, dass der Einzelhandel weiterhin so bestehen bleibt.

Außerdem wäre es sehr schön, wenn die jungen Leute, die für ihr Studium oder ähnliches weggezogen sind und wieder herkommen möchten, hier ihren Beruf ausleben können.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben