Arbeitsmarkt

Schock-Zahlen im Hochsauerland: 26 Prozent mehr Arbeitslose

Düstere Schatten auf dem Logo der Agentur für Arbeit: Die Arbeitslosigkeit auch im Hochsauerlandkreis steigt.

Düstere Schatten auf dem Logo der Agentur für Arbeit: Die Arbeitslosigkeit auch im Hochsauerlandkreis steigt.

Foto: Ina Fassbender / AFP

Meschede/Eslohe/Bestwig/Schmallenberg.  Die Zahl der Arbeitslosen steigt, die Zahlen sind drastisch: Es gibt 26 Prozent mehr Arbeitslose als ein Jahr zuvor. So sieht es im HSK aus.

Die Zahl der Arbeitslosen ist im Hochsauerlandkreis im Juni gestiegen. Insgesamt waren 7230 Personen ohne Stelle gemeldet. Verglichen mit den Zahlen des Vormonates sind dies 0,9 Prozent mehr. Im Vergleich zum Juni des Vorjahres steigt die Zahl dagegen um 26,0 Prozent. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen beträgt im Juni 4,8 Prozent. Vor einem Jahr belief sie sich auf 3,8 Prozent (+1,0 Prozentpunkte).

„Die Unternehmen setzen weiterhin auf Kurzarbeit, in einem bisher unbekannten Ausmaß. Dadurch wird Beschäftigung aktuell gerettet. Wir verzeichnen natürlich auch Entlassungen“, sagte Oliver Schmale, Chef der Agentur für Arbeit Meschede-Soest. Der Grund für die leicht steigende Arbeitslosigkeit sei aber vor allem, dass weniger Menschen als sonst üblich wieder eine neue Beschäftigung finden, auch wenn die Einstellungsbereitschaft gegenüber Mai wieder etwas zugenommen habe.

„Die Unternehmen in unserer Region blicken weiterhin unsicher in die Zukunft. Daher warten viele bis zuletzt mit Neueinstellungen, setzen Bewerbungsverfahren aus oder verlegen Eintrittstermine nach hinten. Besonders spannend bleibt die Entwicklung in den zahlreichen kurzarbeitenden Betrieben. Viele Unternehmen haben für längere Zeit Kurzarbeit angemeldet. Dies bietet die Chance, ihre Beschäftigten in dieser Zeit zu qualifizieren“, So Schmale weiter.

Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung sind in diesem Monat 3365 Personen ohne Job gemeldet. Die Zahl hat sich im Vergleich zum Vormonat um 1,2 Prozent erhöht. Im Vorjahresvergleich bedeutet dies eine Erhöhung um 49,7 Prozent.

Entwicklung in der Grundsicherung / Hartz IV

In der Grundsicherung sind 28 Arbeitslose mehr als im Vormonat und 375 mehr als im Vorjahr zu verzeichnen. Im Verhältnis zum Vormonat entspricht dies 0,7 Prozent bzw. 10,7 Prozent mehr zum Vorjahr. Insgesamt sind es 3865 Personen und damit 53,5 Prozent aller Arbeitslosen, die Hartz IV.

Jugendarbeitslosigkeit

775 Arbeitslose sind im Berichtsmonat im Hochsauerlandkreis unter 25 Jahre alt. Die prozentuale Veränderung beläuft sich somit auf plus 2,2 Prozent zum Vormonat bzw. plus 40,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Ältere Arbeitslose

Die Anzahl arbeitsloser Personen ab 50 Jahre ist im Vergleich zum Vormonat um 1,8 Prozent gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr sind es 21,0 Prozent mehr. Insgesamt sind 2529 Menschen ab 50 Jahre im Hochsauerlandkreis betroffen.

Langzeitarbeitslose

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist im Hochsauerlandkreis im Berichtsmonat gestiegen. 2377 Personen waren länger als ein Jahr nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigt,darunter beziehen 84,1 Prozent Grundsicherung. Verglichen mit den Gesamtzahlen des Vormonates sind dies 63 Langzeitarbeitslose mehr. Im Vergleich zum Vorjahr steigt die Zahl dieser Arbeitslosen um 299 Personen.

Stellenangebote

Unternehmen aus der Region haben in diesem Monat 396 Stellen gemeldet (-35 zum Vormonat). Im Bestand befinden sich insgesamt 2291 offene Stellen, 95 weniger als im Vormonat und 719 weniger als im Vorjahresmonat.

Regionale Zahlen

Der Blick auf die Region: Für Meschede, Eslohe und Bestwig beträgt die Arbeitslosenquote 4,9 Prozent wie im Vormonat. In Schmallenberg liegt sie bei 3,6 Prozent wie im Vormonat - das ist der beste Wert im Hochsauerlandkreis.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben