Jugend Gründet

Schüler arbeiten am Schuh der Zukunft

“Shoester ": (von links) Jasper Wiltfang, Hendrik Plett, Sebastian Körner, Thilo Dettmann und Jannis Schläger mit dem Prototyp des modularen Schuhs und der 3D-Zeichnung. Es fehlt: Loris Andrasch Dieses Foto:Nadja Homann

“Shoester ": (von links) Jasper Wiltfang, Hendrik Plett, Sebastian Körner, Thilo Dettmann und Jannis Schläger mit dem Prototyp des modularen Schuhs und der 3D-Zeichnung. Es fehlt: Loris Andrasch Dieses Foto:Nadja Homann

Meschede.   Im Rahmen von „Jugend gründet“ haben sie mit einer ungewöhnlichen Herangehensweise ihren Prototypen entwickelt. Was den Schuh so besonders macht.

Schüler kennen das Problem: Bleiben wir morgen beim Sportunterricht in der Sporthalle oder geht es nach draußen auf den Ascheplatz? Welche Schuhe soll ich mitnehmen? Da wären doch Schuhe super, bei denen man die Sohle einfach austauschen könnte. Das dachten sich sechs Schüler des Gymnasiums der Benediktiner. Hendrik Plett, Jannis Schläger, Jasper Wiltfang, Loris Andrasch, Sebastian Körner und Thilo Dettmann haben beim bundesweiten Wettbewerb „Jugend gründet“ mitgemacht haben und einen solchen Sportschuh entwickelt. Ihre Kreativität und Engagement wurden belohnt: Beim Zwischenfinale in Hamburg belegten sie den fünften Platz.

Schritt eins: Die Idee

„Wir haben zu der Idee das Problem entwickelt - eine etwas untypische Herangehensweise“, erzählt Teammitglied Hendrik Plett. Nach einer Brainstorming-Phase kam den sechs Schülern der Einfall: einen modularen Schuh wollen sie entwickeln. „Schüler gehen verschiedenen Sportarten nach und brauchen dafür viele verschiedene Schuhe. Der Kostenaufwand ist hoch“, erklärt Thilo Dettmann. Die Schüler riefen die fiktive Firma „Shoester“ ins Leben und entwickelten einen Sportschuh, bei dem Ober- und Unterschuh mit einem Dual-Lock-Klettband verbunden sind.

Der Businessplan

14 Seiten umfasst der Businessplan, den die Schüler zu ihrer Idee entwickelt haben. Es gab eine ganze Menge zu berechnen und tüfteln: Wie soll das Produkt vertrieben werden? Welche Zielgruppe spricht es an? Wie hoch sind die Kosten für das erste Geschäftsjahr, wie hoch ist der Gewinn? „Das war schon ziemlich fortgeschritten, was man alles zusammenstellen musste“, so Jasper Wiltfang. Die Schüler haben viel Zeit investiert.

Von September bis November wurde an der Idee gearbeitet. Von November bis Mitte Januar dann an dem Businessplan. Die Schüler holten auch Mescheder Unternehmer mit ins Boot: Torsten Sprenger von der Orthopädieschuhtechnik Sprenger-Köhler und auch Antonius Köster für die Zeichnung eines 3D-Modells ihres Schuhs. Mit ihrem Businessplan konnte das Team „Shoester“ die „Jugend gründet“-Jury überzeugen und wurde zum Zwischenfinale nach Hamburg eingeladen.

Jury begeistert von Prototyp

Dort hatten die Teams jeweils vier Minuten Zeit, um ihre Idee vor der neunköpfigen Jury, bestehend aus ehemaligen Wettbewerbsteilnehmern und Vertreter der Sponsoren, zu präsentieren. Bis wenige Stunden vor dem Vortrag hatten die Jungs noch an ihrem Text gefeilt. Dann durften sie als erstes Team ihren modularen Sportschuh vorstellen. Vor allem der Prototyp, den die Schüler gebaut hatten, punktete bei der Jury. „Sie war sehr begeistert von unserem Prototyp und hat ihn direkt ausprobiert“, freut sich Sebastian Körner. „Das Feedback war insgesamt sehr konstruktiv.“

Neben dem eigentlichen Wettbewerb durften die Teams ihre Ideen noch in der Hamburger Zentrale von Google vorstellen.

Neue Ideen fließen mit ein

Aber wird der modulare Sportschuh der Schüler eines Tages Wirklichkeit werden? Vor allem technisch müsse der Schuh noch weiterentwickelt werden, so Jannis Schläger: „Die technische Entwicklung steckt bisher noch in den Kinderschuhen.“ Zunächst überlegen die sechs Gymnasiasten aber erst, inwieweit sie die konstruktiven Vorschläge der Jury einarbeiten können. So wurde angeregt, dass die Zielgruppe beispielsweise auf den Orthopädiebereich erweitert werden könnte.

Momentan läuft die zweite Phase des Wettbewerbs: Der Unternehmensplan, bei dem es gilt, ein virtuelles Unternehmen erfolgreich durch die Höhen und Tiefen einer simulierten Konjunktur zu führen. Durch die Teilnahme am Wettbewerb bekommen die Schüler betriebswirtschaftliches Wissen vermittelt.

Betriebswirtschaftliches Wissen

Darin sieht Lehrerin Inken Schäfke eine gute Ergänzung zum Unterricht: „Volkswirtschaft steht relativ viel im Lehrplan. Betriebswirtschaft allerdings fast gar nicht.“ Schäfke betreut nun schon zum zweiten Mal die Teams der Schule in einem Projektkurs. „Der Wettbewerb bietet den Schülern eine andere Art zu arbeiten. Die Schüler sollen selber kreativ werden und die Jury ist sehr wertschätzend. Das ist der Grund dafür, dass ich dabei bleibe.“

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