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Schülerin arbeitet neben der Schule in der Altenpflege

Bildzeile: Lisa Berkenheide im Seniorenzentrum Blickpunkt Meschede.

Bildzeile: Lisa Berkenheide im Seniorenzentrum Blickpunkt Meschede.

Foto: Ammelie Kyewski / WP

Lisa Berkenheide arbeitet im Seniorenzentrum Blickpunkt Meschede. Sie erzählt von Herausforderungen und schönen Momenten.

Neben der Schule suchen sich viele Jugendliche einen Nebenjob. Die meisten entscheiden sich für Jobs in der Gastronomie, in Discountern oder als Babysitter. Nur die wenigsten wissen, dass Schüler aber auch in sozialen Einrichtungen wie Altenheimen tätig sein können. Hier übernehmen sie vor allem die Grundpflege der Bewohner. Wie es ist, neben der Schule als Pflegehelferin zu arbeiten, schildert uns die 17-jährige Lisa Berkenheide in einem Interview.

Wie bist du zu dem Job in der Altenpflege gekommen?

Lisa Berkenheide: Anlässlich eines Schulsozialpraktikums habe ich insgesamt drei Wochen lang die Betreuung in einem Altenheim kennengelernt. Ich habe sofort gemerkt, wie viel Spaß mir die Arbeit mit den Menschen dort macht und habe dann nach einer Möglichkeit gesucht, weiter in diesem Bereich tätig zu sein. Durch einen Freund habe ich dann erfahren, dass auch Schüler als Aushilfe in der Pflege arbeiten können. Daraufhin habe ich mich bei einem Altenheim beworben und wurde kurz danach auch schon eingearbeitet.

Wie ist es neben der Schule im Altenheim zu arbeiten? Was sind die Unterschiede zu anderen Nebenjobs?

Natürlich unterscheidet sich jeder Nebenjob in gewisser Weise von anderen. Die Arbeit in der Gastronomie fordert Menschen anderes als etwa ein Job als Babysitter. In der Pflege weichen besonders die Arbeitszeiten von anderen Aushilfsjobs ab. Vor allem in den Klausurenphasen kann die Schichtarbeit neben der Schule schon einmal anstrengend sein. Für mich war es aber einfach wichtig, etwas Sinnvolles zu machen. Vor allem die Arbeit mit Menschen hat es mir angetan.

Auf welche körperlichen und emotionalen Belastungen trifft man und wie gehst du damit um?

In der Pflege kann es körperlich oft anstrengend werden. Viel Laufen und Mit-Anpacken gehört auf jeden Fall dazu. Emotional trifft man natürlich auch auf mehrere Hürden. Einerseits wird man ständig mit dem Altwerden konfrontiert. Man bekommt mit, wie der Körper und der Geist an ihre Grenzen stoßen, vor allem im Umgang mit demenzkranken Bewohnern. Hier ist es wichtig, mit viel Geduld und manchmal auch humorvoll in bestimmte Situationen zu gehen. Andererseits ist natürlich das Thema „Tod“ immer bei der Arbeit präsent. Gerade wenn Bewohner, die man schon länger kennt, sterben, geht einem das sehr nahe, besonders wenn man mitbekommt, wie die Hinterbliebenen trauern.

Was muss man mitbringen, um als Aushilfe in der Pflege arbeiten zu können?

Man sollte sich bewusst sein, dass die Schichtarbeit sich natürlich nicht mit jeder Party vereinbaren lässt. Oft muss man am nächsten Tag um 6 Uhr fit bei der Arbeit sein, wo man natürlich auch eine gewisse Verantwortung trägt. Vor allem sollte man genügend Verständnis für die Bewohner und Geduld mitbringen. Man darf sich nicht zu schnell stressen lassen, denn alle Aufgaben müssen trotz Zeitdruck natürlich erledigt werden. Deshalb ist es wichtig im Team arbeiten zu können, damit man zusammen mit den Kollegen allen Bewohnern gerecht werden kann.

Was sind die schönsten Momente in diesem Beruf und was machen diese mit einem?

Die schönsten Momente sind auf jeden Fall, wenn man sieht, dass es den Bewohnern gut geht. Gerade zu merken, dass man dem anderen etwas Gutes tun kann, und die kleinen Gesten der Dankbarkeit freuen einen sehr. Natürlich gibt es auch stressigere Tage, an denen Bewohner oder man selbst auch mal nicht so gut gelaunt sind. Anders wäre es ja aber auch nicht menschlich und mit einem Lächeln oder einem ehrlichen Dankeschön, ist es das schon wieder wert. Häufig gibt es aber auch mehr als genug zu Lachen, durch den guten Humor vieler Bewohner oder einfach vielen lustigen Situationen.

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