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Senioren wollen bessere Digitalisierung in Meschede

Auch für Ältere werden der Umgang mit dem Tablet oder dem Smartphone selbstverständlich. Der Seniorenbeirat fordert deshalb eine bessere Digitalisierung. Das Foto entstand im Bürgertreff beim „Senioren-Technik-Treff“.

Foto: Patrick Schlos

Auch für Ältere werden der Umgang mit dem Tablet oder dem Smartphone selbstverständlich. Der Seniorenbeirat fordert deshalb eine bessere Digitalisierung. Das Foto entstand im Bürgertreff beim „Senioren-Technik-Treff“. Foto: Patrick Schlos

Meschede.   Der Seniorenbeirat in Meschede will stärker generationenübergreifend arbeiten. Die Digitalisierung zum Beispiel eint Jung und Alt.

Der Seniorenbeirat macht sich jetzt für eine bessere Digitalisierung in Meschede stark. Der neu gewählte Beirat versteht dies ausdrücklich als einen neuen Schwerpunkt seiner Arbeit in den nächsten Jahren. Die Zeiten haben sich eben geändert, so Vorsitzender Manfred Breider: „Ein 70-Jähriger zieht demnächst wie selbstverständlich mit seinem iPad ins Altersheim – und will es dort auch weiterhin nutzen.“

Telearbeit wird zunehmen

Am Donnerstag, 17. Mai, kommt der Beirat zu seiner öffentlichen Sitzung zusammen – jeder Interessierte kann dazukommen. Beginn ist 14.30 Uhr im „Campus“. Der Seniorenbeirat sieht eine seiner Kernaufgaben in einer Arbeit, die künftig stärker als bisher generationsübergreifend ausgerichtet sein soll.

Die Digitalisierung ist dafür das beste Beispiel. Sie verbindet. Jüngere benötigen bessere Internet-Verbindungen, um Telearbeit ausüben zu können – die wird aus Sicht des Beirates noch weiter zunehmen: „Die Wirtschaft verlangt vernünftige Übertragungskapazitäten.“ Der Beirat verlangt bei der Digitalisierung ausdrücklich eine Gleichbehandlung zwischen Kernstadt und den Mescheder Ortsteilen: An jedem Ort in Meschede müsse künftig Telearbeit möglich sein.

Erfolgreiche Ideen übernehmen

Doch auch für Ältere werde die Digitalisierung immer wichtiger. Manfred Breider nennt angesichts der ungeklärten Nachfolge-Frage in vielen Arztpraxen ausdrücklich die Telemedizin als Alternative. Horst Radtke, neu im Seniorenbeirat, deutet neue Lösungen an: In Meschede könnten medizinische Fachangestellte zunächst zu Patienten geschickt werden, die erste Untersuchungen für einen Arzt vornehmen und die Ergebnisse direkt übertragen – danach, wenn es nötig wäre, könnte der Patient dann in eine Praxis bestellt werden. Voraussetzung auch dafür: bessere, schnellere Leitungen.

Ideen auf Meschede übertragen

„Glasfaser gehört zur Daseinsvorsorge, so wie Wasser, Strom oder Gas“, sagt Radtke. Mit ihm hat der Seniorenbeirat für diese Fragen jetzt den richtigen Mann: Der 69-Jährige war bei der Telekom in Meschede Abteilungsleiter für Vertrieb und Kundendienste, danach baute er in Bonn eine Telekom-interne Unternehmensberatung auf, die Telekom-Senioren mit ihrem Fachwissen in externe Projekte vermittelte.

Radtke bringt nun in Meschede seine Kontakte ein. So hat die Telekom Friedrichshafen zur „T-City“ gemacht, in der Modelle für ein vernetztes Leben und Arbeiten entstehen. Mit der „Demografiewerkstatt Kommunen“ gibt es außerdem ein deutschlandweites Projekt, in dem Ideen entstehen, wie sich Städte auf den demografischen Wandel einstellen können. Radtke will prüfen, was sich von diesen Ideen auf Meschede übertragen lässt.

Genossenschaftlich arbeiten

Prüfen will der Seniorenbeirat die Idee einer „Seniorengenossenschaft“ in Meschede: Bürger könnten sich zum Beispiel als Helfer beim Einkauf oder bei der Gartenarbeit für Ältere einbringen – für diese Hilfe gibt es keinen Lohn, sondern Entgeltpunkte.

„Diese Punkte kann man dann zu einem späteren Zeitpunkt im Leben einlösen, wenn man selber nicht mehr kann“, sagt Manfred Breider. Er hat dieses genossenschaftliche Leben im Wohnprojekt „Rinschen Park“ in Meschede schätzen gelernt. Und er hält es in der Stadt auf andere Lebensbereiche für übertragbar. Auch Horst Radtke findet die Idee sinnvoll, denn: „Wir müssen von der Basis her denken: Was sind die Bedürfnisse der Menschen?“

Zahlen belegen, warum es so wichtig ist, dass sich der Seniorenbeirat öffentlich einmischt. Der Anteil der Einwohner über 60 Jahre in Meschede beträgt mit rund 9200 Menschen derzeit 30 Prozent der Bevölkerung. Ihr Anteil wird bis 2040 auf 40,7 Prozent steigen.

>>>HINTERGRUND<<<

Wer projektbezogen beim Seniorenbeirat mitmachen möchte, kann sich jederzeit melden bei Manfred Breider unter 0176 / 50486100, oder bei Horst Radtke unter 51678.

Seit 25 Jahren gibt es den Seniorenbeirat in Meschede. Das Jubiläum wird am 20. Oktober im Gemeinsamen Kirchenzentrum gefeiert. Dabei stehen „Senioren und Europa“ im Mittelpunkt.

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