Justiz

Sexueller Missbrauch: Prozess gegen Mescheder geht zu Ende

Im Prozess um sexuellen Missbrauch geht der Prozess in Arnsberg dem Ende entgegen.

Im Prozess um sexuellen Missbrauch geht der Prozess in Arnsberg dem Ende entgegen.

Foto: Oliver Berg

Meschede/Warstein.   Ein Angeklagter aus Meschede soll seine Stieftochter in Hirschberg missbraucht und vergewaltigt haben. Der Prozess geht dem Abschluss entgegen.

Mit dem fünften Prozesstag vor dem Landgericht Arnsberg gegen einen 51-jährigen Angeklagten wegen sexuellen Missbrauchs seiner minderjährigen Stieftochter geht das Verfahren dem Ende zu.

Stieftochter als mutmaßliches Opfer

Der Mann aus Meschede, ein früherer Busfahrer, bestreitet nach wie vor den Vorwurf der Staatsanwaltschaft, dass er seine Stieftochter, die seine Ehefrau aus Thailand mitgebracht hatte, ab 2010 - das Kind war damals acht Jahre - in sieben Fällen sexuelle Handlungen an ihm habe vornehmen lassen. In fünf Fällen soll es mit dem Kind zum Beischlaf gekommen sein.

Diese Anschuldigungen seien falsch und von der Mutter im Komplott mit der Tochter gegen ihn erhoben haben, weil es nach Ehekonflikten zur Trennung gekommen sei und die Mutter ihre zwei Kinder, die zunächst bei ihm gewohnt hatten, zurückhaben wollte. Seine Ex habe die heute 16-jährige Tochter manipuliert.

Nachdem das Gericht den Antrag des Angeklagten auf Entbindung von seinem Pflichtverteidiger zurückgewiesen hatte, ließ er sich ab jetzt zusätzlich von einem Wahlverteidiger vertreten. Der fünfte Verhandlungstag begann mit der Zeugenvernehmung eines 17-jährigen Schülers aus Warstein. Dieser war vom Februar 2017 bis zum April 2018 mit dem mutmaßlichen Opfer liiert. Das Mädchen habe ihm weinend erzählt, vom Stiefvater vergewaltigt worden zu sein.

Beruflich neu orientiert

Ein Sachverständiger, ein Psychiater, gab sein Gutachten über die Schuldfähigkeit des Angeklagten ab. Auch bei ihm habe er die Vorwürfe bestritten. Nach einem Burnout als Versicherungsvertreter habe er sich als Busfahrer neu orientiert, war aber zwischenzeitlich mehrfach arbeitslos und auch tagsüber mit dem Kind allein zu Hause.

Er habe vor seiner Ehe zu mehreren Frauen Beziehungen gehabt, keine aber von langer Dauer. Für den Gutachter gab es keine Zweifel an der vollen Schuldfähigkeit des Angeklagten. Er sei in der Lage gewesen, seine sexuellen Triebe zu kontrollieren. „Auch wenn er psychopathologisch unauffällig ist, spricht das nicht gegen die Tatbegehung“, so der Gutachter.

Am nächsten Verhandlungstag, am 9. Mai, will das Gericht auf Antrag der Verteidigung eine weitere Zeugin hören. Dann wird auch eine Sachverständige ihr Wahrheitsgutachten hinsichtlich des mutmaßlichen Opfers abgeben. Mit dem sechsten Prozesstag könnte das Verfahren zu Ende gehen.

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