Kirche

St. Cyriakus wird renoviert: Schimmel in romanischer Malerei

Architekt Günter Müller (r.) und Georg Sommer vom Kirchenvorstand begutachten die romanische Malerei in der Apsis.

Architekt Günter Müller (r.) und Georg Sommer vom Kirchenvorstand begutachten die romanische Malerei in der Apsis.

Foto: WP

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Berghausen.  Die Innenrenovierung der Pfarrkirche St. Cyriakus Berghausen hat endlich begonnen. Seit Sommer vergangenen Jahres hatte sich der Baubeginn immer wieder verzögert – bis dann jetzt auch der letzte Förderbescheid eingegangen und damit die Finanzierung sichergestellt ist.

Für das Ausräumen der Kirche waren zwei Tage angesetzt – nach einem halben Tag, am Freitagnachmittag, war das Gotteshaus aber bereits komplett leer geräumt. „Das zeigt die Aufbruchsstimmung“, freut sich Georg Sommer vom Kirchenvorstand.

Sechs Monate sind für die Innenrenovierung der romanischen Kirche angesetzt. Zunächst müssen Wände und Decken gründlich gereinigt werden. Staub und Kerzenruß haben den weißen Putz im Laufe der Jahre in ein dunkles Grau verwandelt. An einigen Stellen muss der Putz auch gefestigt werden, sprich die Wände werden abgeklopft und hohle Putzstellen dann unterspritzt.

Die Besonderheit der Kirche – die romanische Malerei in der Apsis – wird anschließend restauriert. Das übernimmt die darauf spezialisierte Firma Berchem aus Essen. Sie hatte auch schon Anfang vergangenen Jahres eine Vorstudie in Berghausen gemacht, um herauszufinden, welche Mittel sich für die Reinigung und die Restauration gut eignen.

Aus dem 13. Jahrhundert

Ein Problem ist nämlich der Schimmelbefall, wie Architekt Günter Müller aus Winterberg erklärt. Grund dafür sind die Eier, die früher häufig als Bindemittel für die Farbe genutzt wurden. Den Schimmel hatte man in Berghausen in der Malerei auch erst entdeckt, als an den ersten Stellen der Dreck weg war. „Es handelt sich bei dieser Art Schimmel aber nicht um gesundheitsschädliche Sporen“, beruhigt der Architekt. „Das Problem ist jedoch, dass der Schimmel die Farbe frisst.“ Daher sei es nun auch höchste Zeit für die Restaurierung – die Schimmelsporen werden abgetötet – um die romanische Malerei zu retten.

Das Besondere an der Berghauser Kirche ist, dass die Malerei aus dem 13. Jahrhundert fast komplett erhalten ist. „Sie ist nur in ganz kleinen Zügen retuschiert“, erklärt Günter Müller. „Außerdem ist die Malerei besonders filigran, wie man gut an den Gliedmaßen erkennen kann.“

Neben der Restaurierung der Malerei sind aber noch weitere Arbeiten geplant. Die Orgel ist zum Teil abgebaut worden, sie wird gereinigt und anschließend neu intoniert.

Die weißen Flächen der Wände werden mit Kalk getüncht und die Elektrik wird komplett neu verlegt, da es in der jüngeren Vergangenheit immer wieder zu Kurzschlüssen gekommen war. Die Beleuchtung wird in diesem Zuge auf LED umgestellt und auch eine Kameraüberwachung ist in Planung.

Eine Vorgabe aus Paderborn – die beschränkte Zugänglichkeit von Kirchen – hatte in Berghausen zuletzt für Diskussion gesorgt. Zum Schutz gegen Vandalismus soll mit einem Gitter laut Paderborn der Zutritt verwehrt, ein Einblick jedoch gewährt werden. Ein Gitter im Kirchenraum selbst, damit konnten sich die Gemeindemitglieder aber beim besten Willen nicht anfreunden, wie Georg Sommer erzählt. Man sei daher zu der Lösung gekommen, aus einem Fenster im Turm, das den Blick auf den Altarraum zulässt, eine Tür zu bauen, die mit einem Gitter gesichert wird.

Glaswand zum Schutz

Zusätzlich soll eine Glaswand am Übergang vom Turm- zum Kirchenraum die Malerei vor zum Beispiel Angriffen mit Farbpistolen schützen. „Seit 800 Jahren ist hier nichts passiert, hier leben ordentliche, bodenständige Menschen“, fügt Georg Sommer hinzu.

Informationen zur Kirche und zu den Bauarbeiten gibt es im Internet unter: www.romanische-kirche-berghausen.de

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