Stadt warnt vor Enteignung

Schmallenberg.   Das erste zusammenhängende Wohngebiet in Schmallenberg entstand nach dem Zweiten Weltkrieg am Wormbacher Berg. Vorausgegangen waren langwierige Diskussionen um die Enteignung des Kirchenlandes.

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Das erste zusammenhängende Wohngebiet in Schmallenberg entstand nach dem Zweiten Weltkrieg am Wormbacher Berg. Vorausgegangen waren langwierige Diskussionen um die Enteignung des Kirchenlandes.

Bauliche Entwicklung

Die bauliche Entwicklung hatte nach der Aufstellung des Wirtschafts- und Bebauungsplanes für die Stadt vom Oktober 1948 begonnen. Dieser wurde von dem Bezirksplaner, Regierungsbaurat Langer, der Bezirksplanungsstelle in Arnsberg, aufgestellt und vom Rat der Stadt durch Bürgermeister Wüllner und Stadtdirektor Siebenkotten anerkannt. Die Genehmigung erteilte Regierungspräsidenten Fries im November 1948.

23 Bauplätze im Jahr 1948

Schon seit 1947 hatten Pfarrer Josef Rörig und der Kirchenvorstand versucht, eine gemeinsame Beratung mit den Stadtverordneten zu erreichen. Sie wollten, dass Bauland vergeben wird, um die Wohnungsnot zu beheben. Dieses wurde jedoch vom damaligen Amtsdirektor immer wieder vereitelt. Vielmehr warnte er den Kirchenvorstand vor voreiligen Maßnahmen und spielte auf das kommende Enteignungsgesetz an.

Man muss annehmen: Hätte die Stadt damals die Initiative des Kirchenvorstandes unterstützt, hätten die 23 Wohnhäuser auf dem Kirchengelände am Wormbacher Berg schon viel früher erbaut werden können. So dauerte es: Erst 1948 erhielten die Familien die Bauplätze in Erbbaurecht.

Vorausgegangen waren lange Verhandlungen mit der Stadt und den Behörden, so dass der Kirchenvorstand erst am 3. Mai 1948 einen entsprechenden Beschluss fassen konnte. Darin wird zum Ausdruck gebracht, dass wohl einzelne Personen in der Stadt auf eine Enteignung der Kirchengrundstücke spekuliert hätten.

In einer gemeinsamen Besprechung in Gegenwart des Landtagsabgeordneten Paul Steup hatte man sich dann darauf geeinigt, dass im Falle eines möglichen späteren Enteignungsverfahrens die freiwillige Abgabe dieser Grundstücke angerechnet werden sollte. Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Schmallenberg stimmte am 4. Mai 1948 zu.

In einem Zeitungsbericht vom März 1950 wird auf die Schwierigkeiten des Baus eines neuen Schützenzeltes hingewiesen und mit dem hiesigen Siedlungsbau verglichen. Es wird weiter ausgeführt: „Unser Bürgermeister ist gewiss der Mann, der euch sagen kann, wie schwer schon die Siedlung am Wormbacher Berg zu schaffen war.“ Auch das deutet auf die Verzögerungen hin.

Die 23 Familienheime wurden dann in den Jahre 1948 bis 1953 nach Erteilung der jeweiligen Baugenehmigungen errichtet.

Neue Straßennamen

Die Stadtvertretung beschloss Ende Oktober 1952, den in den letzten Jahren neu geplanten und neu angelegten Straßen endgültige Bezeichnungen zu geben, da es bei der Postzustellung und bei der Registrierung durch das Ordnungsamt immer wieder Schwierigkeiten gegeben hatte.

Die Neubezeichnungen traten nach der Kommunalwahl ab dem 10. November 1952 in Kraft. Für das Baugebiet wurde vom Wohnhaus Franke bis Spiertz der Name „Alexanderstraße“ und vom Wohnhaus Klauke bis Mues der Name „Bergstraße“ festgelegt.

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