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Sternsinger in der Region: Im Einsatz für den guten Zweck

Die Remblinghauser Sternsinger im Jahr 2011 von links: Anna Peetz, Carla Heinemann und Leon Zimmermann vor Xavers Ranch in Vellinghausen.

Foto: Privat

Die Remblinghauser Sternsinger im Jahr 2011 von links: Anna Peetz, Carla Heinemann und Leon Zimmermann vor Xavers Ranch in Vellinghausen.

Leon Zimmermann aus Remblinghausen war viele Jahre Sternsinger. Im Druckreif-Interview verrät er, was ihm gefallen hat und was er falsch findet.

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W enn Weihnachten und Silvester vorbei sind, dann ist für viele Schüler der wesentliche Teil der Feiertage gelaufen. Für einige aber ist der 6. Januar, Heilige drei Könige, als fester Termin im Kalender vermerkt, bevor es wieder in die Schule geht. Wir haben mit Leon Zimmermann (17) aus Remblinghausen gesprochen, der lange als Sternsinger unterwegs war und sich in diesem Rahmen für den guten Zweck engagiert hat.

Was bedeutet es Sternsinger zu sein?

Für mich bedeutet Sternsinger sein, dass wir uns bei Wind und Wetter auf den Weg machen und für arme Menschen sammeln.

Und wie läuft es ab?

Als Erstes bekommt man eine Einladung zum Vortreffen, zu dem alle im Jakobushaus zusammenkommen. Bevor es an die Einteilung der Gruppen und Straßen geht, gucken wir gemeinsam den Sternsingerfilm mit „Willi Weitzel“. Am Sternsingertag selbst findet zuerst der Aussendungsgottesdienst statt. Danach gehen die Gruppen in die eingeteilten Straßen.

Bei den Außenbezirken, die nicht zu Fuß erreicht werden können, unterstützen uns Eltern und fahren uns mit dem Auto. Wenn der Segen in alle Häusern gebracht worden ist, gibt man die Spendendose und die gesammelten Süßigkeiten bei einem Verantwortlichen vom Sternsinger-Team ab. Die Süßigkeiten werden dann weiter zur „Tafel“ gebracht. Darüber freuen sich die hilfsbedürftigen Menschen dort sehr.

Wann hast du das erste Mal daran teilgenommen, wie bist du darauf gekommen, und was hat dich motiviert es immer wieder zu tun?

Zum ersten Mal teilgenommen habe ich 2010, nachdem ich ein Einladungsschreiben erhalten hatte. Ich war sehr aufgeregt, da ich nicht wusste, wie das so ablaufen wird. Aber ich wusste von Anfang an, wofür ich singe. Neben dem eigenen Spaß, hatte ich immer den guten Zweck der Aktion vor Augen. und das hat mich bis 2015 jedes Jahr motiviert, wieder dabei zu sein.

Wie hat sich deine Rolle als Sternsinger mit den Jahren verändert?

Im ersten Jahr war ich noch unerfahren und noch nicht ganz textsicher. Ich habe meine Texte als Sicherheit meistens noch vom Stern abgelesen. Mit den Jahren prägte sich der Ablauf schon fest ein und später und hatte ich dann die Verantwortung für die „Kleinen“ in meiner Gruppe.

Wie hat dein Umfeld auf dein soziales Engagement reagiert?

Meine Eltern, ganz besonders aber meine Großeltern, waren immer begeistert von meinem Engagement und haben mich immer total gern unterstützt. In der Pause während des Singens sind wir zu uns nach Hause gegangen, wo Mama für uns gekocht hat: Bockwurst mit Pommes oder Spaghetti Bolognese….je nach Wunsch. Meine Freunde waren am Anfang selbst noch dabei, haben aber mit der Zeit aufgehört.

Was war dein schönstes Erlebnis als Sternsinger?

Eine Familie wünschte sich, dass wir ihr ganzes Haus mit Weihrauch beräuchern. Wirklich das ganze Haus, bis in die letzte Ecke, inklusive „Stillem Örtchen“…

Gab es auch weniger schöne Erfahrungen?

Klar gab es die. Ein älterer Mann hat uns mal ganz schrecklich ausgeschimpft. Manche Leute öffneten auch erst gar nicht die Tür oder sie ließen uns singen und meinten, dass sie nichts spenden wollten, sondern nur den Sternsingern privat etwas geben möchten. Ganz ehrlich, meine Meinung? Aus diesem Grund sind die Sternsinger nicht unterwegs. Natürlich freuten wir uns auch, wenn wir von den Leuten etwas für unseren Einsatz bekamen, aber das war für mich nie das Wichtigste. Es war für mich Nebensache.

Was ist für dich das Wichtigste am Sternsingen?

Das Wichtigste am Sternsingen ist meiner Meinung nach, dass man mit dem nötigen Ernst bei der Sache ist, sich benimmt und weiß, wofür man unterwegs ist. Es gibt für mich nichts Schlimmeres, als die private Tasche vor der Spendendose zu öffnen. Die Sternsinger sind für arme Länder unterwegs und sammeln uneigennützig für die dort bedürftigen Menschen - nicht für sich.

HINTERGRUND

Das Leitwort der 60. Sternsinger Aktion heißt, „Segen bringen Segen sein“ und richtet sich gegen Kinderarbeit in Indien und weltweit.

Das Kindermissionswerk verantwortet die Aktion und steht mit vielen Partnern aus der ganzen Welt im Kontakt.

Partner in Meschede ist die Abtei Königsmünster mit ihrem Kindergartenprojekt in Tansania. Ein Teil der gesammelten Gelder sollen diesem zu Gute kommen.

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