Wirtschaft

Stratmann-Verkauf: Bürgermeister fürchtet keine Folgen

Nach dem Verkauf der Stratmann-Gruppe macht man sich im Rathaus keine Sorgen, was mögliche Einbußen bei der Gewerbesteuer angeht.

Nach dem Verkauf der Stratmann-Gruppe macht man sich im Rathaus keine Sorgen, was mögliche Einbußen bei der Gewerbesteuer angeht.

Foto: Jan Frigger

Bestwig.  Der Verkauf der Bestwiger Firma Stratmann scheint aus Sicht des Bürgermeisters sinnvoll. Er fürchtet keine Folgen für die Kommune.

Hat der Verkauf der Stratmann-Gruppe als großer Arbeitgeber der Gemeinde Bestwig Folgen für die Kommune? Drohen etwa Einbußen bei der Gewerbesteuer? Wir haben bei Bürgermeister Ralf Péus nachgefragt. Auch ihn hat die Nachricht vom Stratmann-Verkauf an die Lobbe-Gruppe überrascht.

Wie schätzen Sie als Bürgermeister den Verkauf von Stratmann ein? Ist das eine gute oder eine schlechte Nachricht für die Gemeinde?

Es ist erst einmal eine unternehmerische Entscheidung des Betriebes - und ich bin mir sicher, dass Verantwortliche sich solch einen Schritt sehr gut überlegen. Natürlich ist man zunächst einmal überrascht, gerade wenn es ein Familienunternehmen betrifft, das stark in der Region verwurzelt ist. Wenn man sich die Fakten aber genau ansieht, scheint der Schritt aber verständlich und sinnvoll zu sein. Hier arbeiten zwei Familienunternehmen zusammen, um so ihre Position im Markt zu sichern. Mir persönlich ist so etwas lieber als eine Entwicklung, bei der am Ende ein anonymer Großkonzern im Spiel ist.

Drohen der Gemeinde durch den Verkauf des Unternehmens nun Einbußen bei der Gewerbesteuer – und wenn ja, welche Folgen kann das haben?

Zunächst: Gewerbesteuer, die Unternehmen an uns zahlen, sind stets Schwankungen unterworfen - das ist eine völlig normale Sache. Da spielen wirtschaftliche Entwicklungen und z.B. auch Investitionen, die ein Unternehmen tätigt, immer eine große Rolle. Da das Unternehmen hier in Bestwig mit einer Niederlassung tätig ist, wird auch weiter Gewerbesteuer fließen. Ich sehe da keine großen Veränderungen auf uns zu kommen.

Wenn diese Einbußen akut nicht drohen, wie groß ist die Sorge, dass dieses Szenario in einem weiteren Schritt in einigen Jahren noch eintreten wird?

Diese Sorge habe ich nicht. Wir haben hier ein Unternehmen, das in der gesamten Region Dienstleistungen erbringt. Dafür muss man regionale Niederlassungen haben - schließlich geht es um Abfallentsorgung und nicht um digitale Dienstleistungen, bei denen es keine Rolle spielt, wo jemand tätig ist. Diese Einschätzung hat mir übrigens auch die Familie Stratmann im persönlichen Gespräch bestätigt.

Zählt Stratmann zu den größten Gewerbesteuerzahlern?

Jeder Bürger und auch jedes Unternehmen hat Anspruch darauf, dass das Steuergeheimnis gewahrt bleibt. Deswegen werden wir dazu keine Angaben machen.

  • In der vergangenen Woche hatte das Bestwiger Unternehmen Stratmann seinen Verkauf an die Iserlohner Lobbe-Gruppe bekanntgegeben. Beide Unternehmen versicherten, dass der Verkauf keinen Stellenabbau und auch keine Standortschließungen zur Folge haben würden. Dennoch gibt es in Teilen der Belegschaft Verunsicherung.
  • Als Partner von Städten und Kreisen sind Stratmann und Lobbe künftig gemeinsam in der kommunalen Entsorgung für rund 1,8 Millionen Menschen im Hochsauerland, Ostwestfalen, Nordhessen und Südwestfalen verantwortlich.
  • Das Bestwiger Unternehmen Stratmann ist seit mehr als 60 Jahren im Bereich von Entsorgung und Recycling engagiert. Das Unternehmen beschäftigt an mehr als 14 Standorten insgesamt 450 Mitarbeiter.
  • Lobbe ist ein mittelständisches, familiengeführtes Unternehmen im Bereich technische Dienstleistungen mit Sitz in Iserlohn. Das Unternehmen umfasst die Bereiche Industrieservice und Abfallentsorgung. Bundesweit hat Lobbe 1950 Beschäftigte an 44 Standorten. Lobbe erwirtschaftet jährlich 320 Millionen Euro.
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