Corona-Krise

Studentin gibt Corona-Tipps für Schmallenberger Händler

Mit Hermann Hoffe (links) und Marcus Schulte-Glade von der Schmallenberger Werbegemeinschaft hat Susann Henke im Rahmen ihrer Bachelorarbeit zusammengearbeitet. Die Ergebnisse der Arbeit seien eine gute Hilfestellung.    

Mit Hermann Hoffe (links) und Marcus Schulte-Glade von der Schmallenberger Werbegemeinschaft hat Susann Henke im Rahmen ihrer Bachelorarbeit zusammengearbeitet. Die Ergebnisse der Arbeit seien eine gute Hilfestellung.    

Foto: Alexander Lange

Schmallenberg.  In ihrer Bachelorarbeit an der FH Südwestfalen hat sich Susann Henke mit den Folgen der Krise beschäftigt. Was sie den Einzelhändlern jetzt rät.

Wie ist es dem Schmallenberger Einzelhandel wirklich während des Corona-Lockdowns im Frühjahr ergangen? Was sind Folgen und was sind Erkenntnisse für die Zukunft? Fragen, die Susann Henke gestellt hat. Die Antworten hat sie in Form ihrer Bachelor-Arbeit an der FH Südwestfalen zu Papier gebracht.

Insgesamt 10 der 134 Mitglieder der Schmallenberger Werbegemeinschaft befragte Henke in Form von 13 Fragen - wie sie den Lockdown erlebt haben, mit welchen Alternativen sie die Schließungszeit überbrückt haben oder welche Rolle ein Online-Handel spielte. „Bei der Auswahl der Einzelhändler habe ich darauf geachtet, eine gute Mischung zu finden, alle Branchen im Rahmen des Möglichen abzubilden“, erklärt Henke. Die Interviews führte sie im Mai und Juni, die Arbeit schloss sie im August ab, inzwischen sei auch das Ergebnis da: „Natürlich spielte der Zeitraum, zu dem ich die Händler gefragt habe, eine Rolle.“

Kooperation aus Geschäftsideen

Ein erstes Ergebnis sei: Die Wohn- und Gesundheitsbranche habe die Lockdownzeit besser überstanden als die Modebranche. „Aber“, so klopft Marcus Schulte-Glade als Vorsitzender der Werbegemeinschaft auf Holz: „In Schmallenberg musste kein Händler coronabedingt schließen.“ Die Bachelorarbeit von Henke sei eine große Hilfe und ein Gewinn für die Werbegemeinschaft, sagen Schulte-Glade und Hermann Hoffe: „Durch die Arbeit erhalten wir eine wichtige neutrale Perspektive von außen auf den Handel vor Ort.“

Man wisse schon viel über das Kundenverhalten während der Corona-Zeit - die Online-Umfrage der Werbegemeinschaft diesbezüglich läuft noch bis zum 4. Oktober - aber genauso wichtig sei, wie es den Händlern gehe, so Hoffe: „Das hat eine hohe Wertigkeit für uns.“ Ein weiteres Ergebnis: In Schmallenberg singen die Händler keine Klagelieder. „Natürlich ging es einigen besser und anderen schlechter, aber niemand hat einfach aufgegeben. Jeder war sich der Ernsthaftigkeit der Lage bewusst.“

Konsumenten kaufen gezielter ein

Dass Einkäufer weniger Geld ausgegeben hätten, könne Henke nach den Interviews nicht bestätigen. Wohl aber, dass die Einkäufe weniger würden, dass die Konsumenten wesentlich gezielter einkaufen würden. Hinzukomme als nächstes Ergebnis: Eine Online-Präsentation ist wichtig, aber nicht das Allheilmittel für den Einzelhändler. „Die Konsumenten kommen auch mit einem Redebedürfnis, die haben Lust auf den Einkauf vor Ort“, sagt Henke und Schulte-Glade ergänzt: „Jeder weiß, dass wir gegen Amazon und Co keine Chance haben. Was wir brauchen ist zum Beispiel eine gemeinschaftliche Präsentationsfläche.“

Eine Kooperation aus Geschäftsideen, ein Mix aus Kultur und Handel, das Einkaufen zum Erlebnis zu machen - das mache Schmallenberg aus: „Wir wollen jetzt auch aus dieser Arbeit unseren Stärken herausfiltern und das weiter vorantreiben.“

Handlungsempfehlungen im Fazit

Sieben Handlungsempfehlungen formulierte Henke in ihrer Arbeit für den Einzelhandel allgemein und die Schmallenberger Werbegemeinschaft: Einen Lieferservice aufbauen bzw. den bestehenden Lieferservice erweitern; digitale Schaufenster errichten, also online präsentieren, was es lokal zu kaufen gibt; einheitliche Regelungen durch Informationsposter, die Hilfestellung und Leitfaden zugleich für den Einkauf vor Ort sind; Verkaufspartys in den eigenen vier Wänden organisieren; Privates Shopping, um in Ruhe und entspannter Atmosphäre einzukaufen; Kooperationen zwischen den Einzelhändlern verstärken; Gemeinschaftliche Events wie ein „Moonlight Shopping“ ausbauen.

Henke in ihrem Fazit: „Besonders deutlich wurde, dass der Einzelhandel durch die persönliche Beratung und den Kundenkontakt einen Mehrwert aufweist, den beispielsweise das Internet in dieser Form nicht zu bieten hat. Um dem Wandel entgegenzuwirken sollte dem Einzelhandel bewusst sein, dass er auch Veränderungen akzeptieren muss und neue Chancen daraus schöpfen kann.“

Teilnahme an Umfrage noch bis zum 4. Oktober

Susann Henke ist 24 Jahre alt und stammt aus Olsberg.

Der Kontakt zur Werbegemeinschaft kam über Dozentin Anne Jacobi und Hermann Hoffe zustande.

Mit der Arbeit hat Henke ihren Bachelor of Arts-Abschluss im Fach Wirtschaft abgeschlossen. Im Masterstudium schließt sie ein Fernstudium im Fachbereich Marketing an.

Am 4. Oktober findet in Schmallenberg wieder ein Verkaufsoffener Sonntag statt.

An der Kundenbefragung zum Einzelhandel vor Ort der Werbegemeinschaft kann noch bis zum 4. Oktober unter folgender Adresse teilgenommen werden.

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