Dorfjubiläum

Tausende Besucher: Cobbenrode lässt das Mittelalter aufleben

Die Ritterspiele der Lanzenreiter aus Freudenberg sind ein Publikumsmagnet. Sie bieten in Cobbenrode eine spektakuläre Show.

Die Ritterspiele der Lanzenreiter aus Freudenberg sind ein Publikumsmagnet. Sie bieten in Cobbenrode eine spektakuläre Show.

Foto: Gudrun Schulte

Cobbenrode.  Tausende Besucher pilgern an zwei Tagen nach Cobbenrode, um einem großen Mittelalterspektakel beizuwohnen. Die Organisatoren sind glücklich.

Es war ein großartiges Spektakel, das die Cobbenroder zu ihrem 725-jährigen Dorfjubiläum organisiert hatten: Ein Mittelaltermarkt mit allen erdenklichen Attraktionen machte das riesige Gelände rund um den Stertschultenhof an der Bundesstraße 55 zwei Tage lang zu einem Publikumsmagneten. Aus Nah und Fern strömten an beiden Tagen tausende Besucher in den Ort.

Regen stört Festablauf nicht

„Wir haben alles richtig gemacht, wenn man sich anschaut, was hier los ist. Es kann keiner sagen, wir hätten nicht alles möglich gemacht“, sagte Manfred Habbel, Vorsitzender des Heimat- und Fördervereins und musste lachen. Die Organisatoren waren sehr zufrieden mit der Veranstaltung.

Auch das Wetter spielte mit. Trotz angesagter schwerer Gewitter, gab es zwei, drei kleine Schauer am Samstag, die aber den Ablauf nicht störten.

Vorsitzender nimmt extra Reitstunden

Den Höhepunkt beider Tage bot der Einzug des Conradus von Cobbenrode (Rolf Schulte), des Edelmanns, der erstmalig in einer Urkunde aus dem Jahr 1293 erwähnt wird und dessen Lehnsherrn Graf Gottfried von Arnsberg (Manfred Habbel) mit seiner Gattin Anna von Kleve. In farbenprächtigen, historischen Kostümen, begleitet vom eigenen Gefolge, prachtvoll gewandeten Rittern und den Marktbeschickern zog der Tross zur Bühne.

Dort begrüßten die beiden Edlen das Volk und eröffneten den Markt und das bunte Treiben rundum. Manfred Habbel hatte für den Auftritt seit seiner Kindheit erstmals wieder auf einem Pferd gesessen und eifrig Reitstunden genommen. Statt eines Marktvoigts stellte Rosi, die Hexe, in unnachahmlicher Art die Marktbetreiber vor.

Stimmiges Bild

Ein schönes stimmiges Bild ergab sich daraus, dass alle Helferinnen und Helfer ebenfalls mittelalterlich gewandet waren. Wer nicht selbst etwas Passendes im Schrank hatte, hatte sich bei der Freilichtbühne in Hallenberg eingedeckt. Manch Brokatstoff glänzte in der Sonne und die Kopfbedeckungen der Damen zeigten die „Züchtigkeit“ jener Zeit.

Einige Besucher präsentierten sich gleichsam in mittelalterlichem Gewande. Darunter waren viele Fans und Freunde des Mittelalters und seiner Lebensart, die zu Mittelaltermärkten in ganz Deutschland reisen oder in ihrer Freizeit selbst dieses Leben vergangener Jahrhunderte praktizieren - darunter auch Einwohner aus Cobbenrode.

Bisamratte auf dem Spieß

Für die zahlreichen Gäste war viel geboten. Es gab fast alles was mit dem Mittelalter verbunden wird. Speisen und Getränke waren auf die Zeit abgestimmt. Es gab Vielerlei zu erwerben, ob Gewürze, Kräutersalz, Spirituosen - angesetzt und gebraut aus allerlei Obst und Kräutern - aber auch Skurriles und Gewöhnungsbedürftiges wie Bisamratte auf dem Spieß gegrillt. Ob das jemand probiert hat, bleibt ungewiss. Eine Kalligraphin schrieb auf Wunsch kunstvolle Texte. Felle konnten ebenso erworben werden, wie Schmuck aus Bernstein oder Knochen.

Feuershows und Höhenfeuerwerk

Auch die Kinder kamen nicht zu kurz: Bogenschießen, Wikingerschiffe angeln, oder, oder, oder. Weitere spektakuläre Höhepunkte waren die Ritterspiele der Lanzenritter aus Freudenberg. Dort scharten sich viele Zuschauer und begleiteten mit viel Applaus die Kunststücke zu Pferd. Viel Interesse fand auch die Greifvogelschau. Wer mutig war, ließ sich den Weißkopfadler oder den Uhu auf die Hand setzen.

Für die musikalische Atmosphäre sorgte die Gruppe „TalentFrey“ mit Trommeln, Dudelsack und Laute. Nach Einbruch der Dunkelheit sorgten zusätzliche Feuershows und ein Höhenfeuerwerk für faszinierende Stimmung. Das Lager der Händler auf der großen Wiese unterhalb des Stertschultenhofes war die ganze Nacht in das Licht von hunderten Öllampen getaucht. Gefeiert wurde bis in die frühen Morgenstunden - so könnte ein Fest im Mittelalter begangen worden sein.

Die Cobbenroder, die Händler und Darsteller waren sich jedenfalls sicher, dass es so wohl gewesen sein muss und hatten ihren Spaß.

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