Lernen

Tipps: So fällt jungen Leuten das Lernen leichter

Kein idealer Ort zum Lernen: So sollte der Schreibtisch eben nicht aussehen, meint Beraterin Eva Brockmann. Sie sagt, auf dem Schreibtisch sollte nur das liegen, was man an einem Tag auch schaffen kann.

Kein idealer Ort zum Lernen: So sollte der Schreibtisch eben nicht aussehen, meint Beraterin Eva Brockmann. Sie sagt, auf dem Schreibtisch sollte nur das liegen, was man an einem Tag auch schaffen kann.

Foto: Eric Steinberg

Meschede.  Unternehmensberaterin Eva Brockmann gibt Jugendlichen in Meschede Tipps, wie sie besser lernen können. Ihr Rat: Kein Chaos auf dem Schreibtisch.

Der Schreibtisch quillt über, überall liegen Zettel. „Keine gute Lernatmosphäre,“ sagt Eva Brockmann. In Zusammenarbeit mit dem IHK-Bildungsinstitut bietet die Unternehmensberaterin regelmäßig Seminare zum Thema „Das Schreibtisch-Chaos vermeiden“ an.

Offen über Probleme reden

Welche Schwierigkeiten beobachten Sie häufig bei Auszubildenden, die zum Seminar erscheinen?

Eva Brockmann: Die Auszubildenden geben kaum Einblicke in das, was sie bewegt. Sie verhalten sich sehr zurückhaltend, fast schüchtern. Ich vermute, ihnen fehlt die Erfahrung, sich offen über Schwierigkeiten auszutauschen. Ich gehe auch sehr vorsichtig mit den Jugendlichen um, denn sie stehen im übertragenen Sinne schon noch unter „Welpenschutz“.

Wenn ich die Seminare für Fachkräfte im Hinblick auf dieses Thema beleuchte, kann ich eindeutig sagen, dass Erwachsene im Rahmen des dreitägigen Seminars mit der Zeit auftauen und offen über ihre persönlichen Probleme erzählen.

Geben Sie doch bitte fünf wichtige Tipps für die Prüfungsvorbereitung.

1. Jeder sollte für sich klären, welche Lernform, ob alleine oder in der Gruppe die Richtige ist. 2. Wer von Anfang an lernt, hat es später leichter.

Der Stoff ist dann weniger umfangreich und mit diesem Vorgehen schafft man sich eine belastbare Basis für schwieriger werdenden Unterrichtsstoff. 3. Feste Lernzeiten machen es leichter den inneren „Schweinehund“ zu überwinden. 4. Und wenn man sich das Gelernte praktisch und bildlich vorstellt, bleibt es eher im Kopf. 5. Und als Letztes: Lernen im Schlaf. Das klappt wirklich, sofern man sich danach mit keinen ablenkenden Faktoren (TV, Smartphone, Musik) mehr beschäftigt.

Positive Form von Gruppenzwang

Wie stehen Sie zu Lerngruppen?

Durch eine Lerngruppe entsteht im positiven Sinne Gruppenzwang, der die Selbstmotivation erhöht. Gibt es Verständnisprobleme kann man die im direkten Austausch klären. Gleichzeitig muss man jedoch Kompromisse im Hinblick auf das Arbeitstempo und die Zeiteinteilung eingehen.

Haben Sie eine gute Idee, um die eigene Motivation zu steigern?

Mit festen Lernzeiten kann sich das Gehirn an die Anforderungen gewöhnen und der innere „Schweinehund“ lässt sich einfacher überwinden. Vor dem Lernen sollte man sein persönliches Tagesziel festlegen, das realistisch und überschaubar sein sollte. Desweiteren kann man sich persönlich eine Belohnung überlegen, die einen guten Ansporn zur Motivationssteigerung darstellt.

„Philosophie des leeren Schreibtisches“

Wie sieht für Sie ein aufgeräumter Schreibtisch aus?

Hinter einem aufgeräumten Schreibtisch verbirgt sich für mich die Philosophie des leeren Schreibtisches. Demnach sollte immer nur das auf dem Schreibtisch liegen, was man an einem Tag auch schaffen kann.

Wie ist das Seminar aufgebaut?

Zunächst füllen die Teilnehmer einen Fragebogen aus, bei dem es um die eigenen Stärken und Schwächen im Hinblick auf ihre Selbstorganisation geht. Danach stehen Wissensvermittlung und Methoden zu einer strukturierten Arbeitsweise an der Tagesordnung. Auch der Austausch untereinander kommt zwischen den Einheiten nicht kurz. Am Ende bewerten sie die Veranstaltung anhand eines Fragebogens. Bisher hatte die Bewertung immer eine Eins vor dem Komma. Ich interpretiere das als eine „Punktlandung“.

Stress durch körperliche Betätigung kompensieren

Was empfehlen Sie als Entspannung?

Ich rate zu regelmäßigen Pausen und dabei sollte man Dinge tun, die nichts mit dem Lernstoff zu tun haben. Stress lässt sich am besten durch körperliche Bewegung kompensieren, das ist sogar wissenschaftlich erwiesen. Jeder sollte die Sportart betreiben, die ihm Spaß macht. Denn das Wichtigste ist, dass man langfristig bei der Sache bleibt und für sich einen Ausgleich zur Arbeit schaffen kann.

>>>HINTERGRUND<<<

Seit Mai 2014 gibt es zweimal jährlich das Seminar „Schreibtisch-Chaos vermeiden“, organisiert von der IHK. Der nächste Termin findet statt am 31. Januar.

Die Leitung hat Eva Brockmann, die nach einem Studium der Wirtschaftswissenschaften in unterschiedlichen Unternehmen im Marketing und Vertrieb tätig war.

Im Jahr 2005 hatte sich Eva Brockmann als Beraterin, Coach und Trainerin in dem Bereich Selbstmanagement selbstständig gemacht.

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