Verbrechen

Tod im Maisfeld: Ermittler suchen möglichen Helfer

Der mutmaßliche Tatort in Voßwinkel: In diesem Haus lebten die osteuropäischen Bauarbeiter. Die Taschen im Vordergrund stammen von Mitbewohnern, die das Haus wegen der polizeilichen Spurensuche verlassen mussten. 

Der mutmaßliche Tatort in Voßwinkel: In diesem Haus lebten die osteuropäischen Bauarbeiter. Die Taschen im Vordergrund stammen von Mitbewohnern, die das Haus wegen der polizeilichen Spurensuche verlassen mussten. 

Foto: Jürgen Kortmann

Schüren/Voßwinkel.  Nach dem Leichenfund in einem Maisfeld bei Meschede-Schüren: Inzwischen steht fest, dass hier nicht der Tatort war. Die Mordkommission ermittelt.

Im Fall des getöteten 45-jährigen Mannes aus der Ukraine, dessen Leiche Anfang September in einem Maisfeld bei Schüren gefunden wurde, laufen die Ermittlungen der Mordkommission Dortmund weiter auf Hochtouren. Ein Zwischenstand.

Als dringend tatverdächtig gilt ein 28 Jahre alter Pole, der weiterhin in Untersuchungshaft sitzt. Die Dauer der U-Haft ist nicht festgelegt. Im Moment gilt für den 28-Jährigen: Nach sechs Monaten prüft das Oberlandesgericht, ob die Haftgründe noch vorliegen – danach kann die Untersuchungshaft um zunächst weitere drei Monate verlängert werden. Nur wenige Tage nach dem Fund der Leiche hatte sich der 28-Jährige selbst bei der Polizei in Wuppertal gestellt und war zunächst vorläufig festgenommen worden. Danach allerdings stritt er die Bluttat wieder ab.

Todesursache: Erschlagen

In Wuppertal lebt nach Informationen dieser Zeitung auch der Chef der osteuropäischen Bauarbeiter, die bundesweit eingesetzt wurden. Gewohnt haben sie zwischen ihrer Arbeit in einem Haus im Mescheder Ortsteil Voßwinkel. Von dort aus sind es etwa acht Kilometer bis zu dem Maisfeld bei Schüren, in dem der Tote dann von einem Jäger zufällig entdeckt wurde. Sowohl der 28-Jährige als auch der 45-Jährige wohnten in dem Haus in Voßwinkel.

Der Ukrainer ist erschlagen worden. Das Maisfeld ist nicht der Tatort gewesen, das bestätigt der zuständige Staatsanwalt Klaus Neulken (Arnsberg) auf Anfrage. Als möglicher Tatort kommt stattdessen das Haus in Voßwinkel in Frage, wo Blutspuren gefunden sein sollen. Mit Details zu dem möglichen Tatablauf und auch zu einem Motiv hält sich Neulken wegen der noch laufenden Ermittlungen zurück.

Osteuropäer lebten nur untereinander

Geprüft wird, ob dem 28-Jährigen möglicherweise geholfen wurde: Da das Maisfeld nicht der Tatort gewesen ist, muss die Leiche nach Schüren transportiert worden sein – ob der Tatverdächtige das alleine gemacht hat und ob er ein Auto dafür nutzen konnte, will Neulken derzeit nicht kommentieren. Naheliegend wäre, weil die Osteuropäer nur untereinander lebten und keinen Kontakt ins Dorf hatten, dass ein weiterer Mitbewohner verwickelt wäre.

Eine Vermutung, was die Tatwaffe gewesen sein könnte, haben die Ermittler inzwischen auch: Öffentlich sagen sie aber nicht, worum es sich dabei gehandelt haben könnte – „das ist Täterwissen“, so der Staatsanwalt: Soll heißen, die Ermittler können einen Verdächtigen danach befragen und damit konfrontieren. Nur der Täter kennt die genauen Umstände.

>>>HINTERGRUND<<<

Die Staatsanwaltschaft Arnsberg geht in dem Fall juristisch weiter von Totschlag aus. Bei einer Verurteilung würde dem Täter eine Gefängnisstrafe von mindestens fünf Jahren bis zu lebenslänglich drohen.

Noch fehlen Hinweise auf ein mögliches Motiv des Verbrechens. Nicht ausschließen können die Ermittler bislang, dass Alkohol mit im Spiel war. In dem Haus der Osteuropäer war reichlich Alkohol konsumiert worden – Dutzende leere Flaschen fanden sich.

Im Gespräch mit dieser Zeitung sagte einer der Hausbewohner (die wegen der polizeilichen Ermittlungen dann das Haus verlassen und von ihrem Chef aus Wuppertal abgeholt wurden), dass sie auf Baustellen im ganzen Bundesgebiet eingesetzt würden – auch der Getötete.

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