Verbrechen

Toter im Maisfeld bei Meschede: Anklagen gegen zwei Männer

Hier in diesem Haus in Voßwinkel ist der Mann aus der Ukraine vermutlich getötet worden. In dem Haus lebten Bauarbeiter aus Osteuropa.  

Hier in diesem Haus in Voßwinkel ist der Mann aus der Ukraine vermutlich getötet worden. In dem Haus lebten Bauarbeiter aus Osteuropa.  

Foto: Jürgen Kortmann

Voßwinkel/Schüren.  Seine Leiche wurde in einem Maisfeld bei Meschede entdeckt: Wegen des Verbrechens an einem Ukrainer kommen zwei Männer aus Polen vor Gericht.

Zwei Männer werden sich nach dem Leichenfund in einem Maisfeld in Schüren bei Meschede vor Gericht zu verantworten haben. Staatsanwalt Klaus Neulken will beide anklagen.

Bei den Männern handelt es sich um zwei 28 und 37 Jahre alte Polen. Ihnen wird die Staatsanwaltschaft gemeinschaftlichen Totschlag vorwerfen: Bei einer Verurteilung drohen ihnen dann zwischen 5 und 15 Jahre Gefängnis. Zu einem Prozess vor dem Landgericht Arnsberg wird es voraussichtlich Anfang 2020 kommen.

Beide Verdächtigen sitzen in Untersuchungshaft. Spätestens sechs Monate nach der Festnahme eines Beschuldigten muss ein Prozess stattfinden: In diesem Fall war der erste Verdächtige, der 28-Jährige, am 5. September festgenommen worden. Der 37-Jährige war Anfang November verhaftet worden. Bei ihm waren DNA-Spuren gesichert worden.

Motiv völlig unklar

Beiden Männern wird vorgeworfen, einen 45 Jahre alten Mann aus der Ukraine getötet zu haben. Seine Leiche war zufällig am 1. September in dem Maisfeld gefunden worden. Der Mann war erschlagen worden. Das Opfer und die Tatverdächtigen gehörten zu osteuropäischen Bauarbeitern, die in der Zeit zwischen ihren bundesweiten Arbeitseinsätzen in einem Wohnhaus im sieben Kilometer entfernten Voßwinkel bei Calle lebten. Das Haus, in dem Blutspuren gefunden wurden, scheint auch der Tatort gewesen zu sein.

„Die Ermittlungen gehen dem Ende entgegen“, so Staatsanwalt Neulken. Die Mordkommission Dortmund hatte ermittelt. Bislang deutet sich ein Indizienprozess an, um die Männer zu überführen. Denn der 28-Jährige gibt an, unschuldig zu sein, der 37-Jährige macht keine Angaben. Vollkommen unklar ist, warum sich das Verbrechen ereignet hat: „Ich habe bislang kein echtes Motiv.“

Streit zwischen Ukrainer und Polen

Möglicherweise wird sich das erst im Prozess aufklären lassen: „Ich will die Sache schon verstehen, die ich anklage“, sagt Neulken – betont aber, dass es auch Verbrechen gebe, wo sich kein Motiv finden lasse. Bislang deutet sich in diesem Fall nur an, dass es Streit zwischen dem Ukrainer und den Polen gegeben haben soll – und das Alkohol dabei eine Rolle gespielt haben könnte.

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