Tourismus

Tourismus-Chef wünscht sich Tretboote auf dem Hennesee

Der Hennesee, hier vom Flugzeug aus mit Fischaugen-Objektiv fotografiert, ist Anziehungspunkt auch für Urlauber, sagt Tourismus-Chef Norbert Arens. Der See habe seinen ganz eigenen Charakter.

Der Hennesee, hier vom Flugzeug aus mit Fischaugen-Objektiv fotografiert, ist Anziehungspunkt auch für Urlauber, sagt Tourismus-Chef Norbert Arens. Der See habe seinen ganz eigenen Charakter.

Foto: Hans Blossey / www.blossey.eu

Meschede/Bestwig.  Die Ferienzeit steht an: Norbert Arens, Tourismuschef der Region Meschede und Bestwig, blickt voraus - und erklärt den Charme des Hennesees.

Gut, dass Tourismus-Chef Norbert Arens selber gerne wandert: Er kann nachvollziehen, was sich Urlauber bei uns in der Region wünschen. Im Interview spricht er über die bevorstehende Ferienzeit, seine Lieblingsroute beim Wandern - und darüber, wo er selbst Urlaub macht.

Hennesee und Ruhrtal-Radweg ziehen

Die Sommerferien stehen vor der Tür. Was erwarten Sie für unsere Tourismus-Region?

Es gibt viele Anfragen, auch zu Details, ganz aktuell zum Beispiel zum Angeln oder zu den Offroad-Touren. Die Ferienwohnungen sind gut gebucht, die Hotels haben mit ihren Arrangements nachgezogen und bieten Angebote für Wochenenden an. Der Hennesee als Ziel ist insbesondere ein Thema im Sommer. Gerade kam eine Dame aus Mönchengladbach zu uns, die so begeistert vom Hennesee war. Sie ist über ein Arrangement vom Welcome-Hotel hierhergekommen. Ich glaube, die fünf Sauerland-Seen ziehen jedes Jahr mehr Urlauber als Ziele an.

Woher kommen die Gäste, die Meschede und Bestwig besuchen?

Schwerpunkt ist NRW, dann noch Holland. Dazu kommt der Bereich südlich von Bremen und das Münsterland. Es hängt davon ab, wo die Hotels ihre Werbeschwerpunkte setzen. Die Kooperationen sind wichtig, zum Beispiel beim Ruhrtal-Radweg: Wer Fluss-Radwege im Urlaub befährt, der stößt irgendwann auf den Ruhrtal-Radweg – so kommen auch Urlauber aus Bayern oder Baden-Württemberg hierher. Bestwig und Meschede sind dabei in der Regel schon ein Übernachtungsstandort. Es hängt immer davon ab, wie weit die Leute angereist sind. Wer mittags in Winterberg startet, der fährt gerne bis hierher.

Pflege der Wege ist ein Dauerthema

Es sind auffallend viele Holländer bei uns zu sehen. Beobachten Sie das auch?

Ja, im Sommer sind das bestimmt 50 Prozent der Gäste. Im Moment ist da der Campingplatz am Hennesee ganz gut am Start. Mittlerweile kann man nicht nur Fahrräder, sondern auch E-Bikes leihen und Kanu auf dem Vorbecken fahren. Das gab es vorher nicht. Auch das Ferienprogramm erreicht die Holländer mit. Meschede ist mit dem Henne-Ruhr-Markt, der Himmelstreppe und dem Ruhrtal-Radweg zum Anlaufziel für viele Tagesausflügler geworden.

Wir haben inzwischen so viele Wanderangebote. Reichen die aus oder müssen noch weitere entstehen?

Es kommt auf die Qualität an. Die Pflege ist ein Dauerthema. Mindestens 35 Prozent sollen als Qualitätskriterium naturnaher Boden sein. Und das bedeutet dann eben keine Wald-Schotter-Piste. Wenn ich mir einen Pfad angeschaut habe, über den man gehen könnte und das mit den Eigentümern abgestimmt habe, dann dauert es nicht lange, und der Pfad wächst wieder zu. Da sind wir immer dran, dass Wege freigeschnitten werden. Die Themenwege sind stark nachgefragt, aktuell zum Beispiel der Pilgerweg zwischen den Klöstern in Meschede und Bestwig. Mittelfristig überlegen wir dafür schon eine Ausschilderung. Es ist ein fantastisches Ding, das die beiden Klöster da kooperieren.

„Wow, das ist aber schön!“

Sind Sie die ganzen Wanderwege selbst schon mal gegangen?

Ich wandere supergerne! Ich probiere immer etwas Neues aus. 50 bis 60 Prozent der Wege hier bin ich gelaufen. Am 1. Mai zuletzt mit der Familie den Wanderweg A 8, der den Hennesee umrundet. Wir müssen da nur mal dran: A 8 klingt nicht mehr so supertoll. Wir erzählen den Leuten auch oft von dieser Route, weil man dort schöne Ausblicke hat.

Haben Sie eine Lieblingsroute?

Es hängt von der Stimmung ab. Am 1. Mai gehe ich lieber in den Wald, um Bollerwagen zu entgehen. Wenn wir mit Gästen unterwegs sind, binden wir eigentlich immer den Hennesee mit ein. Ganz toll ist die Strecke von Meschede über den Kamm oberhalb des Hennesees, die auf auf Xavers Ranch zugeht. Das ist sehr schön vom Wegeverlauf. Wenn man dann über den Hennesee zurückgeht, denkt der Besucher: Wow, das ist aber schön!

See mit eigenem Charakter

Was fehlt Ihnen hier noch an Angeboten für Urlauber? Gibt es eine Lücke?

In der Entwicklung der Sauerland-Themen wird auf allen Ebenen gut gearbeitet. Das wird sehr professionell gemacht. Es sind Details, die fehlen: Jetzt fehlen noch Tretboote auf dem Hennesee. Das wird sich vielleicht mal ändern. Den spaßigen Wassersport gibt es jetzt mit dem Stand-Up-Paddling. Wahrscheinlich ginge aber noch mehr, meine ich. Auf der anderen Seite hat der Hennesee eben seinen eigenen Charakter: Eher nicht diese große Nähe zum Publikum wie am Biggesee oder am Möhnesee. Hier genießen die Menschen eben die Ruhe.

Wo macht ein Tourismus-Profi selber Urlaub?

In diesem Jahr wird es Irland sein. Meine 17-jährige Tochter möchte noch mal mit uns in Urlaub fahren – wenn wir nach Irland fahren würden. Irland kam sehr überraschend, ich dachte, sie würde eher nach Spanien wollen. Wir erkunden Dublin, dann den Süden und die Westküste, danach rauf in den Norden. Zuletzt waren wir mehrmals in Frankreich.

Den Rhythmus des Tages spüren

Worauf achten Sie bei Ihren Urlauben? Was ist Ihnen wichtig?

Auch das Wandern: Nichts macht einen zufriedener, als beim Wandern den Rhythmus des Tages zu spüren und danach einzukehren – da wo es schön ist. Man darf auch 30, 40 Kilometer fahren, um dann einen besonders schönen Weg zu erleben, der vielleicht im Reiseführer steht. Ich finde, beim Wandern erlebt man am meisten. Ich bin deshalb nicht so der Radfahrer: Das geht für mich zu schnell vorbei.

Haben Sie ein persönliches Traumziel?

Georgien würde ich gerne einmal erkunden. Mein Sohn war in Malaysia und Kambodscha, das reizt mich nicht so. Ich bin mehr der europäische Typ.

>>>Zur Person


Norbert Arens ist seit 2004 Geschäftsführer der Touristischen Arbeitsgemeinschaft „Rund um den Hennesee“.

Vorher war er Leiter des Verkehrsamtes Bestwig.


Arens ist von Hause aus Geograf: Er studierte in Trier Angewandte Geografie/Fremdenverkehrsgeografie mit Schwerpunkt Tourismus.


Der 53-Jährige lebt in Ostwig.

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