Fusion

Über die Auswirkungen der Sparkassen-Fusion in Schmallenberg

Die Sparkassen aus Meschede, Schmallenberg und Finnentrop werden fusionieren. Der Schmallenberger Vorstand  verspricht: Für Bürger vor Ort werde sich nichts ändern.

Die Sparkassen aus Meschede, Schmallenberg und Finnentrop werden fusionieren. Der Schmallenberger Vorstand verspricht: Für Bürger vor Ort werde sich nichts ändern.

Foto: Bernd Weissbrod

Schmallenberg.   Welche Auswirkungen hat die Sparkassen-Fusion für die Kunden aus Schmallenberg? Das wollten wir vom Vorstandsvorsitzender Peter Vogt wissen.

Bereits vor drei Wochen wurde bekannt, dass drei Sparkassen in der Region zusammengehen: Meschede, Schmallenberg und Finnentrop gaben ihre Fusion bekannt (wir berichteten). Was dieser Zusammenschluss konkret für die Kunden vor Ort bedeutet und wie die Zukunft in Schmallenberg aussieht, erklärt Vorstandsvorsitzender Peter Vogt im Interview.

Was bedeutet die Fusion für Schmallenberg? Ändert sich etwas für die Kunden?

Peter Vogt: Für die Kunden soll möglichst alles gleich bleiben. Das beginnt schon bei den Ansprechpartnern und dem Service vor Ort, da wird sich nichts ändern. Es wird keine fusionsbedingten Geschäftsstellenschließungen geben und auch alle Automaten sollen bleiben. Das einzige, was sich für die Kunden konkret ändern wird, ist die IBAN bzw. Kontonummer. In diesem Prozess werden wir sie natürlich bei allen Fragen begleiten. Wann genau die technische Umstellung erfolgt, können wir zum aktuellen Zeitpunkt aber noch nicht sagen.

Wie sehen Sie als Schmallenberger denn diesen Zusammenschluss?

Ich sehe diese Entscheidung absolut positiv. Es ist genau der richtige Schritt zur richtigen Zeit. Durch die Digitalisierung und Regulierungen sehen wir uns vielen Herausforderungen gegenüber, die man gemeinsam in einer größeren Einheit besser bewältigen kann.

Was sind das beispielsweise für Regulierungen?

Nach der Finanzkrise wurden viele Regulierungen eingeführt, die im Großteil auch kleine Banken erfüllen müssen. Zum Beispiel geht es darum, bestimmte Daten an die Bundesbank zu melden. In einer größeren Einheit kann man solche Herausforderungen besser angehen.

Und was ändert sich für die Mitarbeiter? Wird es Entlassungen geben?

Nein, fusionsbedingt wird niemand entlassen. Wir haben dann zusammen mehr als 300 Mitarbeiter. Alle sollen in diesem Prozess mitgenommen werden. Für die Mitarbeiter werden sich künftig natürlich viele Arbeitsabläufe ändern, weil man sich anders abstimmen muss. Diese Abläufe müssen sich dann erst noch einspielen.

Kann es denn sein, dass Abteilungen verlagert werden - zum Beispiel nach Meschede?

Das ist durchaus möglich. Aber alle drei Standorte sind weiterhin auch Hauptstellen, die genutzt werden sollen. Wo welche interne Abteilung dann angesiedelt wird, müssen wir noch schauen. Der Hintergrund ist, dass es einfach besser ist, wenn eine Abteilung zusammensitzt. So kann der Austausch untereinander optimal funktionieren. Bei dieser Entscheidung versuchen wir natürlich, die Wünsche unserer Mitarbeiter zu berücksichtigen.

Wie sollen in Zukunft die Schmallenberger Interessen gewahrt werden? Wird künftig alles am Hauptsitz in Meschede entschieden oder hat Schmallenberg auch noch ein Mitspracherecht?

Was ich absolut positiv betonen muss ist, dass alle Gespräche zur Fusion bisher auf Augenhöhe stattgefunden haben. Wir sind uns alle einig, dass das weiterhin so funktionieren soll. Das wird sich auch in der Besetzung der Vorstandspositionen und Gremien widerspiegeln. Wie schon gesagt: Wir wollen alle in diesem Prozess mitnehmen. Meschede wird zwar der juristische Hauptsitz sein, aber an allen drei Hauptstellen werden weiterhin auch dezentral Entscheidungen getroffen - insbesondere, was die Kundenbetreuung angeht.

Bisher hat sich die Stadtsparkasse vor Ort stark engagiert. Wie sieht es in Zukunft mit dem Sponsoring aus - auch mit Blick auf die Schmallenberger Woche?

Viele Mitarbeiter und Vorstandskollegen engagieren sich ehrenamtlich in Schmallenberg. Daran wird sich künftig nichts ändern. Im Gegenteil: Wir werden das weiterhin stark unterstützen. Was Spenden und Sponsoring angeht, ist auch das für die Zukunft gesichert und wir werden da nichts zurückfahren.

Ein riesiger Vorstand - das ist teuer. Wie lange kann das so bleiben?

Die Mitarbeiter und Vorstände haben in den vergangenen Jahren erfolgreich gearbeitet. Sie sind die Repräsentanten vor Ort und sollen es auch in Zukunft bleiben. Fusionsbedingt wird wie gesagt niemand entlassen. Einsparpotenziale sollen über die Zeitschiene durch die natürliche Fluktuation geregelt werden. Bedeutet: Scheidet ein Mitarbeiter beispielsweise altersbedingt aus, wird diese Stelle gegebenenfalls nicht mehr nachbesetzt.

Und wie sieht es bei Ihnen aus: Bleiben Sie in Schmallenberg oder ziehen Sie nach Meschede?

Ich werde auch weiterhin in Schmallenberg wohnen. Ich lebe mit meiner Familie seit fast elf Jahren hier, wir sind alle begeisterte Schmallenberger geworden und fühlen uns hier sehr wohl.

Der Rat muss der Fusion noch zustimmen

„Der Rat ist das entscheidende Gremium“, sagt Peter Vogt. Dieser muss der Fusion noch zustimmen. Den Räten der Städte Meschede und Schmallenberg sowie der Gemeinden Eslohe und Finnentrop soll das Vorhaben noch vor den Sommerferien vorgelegt werden.

Als Vorstandsvorsitzender wird der bisherige Chef von Meschede, Peter Schulte, gehandelt. Bürgermeister Bernhard Halbe wird als Verwaltungsratsvorsitzender vorgeschlagen.

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