Open Air

Über Krach am Bach und die Männer mit den starken Nerven

Die Organisatoren von Krach am Bach: Christian Molitor, Christian Siewers, Thomas Ludemann, Ludger Flashar und Dirk Schmidthaus (von links).  

Die Organisatoren von Krach am Bach: Christian Molitor, Christian Siewers, Thomas Ludemann, Ludger Flashar und Dirk Schmidthaus (von links).  

Foto: Frank Selter

Eslohe.  Nach 20 Jahren Krach am Bach bringt die Organisatoren des Esloher Festivals nichts mehr aus der Ruhe. Na ja, fast nichts!

Die Männer von Krach am Bach bringt so schnell nichts aus der Ruhe. „Höchstens noch das Wetter“, sagt Ludger Flashar und schmunzelt.

Doch damit hatten die Organisatoren des Open-Air-Festivals bei den zurückliegenden 19 Veranstaltungen ziemliches Glück. Und das soll beim runden Geburtstag des Festivals im Kurpark am 27. Juli nicht anders sein. Momentan steckt das fünfköpfige Organisationsteam mitten im Vorbereitungsendspurt für die 20. Veranstaltung.

Ludger Flashar ist von Beginn an mit dabei. Er erinnert sich noch gut an die Anfänge: In Eslohe sei kulturell nicht allzu viel los gewesen.

Eine Plattform für Garagenbands

Das habe man ändern wollen. „Wir wollten damals unter anderem Garagenbands eine Plattform bieten“, sagt er. Denn von denen habe es zu dieser Zeit eine ganze Menge gegeben. In den ersten Jahren standen außerdem auch mal der Bläserchor und der MGV aus Eslohe auf der Bühne. Es gab Flaschenbier und eine Bratwurstbude. Seinen Rock-Charakter hat der Abend im Kurpark erst viel später bekommen. „Das Ganze hatte ursprünglich eher etwas von Straßenfest“, sagt Flashar. Eines hat sich in all den Jahren allerdings nicht verändert: Der Erlös kommt nach wie vor der Jugendarbeit in den Vereinen zu Gute. 115.000 Euro waren es bislang insgesamt. In diesem Jahr soll nochmal eine Schüppe draufgelegt werden.

Seit 2008 gehören neben Ludger Flashar auch Christian Siewers und Christian Molitor zum Organisationsteam, 2009 kam Dirk Schmidthaus hinzu und im Jahr 2017 Thomas Ludemann. Wieviel Zeit sie jährlich in die Organisation des Festivals stecken, haben sie noch nie ausgerechnet. Dafür mache diese ehrenamtliche Arbeit einfach zu viel Spaß. Fakt ist aber: Es gibt eine Liste mit rund 150 Punkten, die es Jahr für Jahr für sie abzuarbeiten gilt. Inzwischen Routine. Jeder hat seine Aufgaben. „Das Gelingen der Veranstaltung hängt aber keineswegs nur von uns ab, sagen Christian Siewers und Thomas Ludemann unisono und zählen auf: 60 Griller, 20 Leute für den Auf- und Abbau, 30 fürs Thekenteam und weitere 10 fürs Einsammeln der Gläser und des Mülls. „Ohne sie, ohne Sponsoren und ohne die Akzeptanz insgesamt, würde es die Veranstaltung nicht geben“, betonen sie ausdrücklich.

Erinnerung mit Schrecken

Und über die Akzeptanz in der Bevölkerung kann sich das Organisationsteam ebenso wenig beklagen, wie über das Wetter in den vergangenen 20 Jahren. Rund 1800 Besucher pilgern inzwischen in den Kurpark - in den Anfängen waren es gerade einmal 500. Mit Schrecken erinnern sich die tatkräftigen Männer noch ans Jahr 2017 zurück. Damals drohte ihnen die Veranstaltung aufgrund des Besucheransturms kurzzeitig ein wenig über der Kopf zu wachsen. Der Auftritt von Tom Astor, die Aufwertung durch ein üppiges Streetfood-Angebot und die Abschaffung des Eintritts lockten plötzlich 2000 Menschen. Erwartet hatten sie rund 1000.

Ziel erreicht

„Wir wollten neue Zielgruppen erreichen“, sagt Dirk Schmidthaus. Ziel erreicht! Dass das neue Konzept allerdings ein solcher Erfolg werden würde, damit hatte niemand im Team gerechnet: Unter anderem musste kurzfristig eine Bierbude nachgeordert werden. Das Streetfood war bereits um 20 Uhr ausverkauft. „Der Abend war der pure Stress“, sagt Siewers und lacht. Die anderen nicken zustimmend.

Und nicht nur bei den Besuchern ist Krach am Bach im Laufe der Jahre immer beliebter geworden - auch bei den Bands kommt das Festival gut an. Rund zehn Bewerbungen trudeln pro Jahr ein. Auf die allein verlassen sich die Organisatoren aber keineswegs. „Wir machen auch Lehrfahrten“, sagt Christian Siewers und schmunzelt.

Neue junge Leute im Team

Eine davon führte vor ein paar Jahren zur Veranstaltung „Blues Schmus Apfelmus“ ins oberhessische Laubach. Mit Übernachtung. „Das war ein anstrengendes Seminar“, witzelt Christian Molitor mit Blick auf den Verlauf des feucht-fröhlichen Wochenendes. Aber es war immerhin erfolgreich. Zwei der Bands, die sich die Truppe dort angehört hat, spielten später in Eslohe. Aber auch bei Konzerten in der Umgebung schauen sich die Organisatoren um - etwa bei den Open Airs in der Mescheder Innenstadt.

Ans Aufhören denkt im Organisationsteam zwar noch niemand. „Dennoch würden wir uns natürlich über junge Leute im Team freuen, die irgendwann mal unsere Nachfolge antreten“, sagt Christian Molitor. Schließlich soll der 20. Geburtstag nicht der letzte runde des Festivals sein!

Angebote für Gruppen, Firmen und Vereine

Vereine, Firmen oder größere Gruppen, die am Samstag, 27. Juli, im ungewöhnlichen Rahmen von „Krach am Bach“ im Kurpark ihr Sommerfest feiern möchten, können unter www.krachambacheslohe.de Kontakt mit den Organisatoren aufnehmen. Dann wird auf dem Gelände entsprechend Platz reserviert.

Los geht es an diesem Tag um 17 Uhr. Diesmal mit Bands der Musikschule HSK und einer Barbecue-Party. Am Abend spielen die Formationen „Das Wunder“ und „The Monotypes“.

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