Landwirtschaft

Ungewöhnliche Geschäftsidee in Meschede

Mitglieder der Solidarischen Landwirtschaft beim freiwilligen Ernteeinsatz.

Foto: Privat

Mitglieder der Solidarischen Landwirtschaft beim freiwilligen Ernteeinsatz. Foto: Privat

Meschede.  Unternehmer Christian Bierbaum und Felix Müller gründen die „Gemüseglück GbR“. Damit planen sie eine solidarische Landwirtschaft in Meschede.

Mit frischem Gemüse, zu 100 Prozent ökologisch angebaut, und einer ungewöhnlichen Geschäftsidee wollen die Mescheder Unternehmer Christian Bierbaum und Felix Müller an den Markt gehen: Sie planen eine solidarische Landwirtschaft (SoLaWi). Die Gemüseglück GbR ist bereits gegründet. Offizieller Start ist im Mai. Doch jetzt suchen sie dafür Unterstützer.

Idee gleichzeitig

Die Idee dazu hatten die beiden Familienväter - der Eversberger Bierbaum ist Geschäftsführer der Eversberger Dachdeckerfirma Davice und Felix Müller selbstständiger Garten- und Landschaftsbauer - ungefähr gleichzeitig. Beide hörten vom Almhof in Elspe und waren fasziniert. Dort baut ein Landwirt mit Unterstützung von rund 70 Kunden Gemüse an.

Die Gemeinschaft erhält wöchentlich einen Ernteanteil, von dem, was gerade wächst. „Das reicht von Zucchini über Möhren, Salat und Kohl bis zu Rote Beete“, erläutert Müller, der auch Gemüsebau gelernt hat. Die Kunden erhalten ihren Anteil immer samstags direkt frisch vom Feld.

Beide wissen: „Viele Landwirte arbeiten heute unter enormem Erfolgsdruck, sie müssen optimale Ware abliefern. Das geht meist nicht ohne künstlichen Dünger und Pestizide.“

Hinzu kommt laut Bierbaum, „dass die Kunden bei uns ihr Gemüse direkt vom Feld bekommen. Frischer geht es nicht.“

Monatlicher Ernteanteil

Felix Müller betont: „Wir wollen den Produktionsdruck wegnehmen, indem die Kunden einen monatlichen Ernteanteil zahlen. Dafür erhalten sie gesundes Gemüse der Saison.“ Mitarbeit auf dem Feld ist gewünscht, aber keine Bedingung. Zwischen 70 und 100 Euro beträgt wahrscheinlich in Meschede der monatliche Beitrag, vermutet Christian Bierbaum.

Auch in Elspe holen sich die Mitglieder einmal pro Woche ihr Gemüse am Hof ab. Diese wöchentliche Versorgung, so steht es auf der Homepage, reicht trotz natürlicher Schwankungen je nach Wetter und Ernteerfolg, um eine Person durchs Jahr zu bringen.

Viel Idealismus

Eine große Portion Idealismus gehört auf beiden Seiten dazu, geben Bierbaum und Müller zu: „Wir wollen daran nichts verdienen, nur unsere Kosten decken.“ Sie sind überzeugt, dass sie viele Menschen für ihr Modell begeistern können: vom Steuerberater, der in der Gartenarbeit Entspannung sucht, über die Familie, die Kindern nahebringen will, wie, wo und wann Gemüse wächst bis zum Senior, der noch weiß, wie frisches Gartengemüse schmecken kann, den Nutzgarten aber aus Altersgründen aufgegeben hat.

„Und nicht zuletzt geht es auch um gesundes Essen“, betont Müller und verweist darauf, dass Darmerkrankungen trotz unserer hohen Gesundheitsstandards zunehmen. Für ihn ein Zeichen, dass der Körper unter Pestizid- und Düngemitteleinsatz leidet.

Altes Wissen beim Anbau

Selbst beim Saatgut achtet Müller deshalb darauf, dass Gentechnik und Chemie außen vor bleiben. „Dafür greifen wir auch auf altes Wissen beim Anbau zurück.“

Müller und Bierbaum hoffen, dass sich - wie in Elspe - auch in Meschede Menschen finden, die sagen: Gemeinsam leisten wir einen Beitrag zu einer nachhaltigen und umweltbewussten Lebensweise und zu einem Umdenken bei den Verbrauchern.“

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