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Ungewöhnliches Verfahren stößt auf Unmut in Eversberg

Eversberg von oben: Für den historischen Ortskern werden jetzt neue Ideen gesucht.

Eversberg von oben: Für den historischen Ortskern werden jetzt neue Ideen gesucht.

Foto: Blossey

Eversberg.   Statt in einer öffentlichen Versammlung hat Meschedes Stadtverwaltung ein Konzept für Eversberg beim Bäcker ausgelegt - das stößt auf Unmut.

Das Integrierte Stadtentwicklungskonzept für Eversberg soll vermutlich in der Mai-Sitzung des Mescheder Stadtrates beschlossen werden. In dem Konzept werden – wie berichtet – Ideen für die Zukunft Eversbergs genannt, unter anderem Neugestaltungen und ungewöhnliche Lösungen für das Park-Problem, etwa durch Parkhäuser im Ort.

Auswertung ja, öffentliche Beratung nein

Die Stadtverwaltung will nun Anregungen und Änderungswünsche, die die Eversberger bei Sprechstunden mit Ortsvorsteher Willi Raulf gemacht hatten, in das Konzept einarbeiten: „Es gibt viele Rückläufe, die werten wir jetzt aus“, so Fachbereichsleiter Klaus Wahle im Ausschuss für Stadtentwicklung.

Eine erneute öffentliche Beratung über das dann geänderte Konzept soll es aber nicht mehr geben, teilte die Verwaltung mit. Schließlich gehe es nur darum, einen Rahmen für künftige finanzielle Förderungen zu schaffen: Einzelfälle könnten dann immer noch diskutiert werden.

Sonst dominieren Gestaltungsfragen

Unmut im Ort – räumt Wahle ein – gab es über das ungewöhnliche Verfahren, dass die Stadtverwaltung gewählt hatte, um das Konzept vorzustellen: Ein Aushang, eine Online-Beteiligung, die Auslegung in der Bäckerei, die Sprechstunden mit dem Ortsvorsteher.

Bewusst, so Wahle, sei auf eine klassische öffentliche Versammlung verzichtet worden: „Das wollten wir nicht“ – denn dabei hätten dann Gestaltungsfragen im Mittelpunkt gestanden, etwa die Frage einer Zulässigkeit von Photovoltaik- und Solaranlagen, die aber wiederum kein Kernthema innerhalb des Konzeptes seien.

Ratsmitglied Birgit Tillmann (CDU) bestätigte die Kritik aus Eversberg an dem Verfahren: „Viele waren sehr ungehalten über die Vorgehensweise“ – sich beim Brötchenkauf in der Bäckerei mit einer 144 Seiten starken Vorlage beschäftigen zu sollen, „war nicht so optimal“: „Die Leute wollten richtig informiert werden.“ Nicht gegen das Konzept habe man etwas, aber sehr wohl etwas gegen die Vorgehensweise.

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