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Unsicherheit im Krankenhaus Meschede beseitigt

Unser Bild zeigt eine Schwangere bei der 3D-Ultraschallunterschung.

Foto: Keystone

Unser Bild zeigt eine Schwangere bei der 3D-Ultraschallunterschung. Foto: Keystone

Meschede.   Reaktionen auf die Schließung der Geburtshilfe am Krankenhaus in Meschede: Noch weniger Personal hätte die Abteilung nicht bewältigen können.

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Bürgermeister Christoph Weber drückt das aus, was viele Mescheder und viele Menschen aus der Umgebung gerade empfinden: „Alles war umsonst.“ Wie berichtet, wird die Geburtshilfe-Abteilung am Mescheder Krankenhaus vorzeitig Ende April schließen und nach Hüsten umziehen. Künftig werden die Mescheder Kinder damit nicht mehr in Meschede geboren. Weber sagt freimütig: „Ich gestehe ein: Das ist meine bislang größte Niederlage. Punkt.“

Auch den Bürgermeister hat die Entwicklung überrollt, er wurde am Montagmorgen darüber in Kenntnis gesetzt. Mittags wurden die Mitarbeiter am Krankenhaus informiert. Dass sich an der Schließung der Geburtshilfe vom Grundsatz nichts mehr ändern würde, das war Christoph Weber spätestens seit Januar klar: Damals stellte sich Landes-Gesundheitsministerin Barbara Steffens auch öffentlich hinter die Kooperationspläne zwischen den heimischen Kliniken. Dass nun rasch Fakten geschaffen werden, überraschte auch das Stadtoberhaupt.

Zulässig: Fakten zu schaffen

Dieses Faktenschaffen ist zulässig – auch wenn die Pläne des Mescheder Krankenhauses und des Klinikums Arnsberg noch bei der Bezirksregierung in Arnsberg liegen. Sie sind Teil eines Gesamtpakets zur Krankenhausplanung in der Region. Die Bezirksregierung macht eine Vorprüfung, danach entscheidet das Landes-Gesundheitsministerium darüber – da schließt sich der Kreis, siehe oben: Die Ministerin setzt sich für verstärkte Kooperationen ein.

Versorgungsauftrag erfüllen

Christoph Söbbeler, Sprecher der Bezirksregierung, sagt, dass dieses Schaffen von Fakten durchaus zulässig sei: „Das ist eine unternehmerische Entscheidung, die die Häuser schaffen.“ Die Verlegung der Geburtshilfe „bewegt sich im Rahmen dessen, was die Häuser ohnehin auf der Agenda haben“. „Man kann die Augen nicht angesichts der neuen Entwicklungen verschließen“, sagt Söbbeler: „Das Karussell dreht sich weiter. Es ist besser, sich aktiv darauf einzustellen.“ Denn die Krankenhäuser müssen ja ihrem Versorgungsauftrag nachkommen. Würde am Mescheder Krankenhaus weiteres Personal die Abteilung verlassen, wäre der Auftrag hier nicht zu erfüllen.

Weiteres Personal drängt auf Arbeitsmarkt

Wie berichtet, drängt jetzt weiteres Personal aus Menden – wo ebenfalls eine Geburtshilfe-Abteilung schließen soll – auf den Arbeitsmarkt. Deshalb müssen sich die Mescheder Mitarbeiter rascher entscheiden, wo sie ihre berufliche Zukunft sehen. Die Geburtshilfe in Meschede war zuletzt bereits an zwei Nächten abgemeldet worden, weil es angesichts einer Minimalbesetzung durch Krankheitsfälle Personalengpässe gegeben hatte. „Eine weitere Urlaubszeit hätte die Abteilung nicht bewältigen können“, heißt es auch dem Krankenhaus. Dass jetzt eine Entscheidung gefällt wird, verstehen auch die Mitarbeiter, heißt es: „Es war klar, dass der Tag kommen wird. Letztlich beseitigt das auch Unsicherheit bei den Frauen“, sagt eine Mitarbeiterin.

Probezeiten beim Wechsel

In der Mitarbeiterversammlung am Montag sind den Beschäftigten Anschluss-Arbeitsverträge in Hüsten zugesagt worden. Arbeitsrechtlich ist die Verlagerung der Geburtshilfe keine Betriebsübernahme, sondern eine Teilschließung. Deshalb gibt es jetzt eine Einschränkung, über die noch verhandelt werden soll: Denn Werner Kemper, Sprecher der Geschäftsführung des Klinikums Arnsberg, will nach unseren Informationen Probezeiten in die Anschlussverträge aufnehmen – das war zuvor offenbar nicht vereinbart.

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