Politik

Urlaub und Party: Jetzt hat Merz seinen Corona-Shitstorm

Der CDU-Politiker Friedrich Merz aus dem Hochsauerlandkreis. Er bewirbt sich um den Bundesvorsitz seiner Partei. Teile der Bevölkerung sind ihm zu „urlaubsfixiert“.

Der CDU-Politiker Friedrich Merz aus dem Hochsauerlandkreis. Er bewirbt sich um den Bundesvorsitz seiner Partei. Teile der Bevölkerung sind ihm zu „urlaubsfixiert“.

Foto: Michael Kappeler / AFP

Meschede/Arnsberg.  Der Bewerber für den CDU-Bundesvorsitz Merz wollte auf die Bedeutung der Bildung hinweisen. Dafür kritisierte er Party und Urlaub - mit Folgen.

Wenige Stunden, nachdem sich der CDU-Bundestagsabgeordnete Patrick Sensburg einen Shitstorm eingefangen hatte, ist auch sein Sauerländer Kollege Friedrich Merz im kleineren Rahmen betroffen. Der CDU-Kandidat um den Bundesvorsitz hatte am Montagabend einen Tweet von seinem Team absetzen lassen, in dem er bemängelte, dass ihm in Deutschland zurzeit zu viel über Urlaubsbeschränkungen und die Partyszene geschrieben werde. Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten.

Einerseits hatte Merz die Bedeutung der Bildung in den Vordergrund rücken wollen. Es gehe derzeit zu wenig um die Probleme der Schulen, betonte er in dem Tweet. „Wir müssen gerade jetzt alles tun, damit der Bildungsrückstand nicht zu groß wird.“ Andererseits war es nicht das erste Mal, dass Merz den Wunsch der Bevölkerung nach Urlaub kritisiert.

Neben beinahe 500 Likes - also einer Zustimmung - hagelte es in den Antworten allerdings Kritik - beispielsweise so: „Zu den Urlaubseinschränkungen erinnere ich Sie daran, wie DDR-Bürger für Reisefreiheit kämpften, und dies jetzt de-facto wieder eingeschränkt wird.“ Ein anderer User schrieb: „Haben Sie auch daran gedacht, dass es gerade die Familien mit Kindern waren, die aktuell im Herbst den Urlaub für ihre Kinder suchten...“

Bildungsrückstand mangelnder Digitalisierung

Vor allem aber wurde Merz und der Politik vorgeworfen, sich nicht schon längst um die Schulen gekümmert zu haben. „Sie waren von 1994 bis 2009 im Deutschen Bundestag tätig… Eigentlich die Zeit, in denen man Weichen hätte stellen können...Was haben Sie denn da gemacht?“. Ein anderer schrieb: „Welche Partei ist noch mal seit Jahren an der Schule und hat ganz der Konservativen Tradition nichts, aber auch gar nichts für eine bessere Ausstattung, Digitalisierung, Lehrerausbildung und moderne Lehrpläne getan?“ Oder: „Meinen Sie den Bildungsrückstand mangelnder Digitalisierung an den Schulen. International Deutschland auf Platz 76 von 78! Vielleicht mal die mangelnden Politiker Kompetenzen überdenken?“

Hinzu kommt, dass für die Schulen in erster Linie die Kultusminister der Länder zuständig sind: „Da kann man keiner Bundesregierung direkt einen Vorwurf machen, da müssen Sie die einzelnen Länder für verantwortlich machen, wenn überhaupt. Aber ich denke, dass Sie das wissen....“

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