Geschichte

Veleda-Höhle: Sogar Besucher aus dem Ausland sind begeistert

Michael Stratmann von der Dorfgemeinschaft Velmede-Bestwig bei einer seiner Führungen. Bevor es mit Helmen und Taschenlampen in die Höhle geht, gibt es Informationen an einer Tafel vor der Höhle.   

Michael Stratmann von der Dorfgemeinschaft Velmede-Bestwig bei einer seiner Führungen. Bevor es mit Helmen und Taschenlampen in die Höhle geht, gibt es Informationen an einer Tafel vor der Höhle.  

Foto: Mustafa Amet

Velmede.  Die Veleda-Höhle für Besucher zu öffnen, war eine weise Entscheidung. Inzwischen ist das Publikum in Velmede sogar international.

Seit ihrer Eröffnung vor einigen Jahren ist die Veleda-Höhle in Velmede ein Besuchermagnet für viele Gäste geworden. Inzwischen finden längst nicht mehr nur Sauerländer oder Gäste aus der näheren Umgebung den Weg zur Höhle. Das Publikum ist mittlerweile sogar international: Besucher aus der Schweiz, aus Belgien und sogar aus Dänemark nehmen an den Führungen durch die Höhle teil und bringen zum Teil sogar ihre eigenen Dolmetscher mit.

Die Besuchersaison ist jährlich von Anfang Mai bis Anfang Oktober. „In dieser Zeit besichtigen etwa 800 Gäste die Höhle“, schätzt Michael Stratmann von der Dorfgemeinschaft Velmede-Bestwig, der auch einer der Höhlenführer ist. Außerhalb dieser Zeit ist die Höhle gesperrt und dient etwa acht Fledermausarten als Winterquartier. Zu den Arten gehören unter anderem die Nordfledermaus, die Teichfledermaus und die Fransenfledermaus - um nur einige von ihnen aufzuzählen.

14 Höhlenführer aktiv

14 Höhlenführer aus dem Doppelort betreuen die Besucher und übernehmen die Führungen. Rund 30 Minuten dauert ein solcher Rundgang mit 6 bis 8 Personen. Sollte die Gruppe größer sein, geht ein weiterer Höhlenführer mit - zum einen, um einen besseren Informationsfluss zu gewährleisten, zum anderen aber auch, um eine bessere Sicherheit gewährleisten zu können.

Bevor es hinein in die Höhle geht, bekommt jeder Besucher einen Schutzhelm und eine Taschenlampe. Außerdem gibt es ein Info- Briefing, bei dem den Besuchern an einer Infotafel vor der Höhle historische und geologische Gegebenheiten erklärt werden. „Die Arbeit lohnt sich“, sagt Michael Stratmann. Es mache Spaß, den Leuten die Geschichte des Sauerlandes und der Berge beizubringen.

Eine der tiefsten Höhlen in Nordrhein-Westfalen

Die Höhle besteht aus einer zweigeteilten großen Halle und einem Seitengang, der nach etwa 90 Metern im so genannten „Schusterstübchen“ endet. Die Höhle ist insgesamt rund 50 Meter tief und damit eine der tiefsten Höhlen in Nordrhein-Westfalen. Drei Eingänge ermöglichen den Zugang, von denen allerdings nur der westliche begehbar ist.

Die Veleda-Höhle war seit Menschengedenken offen - was dazu führte, dass immer wieder Hobbygräber kamen und mitnahmen, was ihnen gefiel. Noch in den 50er- und 60er-Jahren des letzten Jahrhunderts wurden große Mengen von Stalaktiten oder Stalagmiten abgebrochen und mit nach Hause genommen. Die Natur braucht Tausende von Jahren, um diese „Räuberei“ wieder zu ersetzen. Das war auch damals der Grund, die Höhle mit Gittern zu verschließen.

Fast in Vergessenheit geraten

Die Gitter hatten allerdings auch dafür gesorgt, dass die Höhle in den vergangenen 50 Jahren immer weiter aus dem Bewusstsein der Menschen im Ruhrtal verschwand.

Das älteste Kulturdenkmal von Velmede drohte in Vergessenheit zu geraten - bis einige Mitglieder der Dorfgemeinschaft Velmede-Bestwig den Plan fassten, die Veleda-Höhle für Besuchergruppen zu öffnen. Was zunächst unmöglich erschien, konnten dank Unterstützung von Behörden und vieler Höhlenfreunde aus Südwestfalen mit der Genehmigung für die Öffnung abgeschlossen werden.

Im Jahr 2014 wurden mit finanzieller Unterstützung aus dem Leader-Topf und mit Geldern der Gemeinde Bestwig Stege und Treppen in die Veleda-Höhle eingebaut.

Die Dorfgemeinschaft Velmede-Bestwig hat es sich zur Aufgabe gemacht, Interessierten die Besonderheiten in der Höhle und die Sagen und Geschichten rund um die Höhle zu veranschaulichen.

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