Wirtschaft

Veltins beliefert lieber Schützenfeste als Südostasien

Veltins Halbjahresbilanz

Veltins Halbjahresbilanz

Foto: Privat

Grevenstein.  Die Zeichen in der Bierbranche stehen für 2019 auf Verlust. In Grevenstein soll sich das aber nicht weiter niederschlagen.

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„Ein Jahrhundertsommer lässt sich nicht abonnieren!“, sagt Veltins-Generalbevollmächtigter Michael Huber anlässlich der Vorstellung der Halbjahresbilanz der Grevensteiner Brauerei. Nach dem kontinuierlichen Wachstum im zurückliegenden Jahrzehnt sei man aber weiterhin guter Dinge. Der leichte Ausstoßverlust sei absehbar und eingeplant gewesen. Insgesamt werde 2019 für Deutschlands Brauereien zwar zu einem verlustreichen Jahr. Doch das soll sich am Standort Meschede nicht negativ niederschlagen:

1. Erweiterungen

Mit hohem Investitionstempo geht die Brauerei C. & A. Veltins unverändert voran, um in technische Anlagen die Wettbewerbsfähigkeit und Energieeffizienz zu steigern. So plant das Unternehmen auch die Ausdehnung über die Stadtgrenze von Meschede hinaus. Daneben werde man innerhalb der Investitionsoffensive 2024, in dessen Verlauf über 422 Millionen Euro am Standort Grevenstein investiert werden, bereits bis zum Jahresende das neue Tankfeld und die zweite Verwaltung in Betrieb nehmen.

Noch in diesem Jahr beginne der Bau der neuen Halle für die Flaschenabfüllung sowie ein neues Logistiklager mit 8100 Palettenstellplätzen. Damit würden 2019 am Standort Grevenstein technische Investitionen in Höhe von 42 Mio. Euro vollzogen. „Wir sind sehr gut im Zeitplan, um uns für die nächsten beiden Jahrzehnte zu rüsten“, so der Generalbevollmächtigte Michael Huber. Er unterstrich, dass das kontinuierliche Wachstum des Unternehmens deutlich über dem Wettbewerbsniveau für die erfolgreiche Privatbrauerei Grund zum Marktoptimismus sei: „Wir sind sicher, dass angesichts unserer erfreulichen Marktposition Investitionen zur Standortsicherung sehr gut angelegt sind.“

2. Engagement in der Gastronomie

„Wir werden unsere Investitionskraft in der Gastronomie trotz der strukturellen Veränderungen auch im nächsten Jahrzehnt mit unverminderter Intensität fortsetzen“, kündigte Dr. Volker Kuhl, Geschäftsführer Marketing/Vertrieb an. „Das Geschäft an der Theke ist ein unverzichtbarer Bestandteil unserer Marken-DNA!“ Mit einem Fassbieranteil von 17 Prozent zähle die Brauerei zu den ausgeprägt gastronomieorientierten Brauereien. Die Verankerung in der Gastronomie und im Eventgeschäft seien stabile Säulen. „Uns ist die langfristige Belieferung eines Schützenfestes wichtiger als ein schnelles Container-Geschäft nach Südostasien“, so Dr. Volker Kuhl. An der Schwelle zum neuen Jahrzehnt gab das Unternehmen ein klares Bekenntnis zum Ausbau und zur Pflege des Gastronomiebestandes der immerhin über 14.850 verbundenen Betriebe. Im ersten Halbjahr kam an jedem Wochentag ein neuer Gastronomiepartner hinzu.

3. Die Zahlen

Nach dem Ausbleiben eines erneuten Jahrhundertsommers hat die Brauerei erwartungsgemäß leicht an Menge eingebüßt. Man knüpfe aber dennoch mit „dem zweitstärksten Halbjahresausstoß der Geschichte“ an die erfreuliche Dynamik der letzten Jahre an. Der Ausstoß von 1,57 Millionen Hektolitern gab um 2,1 Prozent nach, während die Marke Grevensteiner das Wachstum um 16 Prozent unverändert fortsetzte. Auch die Marke V+ trug 185.960 Hektoliter zum Ausstoßergebnis im ersten Halbjahr bei.

4. Die Mitarbeiter

Aktuell liegt die Mitarbeiterzahl laut Pressesprecher Ulrich Biene bei 670 und ist damit 2019 unverändert. „Auf dem Gelände arbeiten aktuell zusätzlich zeitweise bis zu 100 zusätzliche Fachkräfte bei der Ausführung der Bauprojekte und zugehörigen Gewerke“, ergänzt Biene. „Darunter sind - ganz bewusst gewählt - viele Handwerksbetriebe aus der Region..“ Die Investitionen stärkten damit auch die heimische Wirtschaft.

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