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Vereinen in Meschede unter die Arme greifen

Sie werbenfür den Vereinstag in Meschede: Von links Fritz Hemme (Bürgertreff), Bürgermeister Christoph Weber, Jürgen Dörner (Bürgerstiftung), Franz-Josef Rickert (Sauerländer Heimatbund) und Manfred Breider (Bürgertreff).

Sie werbenfür den Vereinstag in Meschede: Von links Fritz Hemme (Bürgertreff), Bürgermeister Christoph Weber, Jürgen Dörner (Bürgerstiftung), Franz-Josef Rickert (Sauerländer Heimatbund) und Manfred Breider (Bürgertreff).

Foto: Jürgen Kortmann

Meschede.   Mitgliederschwund, Überlastung der Vorstände - die Mescheder Vereine haben ähnliche Probleme. Jetzt soll ihnen geholfen werden.

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Das Ehrenamt in Meschede soll gestärkt werden – und auch wieder Spaß machen. Erstmals sollen dafür alle Vereine im Stadtgebiet an einen Tisch geholt werden. Die Stadt Meschede, der Bürgertreff und die Bürgerstiftung organisieren dafür einen Vereinstag im November. Mit dabei ist dann der namhafte Vereins- und Unternehmensberater Michael Blatz, der helfen will, Meschedes Vereine neu aufzustellen.

Ähnliche Probleme

„Wir sind massiv angewiesen auf funktionierende Vereine“, sagt Bürgermeister Christoph Weber: Sie kümmern sich in allen Lebenslagen, bei all ihren Interessen um die Menschen. Auf rund 300 wird ihre Zahl der Vereine im Stadtgebiet geschätzt. Die Bestandsaufnahme: Sie haben ähnliche Probleme. „Keiner will sich mehr engagieren“, so Jürgen Dörner von der Bürgerstiftung.

Der Bereich der Kulturarbeit in Meschede, aus der sich Kulturring und werkkreis kultur deswegen weitgehend zurückgezogen haben, macht das greifbar. Anderswo gibt es Ämterhäufung. Und wer einmal einen Posten inne hat, findet kaum Nachfolger. „Projekte statt Posten“, nennt das Manfred Breider vom Bürgertreff: Für bestimmte Themen lassen sich die Mescheder begeistern, für ein Vorstandsamt nicht. Und die Erwartungen an eine Vereinsmitgliedschaft sind gestiegen. Bürgermeister Christoph Weber meint überspitzt: „Zu jedem Betreuer müssten wir eigentlich noch einen Betreuer für die Eltern auf der Tribüne haben.“

Jurakenntnisse erforderlich

Und wer ein Vorstandsamt hat, der muss inzwischen auch ein Stück weit Verwaltungsfachmann und Jurist sein. So etwas wie zuletzt mit der Datenschutzgrundverordnung soll nicht mehr passieren. „Ein Beispiel, wie es nicht gehen sollte“, meint Bürgermeister Weber: „Das Kind ist mit Anlauf in den Brunnen gefallen“ – man habe lange gewusst, dass diese Verordnung kommen würde, dann kam sie und auch die Vereine mussten hektisch und verunsichert darauf reagieren – mit dem Resultat, dass viele ihre Homepages abschalteten.

Jürgen Dörner weiß von der verspäteten Meldung eines Vereins für das Transparenzregister – worauf prompt das Bundesverwaltungsamt eine Verwarnung mit 50 Euro Bußgeld verhängte: „So etwas demotiviert Menschen, die sich engagieren wollen.“

Arbeitsteilung als eine Lösung

Aber vielleicht gibt es Experten, die zum Beispiel solche Spezialthemen arbeitsteilig und vereinsübergreifend lösen würden. Das würde die Vorstände entlasten. Doch solch ein Austausch fehlt bislang. Auch dafür soll die Veranstaltung am 3. November dienen: „Da kommen Leute zusammen, die sich alle kennen – aber die noch nie über ihren Verein oder die Vereinsgeschicke gesprochen haben“, so der Bürgermeister.

Mit dem Vereinstrainer Michael Blatz soll diskutiert werden, wie die Herausforderungen einer modernen Vereinsarbeit gemeistert werden können. Stadt, Stiftung und Bürgertreff finanzieren diesen Vereinstag, der ein Gesprächsangebot sein soll. Er kann der Auftakt zu weiteren Folgeveranstaltungen sein.

>>>HINTERGRUND<<<

Alle Vereine im Stadtgebiet werden angeschrieben und können sich für den Vereinstag am Samstag, 3. November, anmelden.

Stattfinden wird er von 10 bis 15 Uhr im Gemeinsamen Kirchenzentrum.

Die Teilnahme ist kostenlos.

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